Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 19 (1886)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1886)
- Article
- Lenzeshoffnung im Winter
- Date
- 1886-01-07
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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M1. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. ■ßcgriimlc't von SiMlson dükphükl Hirsch, d??nf>P'imn■!1. üsrncfitififirtt firfipnsßffflfl'ifmft 511 jrrniißfud: a.A Nene Folge. -- Vierter Jahrgang. Hn'auSgtgcben uittcr Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag iinndcstcns 2 Bogen stark. — AbonnenicntSprciS bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2 oft. ">0 .J, für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Heltving'sche BerlagSbnchhand. lnng >11 H a n n 0 ve r. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12</6 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für l +c/6. oder l8 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. Anzeigen werden mit 25. F f. d. :;gespaltene Petit;eile oder deren iNanin berechnet. — Gxpediti on: Hannover, Artilleriestr. 2'.) -־ All CSnteiicrmitj des Abml?leme!lLs, iiamcutlidj bei der Post, wird erinnert. Are Expedition des ״Jeschurun". Inhalts-Verzeichnist von Nr. 1. LcnzeShossnung im Winter. -- מך־קי — Die wirkliche Sendung Moses (Fortsetzung . ״״ Des Nabbi Iehuda Halevi Elegie an die Burg .Eon. — Wandelungen. — K'orrespondenzen und Nachrichten: Berlin, Frankfurt, Memel, Würz.- bürg (2t, Dessau, Wien, Pest 2), S. A. Ujheltj. Amsterdam, Paris, Vondon, Ssamara, Wilna, Bukarest, Newport (2), Marokko, Palästina. — Erkannte Irrungen. — Inserate. lc!yts!j0ss?iüüg im pntcr. Der grimme Winter führt das Regiment. Unter seinen! eisigen Hauche erstarrt altes Leben in Wald und Flur. Wo ehedem die Nt! in duftigen Farben prangte, da hat er sein weißes Leichentuch hingebrcitet. Des Waldes fröhliche Sängerschaar' hat er verscheucht und deren prächtige, traute, lauschige Wohnung un barmherzig zerstört; wie ein Todtcngerippe starren die ihrer Zierde, ihrer Krone beraubten Aeste zum grauen Himmel empor. Auf scharfem Ost- und rauhem Nord- (turnt durchrast er sein weites Gebiet, Tod und Vcruichtnng bezeichnen seine Spur. Er schont nicht der stolzen Eiche ehrwürdiges Haupt, er hat kein Mitleid mit des zarten Veilchen dusliger Blüthe, er vollzieht den Untergang aller warmen, frischen, Lebensfrcude. Dumpfes Grabesschweigen herrscht in feinem Reiche. Alles verstummt vor seinem Dränen, alles unterwirft sich seinem Zorlie, muunschränkt und ewig scheint sein allgewaltiges Regiment. Aber während Alles unter seiner schweren Tyrannensaust erstarrt, und er noch der milden Luft, 'Wärme und Leben spendenden Sonne durch das mächtige Vollwerk seines Frostes den Zutritt in sein Reich versperrt, regt cs sich im finstern Waldesgrnnde, wo die Baumriesen einsam ihre kahlen, erstorbenen Aeste recken. Es ist nicht das Säuseln ihrer vom Zephir sauft geküßten Blätterkcone, — ach, die Krone hat der furchtbare Gewaltherrscher ihrem hohen Haupte grausam entrissen — es ist nicht das muntere Gezwitfcher, das liebliche Spielen in ihren Zweigen sich wiegender und schwingender Vögelein, — ach. die wagen sich nicht in die lieben Reviere, wo sie ehedem ein so lustiges Dasein geführt, die weilen in entfernten Regionen — — iit dem dunkeln Schooße der Niesen selbst entsteht ein Regen leis und gehcimnißvoll, ganz schwach und schüchtern, vom strengen Gebieter nicht bemerkt. Da wispert es und flüstert, da pocht es und dehnt sich,