Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1885)
- Article
- Gesang Mosis und der Israeliten an den Wassern
- Date
- 1885-11-19
- Page
- 745 (sequence 1)
- Language
- German
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M47. 745 Jeschnr«« Gesang Uosss imd der Israeliten an den Wassern. Darnieder liegt des Königs Heer, Vom Meere rings verschlungen. Gebrochen ist Aegyptens Wehr, Die kühn hinausgedrungen, Als wunderbar Die heil'ge Schaar Der Knechtschaft ward entrungen. Und aus des Volkes Mitte laut In siegesfroher Stunde, Daß nun der Freiheit Morgen graut, Ertönt's von Mund zu Munde, Und Siegessang Und Hymnenklang Erschallt in weiter Runde. Und lauter wird der Jubelschall, Und wälzt sich weit und weiter. Und Alles jauchzt zum jähen Fall Der Pharaonenstreiter, Er selbst stimmt an, Der Gottesmann, Des Volkes hoher Leiter: Dir sei des Sanges Preis gebracht, Herr auf dem Wolkcnthrone, Des Feindes stolze Reitersmacht, Der trotz'ge Pharaone, Sie toben aus Im Wellengraus, In wilder Meereszone. Du bist mir Hülfe, Wehr in Noth, Du bist's, der Schutz mir bietet, Wenn außcnhcr Gefahr mir droht, Wie sehr der Feind auch wüthet Bist Du mein Sieg, Mein Schwert im Krieg, Bist Du's, der mich behütet. Dir stimme ich mein Saitenspiel, Mein Lied soll Dich erheben, Du lenkst das blut'ge Kampfgewühl, Den Sieg kannst Du nur geben, Nur Du bist Held Im Schlachtenfeld, Machst Alles wanken, beben. Sie stürzen hin in's wilde Meer, Aegyptens Heldensproffen, Des Reiters auserlesen Heer . Sammt seinen KriegeSrossen, ES sinkt hinab In's Wellengrab, Von Grausen rings umschlosien. Gott! Deiner Rechten Allgewalt, Sie schasset mächtig droben. Der Stärkste findet keinen Halt, Wenn sie sich ihm erhoben, DeS Feindes Kraft Dahin sie rafft, Wie furchtbar auch sein Toben. Und Deiner Hoheit hehre Pracht In ihren Himmelshöhen, Sie schmettert nieder Aller Macht, Die ihr cntgcgenstehen; Wie SturmcShauch Treibt Spreu, so auch Treibt sie Dein Zorneswehen. Du hemmst der Wogen wilden Lauf, Du machst empor sie schwellen, Es wälzet Fluth auf Fluth sich auf, Es thürmen sich die Wellen, DeS Meeres Herz Strebt himmelwärts, Fluth steigt zu Maucrwällen. Nach stürmt des Feindes Frcvlerbrut, Verderben uns zu bringen, Und seines Rasens gier'ge Wuth, Schon will sie uns verschlingen, Und wahnbethört Zückt er sein Schwert, Will's gegen uns schon schwingen. Da hauchet ihn Dein Odem an, Gleich des Orkanes Brausen, Hin stürzen Roß und ReiterSmann In wilder Wellen Sausen, Wie Blei, so schwer, Stürzt hin das Heer, Nun ruht'S im MecrcSgrausen. . O, wessen Macht kommt Deiner nah? Wer kann, o Herr, Dir gleichen? Wer steht, wie Du, verherrlicht da?: Wer muß vor Dir nicht weichen? Ist's Deine׳ Kraft Nicht, die da schafft Erhabne Wunderzeichen? Du streckst die Rechte, und schon ruht Der Feind, in's Meer gebettet, Er liegt in wildbewegter Flnth, An Mecresschaum gekettet.