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Jeschurun · 1885-11-12 · Heft 46 (12.11.1885) · p. 721

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 46 (12.11.1885)
Article
Henne am Rhyn über den Antisemitismus
Date
1885-11-12
Page
721 (sequence 1)
Language
German
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XVIII. Jahrgang. Hannover, den 1ä'9fo!;?w&f*1885. M 46. •gs m -- ־ rf־• y! i ti 1 '־ y y<V 4׳w m ulj ml Vjm |! s i *■׳ I M l I f; 1 IJ A y A >ן y Am/ ‘1 d znr Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. Ml Samson Mphacl Hirsch, ßn&f'incr 11. Ixmemückk» /lffigi011Kg?fd!fnmfi z!! Fwlilisuu a. IS. Ileuc Folge. Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac Kirsch, Diese Wocheirschrifl erschein! jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemcntspreiS bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2J6. 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Hclwing'sche Berlagsbuchhandluug zu Hannover. — Die (Spedition versendet auch dircet und franko nrncr Streifband den Jahrgang für l2-.IL oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreichfür 14 J<x oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 J, f. d. :!gespaltene Petitzeile oder deren Nauru berechnet. — Expedition: Hannover, Ärtilleriestr. 29 Inhalts-Verzeichrrist von Nr. 46. Henne am Rhy» über den Antisemitisrnus. — Der Vatikan und die Ausweisungen. — Ans der Amsterdamer Gemcinde 1795—1812 (Fortsetzung!. — Johann Zeslowitz (,Fortsetznng). — Bücherschau. — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover (2), Berlin (2), Aus Thüringen, Würzburg, Bielefeld, Wasscrtrüdingcn, Königsberg, Siegen, Frankfurt a. M. (2). Wien (3), Brunn (2), Krakau, Lemberg, Amsterdam, Rotterdam, Paris, London, Aus Sndrnßland, Von der rumänischen Grenze. — Inserate. Henne am |ljp Rer den Antisemitisnius. ״Wir müßten Feiglinge sein, wenn wir den schädlichen jüdischen Geist nicht bekämpfen, sticht nur erlaubt ist dieser Kampf, sondern die heiligste Pflicht der Berliner Bürger." Also sprach am 4. November d. I. der Hofprediger Herr Stöcker in der Versarnmlung der konservativen Wahlmänncr des ersten Landtags-Wahlkreiscs der deutschen Hauptstadt. Er sprach dieses nicht vor dem gewöhnlichen Publikum, welches sich sonst um ihn in von der ׳ christlich-sozialen Partei veranstalteten Volksversammlungen zu sch2aren pflegt, sondern vor einem Theile dcrGlne der hauptstädtischen Bevölkerung, den mit den höchsten Vertrauen derselben befleibeten Männer. Und es war Herr -Hosprediger Stöcker, der also sprach, der von seinem Freunde und Nechtsbeiftande, dem Rechtsanwalt Di׳. Wolfs, in öffentlicher Gerichtsverhandlnng als ,,das Haupt, der Gründer, Leiter und geistige Vater der christlich-sozialen Partei" bezeichnet wurde, derjenigen Partei, welche sich in der Uebnng jener ״heiligsten Pflicht", die genrcinig-!ich unter dem Namen ,,Antisemitismus" begriffen wird, in eminenter Weise hervorthnt. Der Kamps gegen Juden und Judculhnm soll also nach der feierlichen Erklärnng dieses Hauptes der christlich-sozialen Partei nicht nur kein Unrecht, sondern eine Pflicht, und zwar keine gewöhnliche Pflicht in profanen Angelegenheiten, sondern eine heilige sein. Nun, es giebt eben verschiedene?ln׳ sichten unter den Menschen über dasjenige, was Pflicht und was heilig ist, je nachdem die Menschen eine höhere oder niedere Stufe der geistigen und sittlichen Ent- Wickelung eiuuehmen. Wir müsst!! üiiumwunden bekennen, daß wir, die wir es als Pflicht, und zwar heilige Pflicht, nicht nur der Berliner, sondern aller Bürger, betrachten, gegen diese Bekämpfung der Juden und des Iudenthums cinznstehcn, demgemäß ein anderes geistiges und sittliches Ideal uns r-orgcsttzt haben. UnS will es nicht in den Sinn, daß die Aeußerrrng von Mißtrauen und Widerwillen gegen seinen Robenmenschcn eine heilige Pflicht sein soll. Wir müssen uns bescheiden, die besonderen hohen geistigen und litt-

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