Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 40-41 (8.10.1885)
- Article
- Noa und die Einflüsse seiner Zeit
- Date
- 1885-10-08
- Page
- 633 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Hannover, den ®8־cttlb«?881־ M 40 ». 41. rmig jüdischen Geistes Md jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. von Samson Naphacl Hirsch, ünßfiincr il. 3stacfitif(&e11 Aesigio8״PskMl1st 311 JVmitfnrt ll.Ä Neue Folge. Dritter Jahrgang. Hcrausgegeben unter Mitwirkung des Begründers nnd bewährter Genossen von AscUkc KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2-//L 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhandlnug;u Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für V2J& oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für 14 oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 f. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Naum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 29 Frchakts-Verzeichnisvon Nr. 4® 11. 41. Noa und die Einflüsie seiner Zeit. — Ueber die Noth׳ Wendigkeit und die Zweckmäßigkeit jüdischer Gymnasien. — Aus der Amsterdamer Gemeinde 1795—1812. — Johann Zestowitz (-Fortsetzung). — Jüdische Lieder (Zuversicht). — Der Prozeß Ritter vor dem Schwurgerichte zu Krakau. — AuS dem ״Treiben der Mission". — Korrespondenzen nnd Nachrichten: Hannover, Berlin (5), Breslau (2), Neuß,- Witten, Aurich, Straßburg, Wien (8), Kierling, Teplitz (2), Karlsbad, Preßbürg, Pest (3), Bern, Warschau, Bukarest, Damaskus. — Inserate. Dg md die WWe seiner Zeit. Betrachtung von Ludwig A. N o s e n t h a l, Rabbiner zu Köthen. ־ Auf finsterem Hintergründe der grauesten Vorzeit erscheint die Gestalt Noa'S freundlich unfern Augen, ein Wahrzeichen bcr Gottestrene, noch ehe das Indenthnm mit seiner Lehre hcrvorlritt. N. Inda spricht in :ב״ר פרשה כ״ו ״ אשרי האיש אשר לא הלך בעצת רשעים ■Glücklich der Mann, der nicht wandelte im Nath'e der Frevler," ״ זה דור אנשindem er dLM Einflüsse der Enosch-Zeit sich entzog,״ ובדרך חטאים לא עשר ״der auf dem Wege der Sünder nicht stehen blieb," זה דור המבול ״da er sich unabhängig erhielt unter dem Geschlechte der Sündfluth," ״ ובמושב לצים לא ישבder nicht saß, wo die Spötter weilten," ״ זה דור הבליהindem' er nicht theilnahm an dem Thurmbau, welcher die Zerstreuung zur Folge hatte.כי אם בתורת ה׳ הפצו ״ ״sondern dessen Wohlgefallen sich auf die Gotteslehre bezog,״ אלו שבע מצות שגצטוה ״indem er die sieben menschheitlichcn Pflichten eifrig erfüllte." Dieses Wort führt uns in die inneren Kämpfe ein, welche einem Noa so wenig erspart geblieben sind, wie einem der Sterblichen überhaupt. Wir werden aus diesem Ausspruche die Gefahren erkennen, die den Gesinnungen des Gerechten drohen, wir werden den Ticsblick des Weisen bewundern, der in seiner Kenntniß der Menschenseele unö die Möglichkeit zeigt, uns während des ganzen Lebens über niederziehende Einflüsse zu erheben. I. Wohl wird eS uns begreiflich scheinen, daß Noa sich der Theilnahme an jener schlimmen Zeitströmung enthalten mußte, welcher durch die Fluth ein Ende gemacht wurde, daß er mit jenen Verbrechern in keinen Zusammenhang treten durfte, wollte er mit Recht den Namen eines Gottesdieners davontragen. Mit Crstaunen aber werden wir aus den Worten R. Jehuda'S ersehen, daß schon zur Zeit des Enosch eine Scheidewand bestand zwischen Noa und seinen Mitmenschen,