Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1885)
- Article
- Bemerkungen zu den Verhandlungen und Beschlüssen der Rabbinerversammlung zu Berlin
- Date
- 1885-10-29
- Page
- 692 (sequence 3)
- Language
- German
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692 Beschluß, keine Debatte, um des Himmels Willen keine! Debatte, ihr Herren! .! Diese kleine Rede des Herrn Dr. IM ist eine l wahre Perle rhetorischer Kunst, diplomatifcher Finesse,! und sei allen Bctheiligten und Jüngern als Kabinrts- stück bestens empfohlen. Das muß aber rühmend anerkannt werden: die versammelten Herren waren eines solchen Mentors durchaus würdige Zöglinge. Aller Streit und Hader war wie mit einem Zauberjchlage gebannt. Man verstand und begriff allseitig die WciSheitslehren des Meisters und Führers. Was nun folgte, war nur das AuStönen der Saite, welche der Präsident augeschlagen. (Fortsetzung folgt.) a Ans der Amsterdamer Gmemde 1795-1812. (Fortsetzung.) Am 6. Oktober ließen sich vier Gemeindemitglieder: Abraham Lcvi Holländer, Isaak de Jong Mcyerß, Lcvi Godsried und Moses Alexander in der Parnassim- Versammlung anmelden, daß sie Etwas vorzutragen hätten. Was dort vorsiel, von Anfang bis zu Ende, mit der Antwort des Parnaß-Präsidenten, sei in Folgcndcm mitgethcilt, Alles buchstäblich nach dem Protokoll: Am Abend des 6. Oktober kam Jemand, Namens Valetyn, zu ל פשה שמש und ersuchte ihn, Parnassim zu fragen, ob es ihnen recht sei, wenn vier Gemeinde- Mitglieder, die Etwas vorzutragen hätten, in ihrer Versammlung erschienen. Der Parnaß-Präsident ließ sagen, daß sie sie mit Vergnügen empfangen würden. Um halb acht erschienen sie auch. Einer von ihnen, Isaak de Jong Mcyerß, hatte ein Papier in der Hand, woraus er vorzulesen begann: An die Herren Parnassim sind wir in! Aufträge des Klubs Felix libertate und anderer Gemeindemitglieder gesandt...." Hier siel ihm der Parnaß-Präsident in die Rede und ersuchte ihn, die weitere Vorlesung einzustellen, tiibcni er sagte: ״Den Klub Felix libertate kennen wir nicht. Wenn Ihr, wie Ihr gesagt habt, im Namen von Privat- Personen kommt, wollen wir Euch gern auhvren, doch Felix libertate. kennen wir nicht und wollen nichts von ihm wissen.׳' Hierauf erwiderte der Wortführer: ״Aber was habt Ihr denn au den Privatpersonen, in deren Namen wir kommen, auszufetzen?" Der Vorsitzende antwortete: ״Was Privatpersonen vorzubringen haben, wollen wir an hören, scdoch nichts von dem Klub Felix libertate und von Personen, die sich ihm anschließen, oder in seinem Nan;en kommen." Da sprach Levi Godsried: ״Wir kommen nlcht mit Streit, oder um einen Riß in die Gemeinde zu bringen, wir kontmcn nur לשם שפ'פ hierher, um Frieden mit den Parnassin! zu machen." Die Parnassim erwiderten: ״Das!;t unnothig, da wir nie mit Jeu!and in unserer Gemeinde Streit gehabt, auch nie Jemand verstoßen haben." Isaak de Jong sagte hierauf: ״Wir haben unseren Auftrag vollbracht!" und sie gingen fort. Eine halbe Stunde später ließ Moses Asser um Audienz bei Parnassim ansuchen, es wurde ihn! aber abgeschlagen, weil einige Parnassin! inzwischen nach Hause gegangen waren. Atu folgenden Tage, Freitag 'ה' השה׳, verbreitete sich das Gerücht, daß Herr Broinet, welcher auf Rosch Haschen oh seine Abgaben nicht bezahlt hatte und welchem deshalb der Besuch der Synagoge untersagt war, sich den Zugang mir Gewalt erzwingen werde. Auch ein Jüngling, Namens Michael Elcasar Jacobs, würde mit ihm zu gleicher Zeit in derselben Weise in die Synagoge kommen. Letzterer hatte nämlich selbst eingestanden, daß er am Schabboß außerhalb des ThoreS in einem Wirthshause gewesen sei, dort eine Pfeife Taback geraucht und Karten gespielt habe, so daß Parnassim in der Synagoge hatten auörufeu lassen, daß er nicht früher in die Synagoge kommen dürfe, bis er sich unterworfen habe, was er aber nicht gethan hatte. Ans der Brücke vor der Amstclstraat hatte sich eine Menge Neugieriger eingefunden, weil die Klubisteu von Felix libertate auSgcsprcngt hatten, daß genannte Personen von den! Maire und Generalprokurator Erlaubnis hätten, frei in die Synagoge zn gehen und wer sie molcstire, der Justiz verfallen würde. Sie kamen jedoch nicht, was ein großes Glück war, da das הפרן עם sich vorgenommen hatte, sie mit Gewalt zurückzuhalten. Am Schabboßmorgen kam der genannte Jüngling mit seinem Bruder Rüben, und sie wollten in die Synagoge hinein, aber der Aufpasser Bendit Platziger trat ihnen in den Weg und sagte: ״Rüben, Du darfst hinein. Dein Bruder aber nicht!" Inzwischen hatten die Parnassim Licpmann Rintel und Joseph Prinß sich zum Maire und Generalvroknrator verfügt, hatten ihnen das Vor gefallene erzählt und gefragt, ob sic in dieser Sache irgend Etwas angeordnct hätten. Beide wußten jedoch von nichts, es war Niemand bei ihnen gewesen, um mit ihnen darüber zu sprechen; es ginge sie auch jetzt überhaupt nichts mehr an, da Kirche und Staat geschieden seien. Am ll. Oktober des Morgens wurde in der Synagoge bekannt gemacht: Nachdem Parnassim in Erfahrung gebracht, daß das Gerücht ausgesprengt ist, daß einige Personen, welche nicht in die Synagoge kommen dürft!!, - cs trotzdem!ult Gewalt und Beihülft Anderer thun I wollten, welches Gerücht jüngsten Freitag Anleitung f zu vielem Gespräch unter den Gemeindemitgliederu ge-