Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1885)
- Article
- Für die Ausgewiesenen
- Date
- 1885-10-29
- Page
- 689 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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in Haus, Gemeinde und Schule. begründet von ©fUltfoii Nllphttek Hüfch, iln&Piiifr 11. Isrnefitifificn JMipnsgefelFftfmft zn iFmnlfuct a.Ä. Neue Folge. - Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Ascmc KirsH. Diese Wochenschrift erschein! jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche VerlagSbuchhandlung Zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für \%J& oder 7 Gulden öfterr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für 14 J6 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 J! s. d. ^gespaltene Petitzeile oder deren Nauru berechnet. — Expediti on: Hannover, Artilleriestr. 20. Inhalts-Vcrzeichttiß von 4L. Für die Ausgewiesenen. — Bemerkungen zu den Ver- Handlungen und Beschlüssen-der Nabbinerversammlung in Berlin (Fortsetzung). — AnS der Amsterdamer Gemeinde 1795—1812 (Fortsetzung). — Das Organ der Breslauer Schule. — Simon May contra Professor Hermann Strack. — Johann Zestowitz (Fortsetzung). — Das tote Meer. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, München (2),Würzburg (2). Liegnitz,Schweiz, Wien (3), Krakau, Lemberg, Kolomea, Antwerpen, Amsterdam, Rumänien, Jassy. - Bücherschau. — Inserate. Sr die Ansgeiliiesenen. Was wird das Schicksal der Unglücklichen, welche von der Stätte hinwcggewiesen werben, die ihnen eine Zeitlang als Heimath galt? Sie irren auf der weiten Erde umher und suchen das Eiland, welches sich ihnen nicht erschließt, weil sie nur das allgemeine Bürgerrecht besitzen, das Gott ihnen bei ihrem Eintritt in seine Menschenwelt ertheilt hat. aber des besonderen entbehren, welches durch Brief und Siegel nachgcwiesen werden muß. Sie verlangen nichts Anderes, als einen Antheil an Luft und Licht und Gestattung der Arbeit. Sie wollen nur leben, nur arbeiten dürfen für die Bedingungen ihres und der Ihrigen Daseins — und sie betteln bei ihren Menschenbrüdern vergebens um die Duldung ihrer Gegenwart. Fort, ihr gehört nicht hierher, ihr seid fremd! so schallt eS ihnen entgegen, und man schlägt vor ihnen die Thür zu und jagt sie weiter. Ach, wie arm sind die Menschen! Sie geizen mit dem Sonnenstrahl, der gerade ihr Stückchen Erde bescheint, sie fürchten zu kurz zu kommen, wenn der arme schwache Menschenbruder neben ihnen um die Brodkrnmen ringt zur Stillung seines Hungers. Einem großen Theil unserer unglücklichen Glaubensgenossen, von dem Schicksal der Ausweisung betroffen, verschließt sich die Pforte der alten Heimath, aus welcher Elend, Verfolgung oder Noch sie getrieben. Theils sind ״ihre Papiere" nicht in Ordnung, so daß sie nicht als dort zuständig anerkannt werden, theils machen widrige Verhältnisse eS zur Unmöglichkeit, sich dort wiederum niederzulassen. Sie sind gezwungen, mit Weib und Kind zu wandern, bis sie ein Plätzchen finden, wo sich ihnen Aussicht auf Erwerb bietet und man sie duldet, oder bis ihre Kräfte versagen und sie in die ewige Heimath zurnckkchrcn. Me Vieler unter ihnen mag das schreckliche LooS harren, elend auf dem Wege zu verkommen! Und die Kinder? Was wird ans ihnen auf dieser Wanderschaft, auf dieser den Eltern ausgezwung-rnen Vagabondage? Was würde auS unseren Kindern werden, wenn wir mit ihnen