Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1885)
- Article
- Das Gutachten der Herrn Rabbiner Dr. Ehrenfeld
- Date
- 1885-12-03
- Page
- 769 (sequence 1)
- Language
- German
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XVIII. Jahrgang. ftfltmrttwr htn 25* KiSlelv 5646. Hannoser, Uli 3י Dezember 1885. M 49. r iv י r1! 1 |j r ׳ i r zur Wrdemng jüdischm Geistes und jüdischen Lebens 'י in Haus, Gemeinde mrd Schule. £e§ai1uu‘! von ©!UltfOH 9iflp!)flcl Hirsch, Haßßmrr 11. Israffitififini AkfigimiggescMajl zu JFranlfurf a. ft Neue Folge. Dritter Jahrgang. Herausgegcben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genoffen von Asaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag ntindcstens 2 Bogen stark. — AbonncinentSpreis bei allen Poftanstalten und Buchhandlungen 2 011 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Vcrlagvbuchhand« lnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct nud franko unter Streifband den Jahrgang für 12 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für l-l o& oder 18 Fr. nach den LLlldcrn des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^ f. d. :!gespaltene Petitzeile oder deren Rann! berechnet. — Expediti on: Hannover, Artilleriestr. 2ü. Inhalts-Verzeichnrh von Nr. 4S. Das Gutachten des Herrn Rabbiner Dr. Ehrenseld (Fort, setzung). — ״Vorwärts" oder ״Nünrvärts". — Die wirtliche Sendung Moses (Fortsetzung). —- Johann Zesiowitz (Fort׳ setzung). — Des Pfarrers Kuh. — Korrespondenzen und Nach, richten: Berlin. Danzig. Würzburg (2), Breslau, Hamburg, Saarlouis, Amsterdam, Wien, Budapest, AuS ׳Mähren, Aus Ungarn, Paris, London, Mexiko. — Kollektiv-Berichte aus Ungarn (XLiX). — Inserate. GMlhiklr Dr. des Etzreffj rrn 1U fi! sului!!!er (Fortsetzung.) Zur Rcchiscrtignng seines Gutachtens legt Herr Di׳. Ehrenseld das Hauptgewicht auf den Nachweis, daß ק׳ת׳ח, die Verlesung der Thora im össcutlichen Gottesdienste, mit לימוד התורה, dem Lernen, auf völlig gleicher Stufe nicht nur sieht, sondern eben nichts Anderes sei, als ein Unterricht für Erwachsene, und deshalb unmöglich als Gottesdienst -oder gottesdienstliche Perrrchtuug, d. i. als zun: Zwecke der Erweckung von Anbücht und Erbauung dienend, betrachtet werden könne. Der hLuptsüchlichste Stützpunkt für diese Ansicht, den er in der Einsetzungsurkunde der Thoravorlesnng zu finden vermeinte, hat sich nicht nur als ein schwaches Rohr erwiesen, sondern sogar das gerade Gegentheil dieser durchaus irrigen Meinung dargethau. Herr Dr. Ehrenfeld war von einer momentanen eigenthümlichcn Augcnschwäche befallen, so daß er in höchst beachtenswcrther Weise weder in der Gemara noch in der Mechilta die den Zweck der Einsetzung dieser Institution bekundenden Worte in dieser Urkunde zu sehen vermochte. Aber als ob der Irrungen noch nicht genug, fügt sich zu den bereits dargethanen eine fernere. Herr D1-. Ehrenfeld vergaß nicht allein, sich die Bedeutung der Begriffe Andacht und Erbauung zu vergegenwärtigen, er übersah nicht nur das au der Quelle genau angegebene bewegende Motiv für die Einführung der Thoravorlesnng, sondern er machte sich auch nicht einmal klar, was denn der Zweck des ״Thoralerncus" sei, und schreibt leichten Herzens: ״vom Thora-Lernen wird doch aber Niemand behaupten, daß eS vorgeschrieben sei, d. h. zum Zwecke habe, Andacht x\ n b Erba u ung zu bewirkcr:", und dabei hat er die gesetzlichen Bestimmungen.für das Thoralcrncn vor sich und führt aus, wie ״die Vor- ברבח beim Morgengebet zum täglichen לימור התורה" genau dieselbe sei, wie ״die einleitende ברכה beim Thoraaufruf". Wenn Herr Di׳. Ehrenseld doch nur einen Augenblick nach-