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Jeschurun · 1885-11-19 · Heft 47 (19.11.1885) · p. 746

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 47 (19.11.1885)
Article
Gesang Mosis und der Israeliten an den Wassern
Date
1885-11-19
Page
746 (sequence 2)
Language
German
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746 Und nicht mehr bang Ist uns im Drang, Nun ist Dein Volk errettet. Du führst unS mit allmächt'ger Hand Aus Druck und Sturmeszeiten, Um uns zu jenem heil'gen Land In Milde hinzuleiten, Zu jenem Ort, Den Du, o Hort, Zum Sitz Dir willst bereiten. Weit hören es die Völker all', Weit dringt davon die Kunde. Und Alles fürchtet seinen Fall In schreckensvoller Stunde, Und Alles glaubt Sich schon beraubt, Sich schon im Abgrundsschlunde. Es bebet des CdomiS Herz. Die Fürsten MoabS zagen, Entsetzen hat mit jähem Schmerz PeleschethS Volk geschlagen. Nach Kanaan Ist Todeswahn Und Angst schon hingetragen. Ob Deines Armes ׳Wunderkraft In seinem Machtentfalten, Sind sie von Furcht und Schreck errafft: Sie könnten sich nicht halten; Drnm starrt ihr Sinn Zu Stein dahin, Schau'n sie Dein mächtig Walten. Du führst Dein Volk dem Sitze zu, Den Du Dir, Herr, ersehen. Bringst es zum Frieden hin, zur Nutz', Gewalt'ger in den Höhen. Und Dir geweiht In Heiligkeit Wird's ewig dort bestehen. Ja. Du wirst Deiner heil'gen Schaar Mit ew'ger Nutze lohnen, Und mächtig wird sie immerdar In Glück und Segen wohnen, Du, hehr an Pracht, In ew'ger Macht In unsrer Mitte thronen. Posen. Leo Hirschfeld. Wer die DWn MkMr!׳§s!ök!ien m Rußland giebt Herr Di׳. C. L. Beck in der ״Wiener Allgemeinen Zeitung" eine imcrcffante Skizze, welcher wir das Folgende entnehmen. Dieselbeu verdanken ihre Entstehung der eigensten Initiative der jüdischen Bevölkerung, welche zu Zeiten Alexander I. mit Begeisterung den Gedanken pflegte, sich dem von dem Judenthum so hoch geschätzten Ackerbau zu widmen, während sie bis dahin in Rußland sich ausschließlich auf Handwerk, Industrie und Handel angewiesen sah. So entstanden in vielen der bis dahin den Juden verschlossenen Gouvernements jüdische Kolonien in Neu-Rußland, in Kiew, Volhynien, Podolien, in Polen, in Weiß- und Kleinrußland, in Kaukasien und TranS-Kaukasien. Es macht einen merkwürdigen Eindruck, schreibt Herr D1\ Beck, wenn man unter dm jüdischen Dorf- und Koionienamen im Gouvernement Cherson die Namen Sede-Menucha, Feld der Ruhe, des Glücks, der Seligkeit, oder Nahar tow, guter Fluß, oder gar Kraelewka findet, der Welt audeutend. daß die Juden hier bei schwerer Arbeit ihr Lebensideal gefunden. Ein rastlos gehetztes Wild, hatten sie jubelnd das heißersehnte Asyl begrüßt, das sich ihnen hier erschloß, und dankbar den Dörfern, welche unter ihrer Hand erstanden und ihnen ein gesichertes Heim verhießen, Namen gegeben, welche den Empfindungen entsprachen, die sie beseelten. Im Jahre )858 betrug die Zahl der Juden, die sich in Polen mit Ackerbau beschäftigten, 23 391. Im neurussischen Gebiete (Cherson, Jekaterinoslaw u. s. w.) gab es im Jahre 1859 35 jüdische Ackerbau-Kolonien mit dem großen jüdischen Bevölkerungs-Kontingente von 26 396 Personen. In dem Gouvernement Kiew, Volhynien, Podolien existirteu im Jahre 1879 im Ganzen 56 Ackerbau-Kolonien, die von 20 665 Juden bearbeitet wurden. In Weißrußland und Kleinrußland befanden sich ebenfalls ganze Ansiedlungen im Betriebe von Juden. Hierzu treten noch die jüdischen Landwirthe in Kaukasien und Transkaukasien. Man wird nicht zu hoch greifen, wenn man die gesammte jüdische landwirthschasllläre Bevölkerung in Rußland und Polen auf zirka 100000 veranschlagt. Die Sonne des Glücks hat den jüdischen Kolonien nicht lange 'gclächelt, trübe Schicksale brachen über sie herein, und fast ist es zu bewundern, Laß die Juden nicht sämmtlich dem Ackerbau wieder den Rücken kehrten. Es giebt in den Bezirken Cherson und Elisabethgrad im Ganzen 27 jüdische Kolonien, und zwar: Groß- und Klein-Nahartow, Groß- und Klein.Romanowka, Dobraya, Definya, Neu-Pultawka, Lwowa,

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