Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1885)
- Article
- Ausharren und Vertrauen
- Date
- 1885-10-22
- Page
- 673 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Gemeinde begründet 0011 GrtlltfüU 9?(lßlj(1cl Hü'fch, Änfifnnrr 11. IsraefitifJicn dScfigionsgefelFfiftnfl: 511 iFranlfiirt a. Nene Folge. - Dritter Jahrgang. Hcrausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanst alten nnd Buchhandlungen 2J6. 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhandlnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12*4 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für U c6/׳ oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25s. d. ^gespaltene Petitzeile oder deren Naum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 29. Inhalts-Verzeichnis von Nr. 43. AuSharren und Vertrauen. — Das neue Nom und das Juden.Ghetto. — Aus der Amsterdamer Gemeinde 1795—1812 (Fortsetzung). — Aus Surinams Vergangenheit — Johann Zestowitz (Fortsetzung). — Amerikanische Skizzen (III). — Sacher-Masoch über Moses Montesiore. — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin, Siegen, Gera, Wien (2), Krakau, Lemberg, Amsterdam (2), Petersburg (2), Warschau, Von der Weichsel, Nowno, Bulgarien, Bukarest, Von der rumänischen Grenze, Cincinnati. — Inserate. Ailshamn Md Jerkmuen. Abraham war hundert Jahre alt geworden, bevor ihm sein Sohn Isaak geboren. Fünfundzwanzig Jahre waren verflossen, seitdem Gott zu ihm gesprochen: ״Gehe für dich allein von deinem Lande, deinem GeburtSorte und dem Hause deines Vaters, zu dem Lande hin, das Ich dir zeigen werde; — Ich werde dich zu einem großen Volke machen, Ich werde dich segnen und Ich möchte deinen Namen groß werden lassen, — werde du ein Segen!" Er hatte alle Beziehungen seines vorausgegangeneu fünfnndsiebzigjährigen Lebens lösen müssen, hatte sich trennen müssen von Vaterland, Heimath und Familie, weil Vaterland, Heimath nnd Familie!eine Stätte waren für die Erkenntnis Gottes, weil Vaterland, Heimath und Familie dem Jrrwahnc verfallen waren, des Lebens höchste Aufgabe gipfele in der Verherrlichung der Menschengröße, in der Befestigung der Menschenmacht, in dem Aufbau himmelragcnder, himmelstürmender, unüberwindlicher, ewig dauernder Menschenglorie. Abraham hatte die Idole des Vaterhauses zertrümmert und inmitten gottenlfrcmdetcn Umgebung Gott wieder gefunden. Mit ihm sollte der Grundstein zu einem Volke gelegt werden, das der übrigen Menschheit voranwandelnd in der Erkenntniß Gottes Protest einlegt gegen die Vergötterung hinfälliger irdischer Potenzen. und sie zurückführt zu den Füßen des einzigen Weltenkönigs, in die Arme des einzigeinigen Vaters. Ein volles Viertcljahrhundert währte aber noch die Erziehung Abrahams in seiner Jsolirung. Der Mann, welcher überall, wo er sein Zelt aufschlug, Gott den Altar errichtete und Seinen heiligen Namen verkündete, hatte erst noch eine fünfundzwanzigjährige prüsungSvolle Schule durchzumachen, bevor ihm der Sohn geboren werden konnte, welcher achter Erbe seines Geistes, würdig und befähigt werden sollte, das Werk sortzusetzen, welches Abraham begönnen, Träger der hohen dem Vater ertheilten Mission, Verkünder des GotlesreichS auf Erden, leuchtendes Vorbild des wahrhaftigen Gottesdienstes zu werden. Diese Thatsache enthält die bedeutungsvolle trost-