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Jeschurun · 1886-01-14 · Heft 2 (14.1.1886) · p. 20

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Journal
Jeschurun
Volume
19 (1886)
Issue
Heft 2 (14.1.1886)
Article
Pirqe avoth
Date
1886-01-14
Page
20 (sequence 3)
Language
German
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20 פשט איסורו גרוב ישראל ,גזרו וקבלו (Aboda Sara 3b, a. b.). Sic sehr aber die Bereitwilligkeit zur Ausnähme und llclntmj solcher Anordnungen durch eine mögliehst allgemein verbreitete Gesetzeskunde gefördert und unterstütz! werde, ist für sich selbst einleuchtend. Ganz vesonderS aber war die möglichste Verbreitung und Erhaltung der GesctzeSkenntniß, sowie die GesetzeScrfüllnng zu schützen bestimutten Anordnungen für Zeiten von gebieterischer Wichtigkeit, für welche die Weisheit der אנשי כנסת הגדולה eine immer größere Zerstreuung und damit eine immer größere Entfernung von der leitenden und lehrenden Mitte der Nation und zugleich Versuchungcn mannigfachster Art zum Verlassen des gewissenhaft gesctzeStreuen Wandels vorauszujchen vermochte. (Fortsetzung folgt.) Die Wll!!Ill!je Z'tiltning Möses. Ein Essay von S. B. R o sc n h a i n. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Wenn die Priester wirklich von heiliger Begeisterung für das einzige, vollkommene Wesen durchglüht gewesen wären, dann wäre eS ihnen mit Zuhülscnahme einer kleinen Gaukelei (welche aber kindlich harmlos hätte sein müssen und können!) ein Leichtes gewesen, ihre Absichten zu verwirklichen. Obwohl wir leider nicht über die Unmasse von Verschlagenheit und Spitzfindigkeit eines ägyptischen Priesters verfügen, haben wir gleichwohl eine sehr plausible und durchführbare Idee bei der Hand. Mau hätte;. B. nach vorhandenen Mustern die Namen der Hanplgöttcr zusammenziehen und unter dem Deckmantel dieses Kollektivnamens allmalig und sicher einen Uebergang von dem alten Unsinn zur lichten Wahrheit anbahnen und durchführen können. Aber wozu die große Wort- Verschwendung? Ein einfacher Hinweis auf das strahlende Vorbild unseres Moses genügt. Und was ein einzelner Mann in! .Kampfe nutz einem mächtigen Staate, in Gemeinschaft des ״AnswurseS von Aegypten" so glänzcnd gelöst, das sollte einer großen, angesehenen und auf die Waffengewalt eines Tyrannen sich stützenden Genossenschaft bei einem angeblich viel höher stehenden Volke nicht möglich gewesen sein'?'? Es wäre wohl einzuwenden, daß Moses die direkte Sendung seines Gottes vor den Priestern Vorhalte — aber von Schiller glauben wir am allerwenigsten diesen Einwand, der jede fernere Diskussion überflüssig «׳.achte, erwarten zu dürfen. — Doch geben wir das Undenkbare zu und glauben wir für einen Moment das Unglaubliche; die Hierarchen Aegyptens hätten wirklich ans Furcht vor dem Pöbel im Besitze der erhabenen Wahrheit unterlassen, ihre Erhebung über den abscheulichsten Wahn und Trug zu versuchen. Nachdem nun aber der ohnmächtige, entlaufene Schüler (?) znrückgekehrt war und mit heroischer Unerschrockenheit im Angesichte seiner Meister und einer ganzen Welt eherner Macht das Banner des wahrhaften, einzigen Gottes, — ihres DeminrgvS oder 9ao — entrollt hatte; nachdem nun einmal die 9dcc der Gottcinheit wie ein leuchtender Wetterstrahl offen und frei in die blöde Nacht des thicrvergöttcrnden HeidenthnmS hineingcsehlendcrt war; nachdem er dieser Idee auch bei dem sinnlichen Fassungsvermögen dcS Pöbels überirdische Verehrung verschafft hatte, durch die Wunder (der dumme Hanfe betrachtete sie in jedem Falle für solche), die er in ihrem Namen wirkte und dadurch, daß er unter ihrem Banner eine wehrlose, verkommene Sklavenhorde dem Drucke einer Weltmacht entriß; nach alledem hätten die gottdegeislerten Priester nicht jetzt den günstigen Moment für gekommen betrachten und benutzen müssen, um, den eingeschüchtcrtcn Pöbel ans die Allmacht jenes Wesens verweisend, eine gründliche Umwälzung heranfzubeschwören? Aber MoscS erfocht mit der angeblich entlehnten Idee einen herrlichen und vollständigen Sieg; er führte seine Nation unter einen glücklicheren Himmelsstrich und brachte das angcb lieh fremde, erborgte Reis alff dem möglichst ungünstigsten Boden zum großartigsten Gedeihen, während in der eigentlichen Heimath dieser Lichtsonne nach tvie vor die tiefe GeistcSnacht des widerlichsten GötzenthnmS fortbrütet!! Das ist mehr als paradox, das ist ridikül. Aber ganz wirkungslos vcrprasselte der hincingeschlenderte Fackelbrand auch in der ägyptischen Nacht nicht. Wir sehen auch hier manches abgerissene Flämmchen herunizüngeln, aber entweiht durch die Unterordnung in den Dienst der Finsteruiß und nur dazu da, um die Niedertracht und Feilheit der Götzenprieslcr zu beleuchten. Als Moses seine Nation trinmphirend ans Mizrajim geführt hatte und die große Menge deS ägyptischen Pöbels ihm mit Furcht und Staunen nachblickte, da mochten wohl die Pfaffen befürchten, daß diese Volkserregnng für sie und ihre Götzen, die Unterlegenen im Kampfe mit MoseS und seinem Gott, verhängnißvoll sich gestalten dürfte. Ihre erste Sorge mochte daher sein, die Leitung dieser Volksstimmung in die Hand zu nehmen und sie durch einige trügerische Konzessionen an jene Aegypten feinliche Macht, welche sich in so imponircnder Weise gcoffcnbart hat, zu beruhigen und in den alten Wahn einzulullen. Nichts war zu diesem Zwecke geeigneter, als dem Volk vorzugaukcln, cs sei dem Einflüsse der Priester gelangen, jenes hohe Wesen den Aegyptern freundlich zu stimmen, für die Zusage, ihm einen Platz unter den

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