Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1885)
- Article
- Die wirkliche Sendung Moses
- Date
- 1885-12-24
- Page
- 822 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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822 verstehe. Ein schwer verdaulicher Gedanke.... Etwas I muß sich Schiller ja doch gedacht haben, als er das niederschrieb." Der Doktor kicherte vergnügt (offenbar noch in! Eindruck der Freude, daß er seine Diagnose von früher fallen lassen konnte) und zuckte die Schultern. ״WaS weiß ich.... Hcentia poetica." — ״Ader Doktorchcn, Sie vergessen ja, selbst betont 311 haben, daß wir eS hier mit keinem Poem zu thun haben. Ist Ihnen vielleicht ans sanitären Statistiken bekannt, daß die Krankheit des Aussatzes in unserem Stamme in abnormen Dimensionen vorhanden sei?" ״Unsinn." ״Gut — aber, verzeihen Sie gütigi't meine Ungläubig׳ feit, wissen Sie — es ist hier von keinem Geringeren die Rede, als von Schiller. Vielleicht wollten Sic die Güte haben, mir eigcnängige Einsicht (verzeihen Sie diesen kühnen sprachlichen Wurf, aber die Aufregnng von vorhin zittert noch in mir nach), in das berührte Material zu gewähren." ״Herzlich gerne." Und der brave Doktor ging zu seinem Bücherkasten, langte einen Stoß Bücher und Brochürcn heraus, so viel er eben auf einmal anfladen konnte, schleppte ihn herbei und legte ihn auf den Tisch nieder. Dann kehrte er unverdrossen zum Kasten zurück und brachte noch eine äynlich große Portion. Mir begann schwindelig zu werden vor dein Geistcrhansen, den ich heraus beschworen. ״Wünschen Sic noch Einiges?" fragte der Doktor mit feiner Perfidic. ״Ach nein," beeilte ich mich zu antworten und setzte kleinlaut hinzu: ״cS wird vielleicht genügen." Und dann durchwühlte ich den Hansen der Bücher und Brochürcn von oben nach unten und nach allen Richtungen; ich musterte gewisscuhaft die statistischen, nach konfessionellen und nationalen Standpunkten geordneten Berichte einer großen Zahl hervorragender Krankenhäuser und ärztlicher Koryphäen und konnte meine Untersuchungen mit der Beruhigung schließen, daß dreitausend Jahre ein hinreichend großer Zeitraum zur Heilung des Aussatzes selbst dort sind, wo er ein ganzes Volk ergriffen, geschweige denn dort, wo er gar nidjt eMirt hat. (Fortsctzirng folgt.) Das ®ntdjtcu des ijernt Ikliliiiicr Dr. Ehrenskid. In Betreff unserer Besprechung dieses Gutachtens empfangen wir von einer hohen Autorität das folgende Schreiben, welches wir wegen der darin enthaltenen Berichtigung zur Veröffentlichung zu bringen t!nS beeilen. ,,Herr Redakteur! Ihre so gediegenen als eingehenden Artikel über das Gutachten des Herrn Di׳. Ehrenfeld haben überall die gerechte Anerkennung gefunden und können gewiß nicht verfehlen, die wünschcnSwcrlhe Erkenntniß des allein Wahren und Rechtclt über diese hochwichtige Angelegcnhcit zu verbreiten. In Ihrem jüngsten Schlußariikcl hat sich jedoch, wie ich glaube, ein kleiner Jrrthum cingeschlichen, auf den ich, obgleich dadtlrch die Nichtigkeit der von Ihnen vertretenen Ansicht in keiner Weise altcrirt wird, doch ansmcrsam ntachcn zn dürfen Villen möchte. Tic sagen darin, daß es nach den יש מתירין א״וז קמו ב')) auch nur darum handeln könne, den betreffenden Thoraabschnitt während der öffentlichen Vorlesung für sich selbst mit תרגום zu lesen, nicht aber sich ״mit anderweitigem GesctzeSstndinm zu beschäftigen". Dies ist, so weit meine Einsicht reicht, ein Jrrthum. Die ]יש מתירי erlauben wohl in der That ein solches anderweitiges ״lernen" während der- קח״ת, wie schon daraus erhellt, daß sie einen Ausgleich des Satzes סוטה) כיון שנפתח ספר הורה אסור לספר אפי׳ בדבר הלנה לט א׳) und der (ברכות ה׳ א׳) berichteten Thcusache: ר, ששת. מהדר אפיח וגרים אמר אגן בדירן ואינהו בדידהו bezwecken, wobei cs sich offenbar um halachischcs Lernen בשעת סה״ת handelt, weshalb es ja auch im ש׳ע א׳ה קמו ' heißt יש מתירין לגרוס בלחש und וי״א וסו׳ מותר לספר בד״ת• Allein abgesehen, daß, wie Sie bereits bemerkt, solche ans vorangehenden סתס - Ausspruch folgenden ויש אומדץ ,ויש מתורץ nach der bekannten Regel nicht הלכה sind, daß ferner, wie Sie ebenfalls richtig bemerkt, ein jedes rechte ״Lernen" religiöse Andacht voranSsetzt und religiöse Erbauung ,;mn Ziele hat, so würde doch ohnehin, wenn dieser Ansicht gemaß die תקנת הז׳ל dem יהיר gestattete, während der ק״הת בצבור sich mit einem anderen לימוד התורה zu beschäftigen, sich doch auch ein solches לימור nur der durch die ברכות התורה in ihrer hohen Bedeutsamkeit gewürdigten ׳ תורה-Thätigkeit des צבור anschtießen und dem gemeinsamen Ziele zu dienen haben, uns, wie Sie es so wahr in Ihrem früheren Artikel nachgcwiescn haben, vor ליאות und מרירת in דרכי התורה zu schützen. Ihr Urthcil über das Gutachten bliebe daher, selbst wenn ich mit meiner Vermuthung eines Jrrthnms in Ihrem jüngsten Artikel recht haben sollte, doch in allen Theilen unbedingt aufrecht. Ichaui! Ikßsmtz. Loa Naphta li Simon- ' '"'י- ■' (Nachdruck vcrvorcn.) (Fonsetzring.) Der Schrecken, welcher sich in ihren Gesichtern widenpiegelte und der Fluchtversuch ließen an ihre Schuld glauben. Die Plötzlichkeit und die Bestimmtheit der