Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 48 (26.11.1885)
- Article
- Die wirkliche Sendung Moses
- Date
- 1885-11-26
- Page
- 757 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2933101-2933148-2963446--20417-2963510- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
757 sei, daß ein Schiller — so etwas gedacht haben könne! Wir wollen ihm selbst das Wort ertheilen: ״A!S ein unreines und gemeines Gefäß, worin aber etwas sehr Kostbares ansbewahrt worden, müssen wir sie (d. i. die jüdische Nation) schätzen; wir müssen in ihr den Kanal verehren, den, so unrein er auch war, die Vorsicht erwählte, uns das edelste aller Güter, die Wahrheit, zuzusühren; den sie aber auch zerbrach, sobald er geleistet hatte, was er sollte." Wie gesagt, man muß nach Fassung ringen, wenn man diesen an Widersprächen und Ungerechtigkeit überreichen Satz gelesen. Welch, ein jäher, unvermittelter Sprung von der pietätvollen Hervorhebung der universalhistorischcn Wichtigkeit des hebräischen Volkes zu dem ״unreinen", gemeinen Gefäß und Kanal! Wir erfahren nur so viel, daß das Gefäß in höchstem Grade unrein und gemein gewesen, ohne jedoch auch nur die leiseste Andeutung darüber zu erhalten, was denn eigentlich diese Unreinheit und Gemeinheit historisch verbürge. Es wird davon wie von einer ausgemachten Sache gesprochen, aber in Betreff einer Motivirung bleibt uns kein anderer Weg, als das Vorhandensein einer delphischen Offenbarung anzunehmen. Der Jude muß unrein und gemein gewesen sein, gerade so wie er zu gewissen Zeiten verbrannt werden mußte. Warum?-Das werden wir erfahren, wenn die Tobten auserstanden sein werden. (Fortsetzung folgt.) a A« da iafceiMiet Gmriiidc 1795-1812. (Fortsetzung.) Wir waren sofort einverstanden und Unterzeichneten die Artikel. Bei ihnen jedoch gab cs heftige Debatten, die so weit gingen, daß sie in ihrer Versammlung den Dr. De Lemon aus dem Fenster werfen wollten. Erft am 14. Juni, Abends zehn Uhr, wurden die Artikel von ihnen unterzeichnet. Am folgenden Morgen wurde eine Staffelte mit der Antwort nach dem Haag gesandt, ihr folgten beide Kommissionen. Die Opposanten sandten ihrer Kommission den Leman Haas nach, damit er sich ihnen anschließe und Alles aufzeichne, was behandelt werden würde. Er wurde jedoch nicht zugelassen. Donnerstag, 21. Juni, empfingen unsere Parnassim die Vergleichsvorschläge der Opposanten. Freitag, 22. Juni, hat die sogenannte neue Gemeinde ihre Synagoge cingcweiht in einem Haufe aus der Heerengracht, das sie für zwei Jahre gemiethet. haben. In diesem Hause befindet sich ihre Synagoge, das rituelle Bad, ihr BerathnngSzimmer, sowie die Wohnung ihres ObcrrabbinerS. Sie hatte die Regiernng ersucht, die Wache patrouillkren und die Synagoge von einer Kompagnie Miliz absperren zu lassen, ihr Gesuch wurde jedoch abgeschlagen; sie erhielten nur einige GenchtSdicner. Es lief Alles ruhig ab, was man nicht erwartet hatte, weil Viele aus dem geringen Stand sehr gegen die Mitglieder der Neuen Gemeinde erbittert sind. An demselben Freitag Abend ließen Parnassim in unseren. Synagogen abkündigen, daß Die, welche sich Depntirte der Neuen Gemeinde nennen, sich der Üebertretuug der Präliminarartikel schuldig gemacht hätten, da einer dieser Artikel bestimme, daß sie die Einweihung ihrer Synagoge verschieben würden, was sie nun nicht gethan haben. Parnassim wären daher vollständig in ihrem Rechte, die Namen der Ausgeschiedenen wieder im ״Käsig" aufhängen zu lassen; sie würden es jedoch nicht thun, vielmehr ihre Zeit, wie solche mit der Kommission der Provisorischen Regiernng im Haag festgesetzt, abwarten. Am 7. Juli wurde den Parnassim und ihrer Kommission auS dem Haag berichtet, daß die Entscheidung der Provisorischen Negierung in der bekannten Angelegenheit zu Gunsten unserer Gemeinde erfolgt sei. DaS Gesuch der Dcputirten der Neuen Gemeinde ist an das Jnstizkomitce zurückgesandt worden. Am 13. Juli ist der offizielle Bericht der Provisorischen Regierung im Haag empfangen worden; sofort traten die gegenwärtigen mit den früheren Parnassim zu einer Sitzung zusammen. Es wurde über alles Vorgefallene Bericht erstattet und beschlossen, die Namen der Opposanten wieder auf einer Liste im .,Käfig" aufzuhängcn und am folgenden Sabbath Ln der Synagoge abkündigen zu lassen, daß Parnassim darin beharren, die Gemeindeverordnungen zu handhaben. Am l. August (9. Ab) fanden wieder Wahlversammlungcn statt, um Wähler zur Wahl von neuen Abgeordneten für die Konvention zu wählen. ES mußten hierbei viele unserer Glaubensgenossen erscheinen. Der Parnaß-Präsident בעבדי״ הלפון und der Parnaß דוד לוי mit vielen Anderen konnten erst nach zehn Uhr in die Synagoge kommen. In anderen Abthcilungen wurde erst Nachmittags gewählt, so daß erst um sieben Uhr mit Minchah begonnen wurde. Am 26. August kam Nachricht aus dem Haag, daß Hartog Bromet Abgeordneter bei der Konvention für Amsterdam geworden sei. Es herrschte darüber viel Freude unter den Mitgliedern der Neuen Gemeinde mb bei denen, die ihr im Stillen zugethan sind. Am darauf folgenden Sonntag hat Bromet Ln ihrer Synagoge mit einer paffenden holländischen Anspräche Abschied genommen und ist den folgenden Tag abgereist. — Am 29. desselben Monats wurde aus