Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1885)
- Article
- Das Gutachten der Herrn Rabbiner Dr. Ehrenfeld
- Date
- 1885-12-03
- Page
- 771 (sequence 3)
- Language
- German
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771 ורב המגונא אמר אשר בחר וגו׳ und bezeichnet ר׳ המנוגא diese ברבה als המעולה שבברכות, als die vorzüglichste, לפי שיש בה הודאה למקום וקילוס לתורת ולישראל (רשי), weil durch sie das Ancrkenntniß und Bekentttniß Gottes, der höchste Preis der Thora und Israels zum Ausdruck gelaugt, weil die Thora, als Zweck unserer Erwählung begriffen. Alles und das Höchste außspricht. Und dieses durch die ברבה für das Bewnßtsein vermittelte und das wahre, ächte Gott wohlgefällige ״Lernen" bedingende Bekenntniß, welches dem ,.Lernen" erst jenen hohen Werth verleiht, ist so wichtig, daß eine nicht in dieser Gesinnung geübte Beschäftigung mit der Thora werthlos erscheint, und eS wird der ברבה über das Lernen eine so hohe Bedeutung zuerkannt, daß נדרים פ״א unser Ganzes גלות darauf zurückgcführt wird, שאי; מברכי; בתורה תהילה, daß man diese dem Lernen voraufzugehende und dasselbe weihende ברבה vernachlässigt habe. An diesen Ausspruch knüpft sich daselbst die weitere Erörterung: דבר זה נשאל לחכמים וגו׳, welche der ר״ג zur Stelle nach היר יוגה dahin erläutert, daß man wohl sich dem Thorastudium eifrig hingegcben, aber nicht die rechte durch die ברבה vermittelte Gesinnung dazu mitgcbracht hätte: שלא היו עוסקים בה ״לשמה״ ומתוך בך היו מזלזלי; בברכתה והיינו לא הלכו בה כלומר בכוונתה ולשמה. So wcrthlos erscheint im Judenthum ein Lernen, bei welchem nur der Verstand und nicht das Herz thätig ist. Und da vermag Herr Di*. Ehren selb cs als ganz selbstverständlich hiuznstellen, daß לימור התורה nicht auf das Herz einwirkcn wolle! Da vermag er sich der Erkcnntniß zu verschließen, daß das ״Lernen" die Erhebung des innern Menschen, die Läuterung seines Wesens zum Zweck habe?! Da leistet er durch seine bcdauernswerthe Darstellung der verhängnißvollsten Verirrung Vorschub, als ob לימור התורה und יראה, Thora-Lernen und Frömmigkeit, Wissenschaft des Judenthums und treue Befolgung seiner Gebote zwei getrennte Gebiete wären, als ob auf dem Boden des JudenthumS nicht das Wissen auf dem Grunde der Gottesfurcht sich zu erbauen, und die ächte הבמה die יראה zur unbedingten Voraussetzung hätte, einer Verirrung. welche das unsägliche Unheil der Vergangenheit und Gegenwart über uns gebracht hat, das er gewiß mit uns aus tiefster Seele beklagt! Wie vermochte er nur zu übersehen, wie dem ״Lernen" überall von unseren größten Lehrern und Meistern die Wirkung der ״Erbauung", der sittlichen Veredelung zugeschriebcn wird, wie sie, die wahrhaften חכמים, den Zweck der religiösen Erbauung mit dem N"NN-Lernen unabweisbar verbunden erachteten, wie dieses uns vorgeschrieben ist, um uns zu ״erbauen", um unseren sinnlichen Anlagen das עול מלבות שמים aufzuerlegen. Sollen wir ihn auf Aussprüche hinweisen, wie: א׳ ר׳ לוי בר המא א׳ ריש בן לקיש לעולם ירגיז ארם יצר סוב על יצר הרע — אם נצחו מוטב ואם לאו יעסוק בתורה,‘) תנא דבי ר׳ ישמאל אם פגע בך מנוול זה משכהו לבית המדרש אם אבן הוא נימום אם ברזל הוא מתפוצץ, 2) בראתי יצר הרע ובראתי לו תורה תבלין ואם אתם עוסקים בתורה אין אתם נמסרים בידו,3) מה הגחלים הללו בני אדם יורדי; בתובן בשה; ממאי; וסובלין ועולי; סתורי; כך בתי מדרשות ובתי כנסיות וגו׳, 4) und viele andere, die es zur Evidenz erheben, daß Herr Di*. Ehrenfeld von einem unbegreiflichen Jrrthum befangen war, als er den Satz niederschrieb: ״Vom Thora-Lernen wird doch aber Niemand behaupten, daß eS vorgeschriebe» sei, d. h. zum Zwecke habe. Andacht und Erbauung zu bewirken", währendes aus diesen und ähnlichen Aussprüchen sonnenklar ist, daß im Judenthum die ״religiöse Erbauung", die Er- Hebung, Veredlung und Weihe unseres sinnlichen und geistigen Weseuö gerade von dem Thora-Lernen erwartet wird? Sollen wir noch weiter etwa auf den;פרק קני התורה Hinweisen, um diese unumstößliche Wahrheit darzuthun, um zu erweisen, welche sittliche Energien unsere Wissenschaft, unser Lernen, das rechte לימור התורה voraussetzt und bewirkt?? Es bedarf wahrlich keiner Gelehrsamkeit, um sich von dem durch und durch Falschen und Irrigen dieser Behauptung dcS Herrn Di׳. Ehrenfeld zu überzeugen. Wer etwa derselben noch Glauben beimessen möchte, dem empfehlen wir einfach, das Gebetbuch zur Hand zu nehmen und den sechsten Abschnitt der פרקי אבות, eben jenen 2׳ קני; התורה, nachzulesen. Wenn demgemäß Herr Di*. Ehrenfeld durchaus Recht haben sollte, wenn ihm der Nachweis gelungen wäre, auf welchen er sein unter Eid abgelegtes Gutachten stützt, daß nämlich קריאת התורה, die Thora- Vorlesung im Gottesdienst, nichts Anderes wäre als לימור התורה, als Tbora-Lernen, so wäre dennoch seine eidlich erhärtete Bekundung eine irrige, da es unwidcrlcgbar ist, daß auch das Thora-Lernen dem Zwecke der religiösen Erbauung im hohen Grade dient, demnach vollständig dem Rechtsbcgrisf ״Gottesdienst" entspricht, wie der Vorsitzende dcS Landgerichts zu Gncscn solchen Herrn Rabbiner Dr. Ehrcnfeld vor Abgabe seines Gutachtens erläuterte. (Fortsetzung folgt.) י־ ,קידושין ל (י ,סובה ,נב (2 ,ברכוה ,ה (י) Jalkut zu מחלים נסיו.