Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1885)
- Article
- Israels Leidenserziehung
- Date
- 1885-12-24
- Page
- 817 (sequence 1)
- Language
- German
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XVIII. Jahrgang. H°«"°vcr, den L ^°-mb5°l88s. M 52. r Förderung jüdischen Geistes und jüdischen in Haus, Gemeinde und Schule. begründet von Sllmsvu Naphacl Hirsch, Aaö!>!»kr >1. Isradiiislük» ^cPigionsgcfcffftSafl: ja dPtanßfnrf a.ÜL Neue Folge. - Dritter Jahrgang. Herausgcgeben unter Mitwirkuug des Begründers und bewährter Genossen von Isuac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnemcntspreis bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2J6. 50 J> für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Vcrlagsbuchhaudlung zu Hannover. — Dir Spedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12vfi oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für 1.4 oft. oder!8 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^ f. d. :;gespaltene Petitzeilc oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 20 An schlcimigstc Grneucrilug des Abonnements, itamcntlich bei der Post, wird hierdurch erinnert. Are Expedition des ״JesHurun". JtthalLs-Vcrzekchttiß von Nr. 52. Israels LcidenSerziehung. — Bemerkungen zu den Ncr- Handlungen und Beschlüssen der Nabbinervcrsammlung in Berlin (Schluß). — Die wirkliche Sendung MoseS (Fortsetzung). — Das Gutachten des Herrn Rabbiner iJr. Ehrenfeld. — Johann Zestowitz (Fortsetzung). — Die Nabbinerkonserenz in Pittsburg. — Kollektiv-Berichte aus Ungarn lu. (Schluß). —Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin. Schneidemühl, Kempen, Solothurn, Amsterdam, Wien (2), Pest l2), Preßburg, Prag, Paris, Petersburg, Newyork(2), Winnipeg, Chicago Palästina. — Inserate. Israels lcidkilscrstchüns. Wenn in den Gemeinden der jüdischen Diaspora mit der Verlesung des GottcsworteS begonnen wird, welches die Erziehungsgeschichte der zu einem Volke herangeblühten Jakobsfamilie einleitet, und das schreckliche SklavenlooS, das thränenvolle Angebinde in die Wiege dieses Volkes, in seiner ganzen Furchtbarkeit vor unsere Seele tritt — wenn wir die Pyramiden bauende ibrischc Sklavenkaste unter der Peitsche egyptischer Frohn- Vögte sich winden sehen und den Wchschrei der zu Tode getroffenen Vater und Mütter vernehmen, denen man den Säugling von der Mutterbrust reißt, um ihn in des Niles Fluthen zu ertränken — wenn das ganze namenlose Elend Mizraims in großen Zügen uns vorgeführt wird und auch uns die Frage auf die Lippe drängt: ,'למה הרעתה לעם הזה, zu welchem Zwecke gerade diesem Volke solches Unglück, warum ihm, dem Sproß edler Ahnen, der Kelch des bittersten Leids?-dann reicht uns die Weisheit unserer wahr- Haft weisen Lehrer und Meister, der Ordner unseres Gottesdienstes, das Prophetcnbnch und läßt Jcschaja zu uns reden: הבאים ישרש יעקב יציץ ופרה מוראל ומלאי פגי תבל תנובה. Für alle kommenden Zeiten und Geschlechter soll dieses Jakobsvolk, dieser das tiefste Elend erduldende, unter dem Fußtritt der Mächtigen fast verendende Mmschenstamm die Wurzel sein — dereinst wird es blühen und als Israel, als der siegreiche Herold und Held Gottes, anfbrechen — dann füllt sich die ganze Menschcnwelt mit seinem Ertrag. Mit diesem Hinweis auf das Wort Gottes, welches durch Jeschaja kundgcgeden wurde, haben sie uns nicht nur den Schlüssel für das Näthse! der Vergangenheit, sondern auch die Antwort aus die bange Frage der Gegenwart und die Lösung allen Wirrsals in den verschlungenen Pfaden der Geschichte bis zu der endlich heraufziehenden lichten Zukunft in die Hand drücken wollen.