Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 37 (9.9.1885)
- Article
- Am Gedächtnistage der Schöpfung
- Date
- 1885-09-09
- Page
- 577 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 37. j 1 n Zur görknuig jüdischeu Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. Mgrü»>!d von SümsüN dtt'iphüc! Hüsch, iJnßfuiicr 11. Isrncfiiifffwn licfigionsBcffffftfmft zn frnnlfnrt a.lü Neue Folge. Dritter Jahrgang. Hcrausgcgcben unter Mitwirkung des Begründers »nd bewährter Genossen von Afaac AirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Posianstalten und Buchhandlungen 250 6/״ für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helrving'sche VerlagSbuchhandlung zn Hannover. — Die Exvediriou versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für H J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25,^ f. d. :^gespaltene Petitzcile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Ärtillcricstr. 20 InhaltsVerzeichnis von Nr. S7. Am Gcdächtnißtage der Schöpfung. — Bemerkungen zu den Verhandlungen und Beschlüssen der Nabbiuervcrsammlung zu Berlin;Forlseynng). — Erinnerungen aus Sir Moses Monttsiorc's Leben. — Erklärung. — Zur Gucsener Angelegenheit. — Ter Tcrnpclpredigrr vor der Edenpforte. — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin!2 . Dresden, Wiesbaden, Pest (4), Czernowitz, Schweiz, Paris, Petersburg (Z), Warschau, Nikolajcw, Bukarest (2), Persien (2-, Algier, Chicago, Brisbone. — Büchcrschan. — Ausruf. — Inserate. Al!! GedWMtüße der Schopftag. Betrachtung von Ludwig A. N osenthal, Rabbiner zn Köthen. Wir betreten heute, ohne uns den irdischen Einflüssen ent <u1־}cu zu können, das ״Haus der Versa nunlung"; aus der- Welt der Genüsse und der Freuden folgen wir den! ernsten Rufe des Richters. Ungewohnt wird der Posaunenschall an manches Ohr tönen; sind wir doch nicht beflissen gewesen, vor dem Eintritte dieses Festes uns von den ernsten Vorboten desselben mahnen zn lassen und uns aus die dem Gedächtnißtage eignende Stirnmnng vorzubereiken. Hart und unmittelbar stößt für nns die Stunde des flüchtigen Vergnügens an den Tag dcS SchopharivncS. -Wir sind gewöhnt, nur die Stunde zu erfassen und zu gcnichLN — ftivb es uns plötzlich vergönnt sein, unfern Blick ernst auf das Vergangene znrückschanen und forschend in die Zukunft schweifen zu lassen? Wer, der sonst sein Ohr vor der Stimme des Glaubens verschlossen hat, wird mit einem Male im Stande sein. Alles, was das vergangene Jahr ihm Freudiges und Herbes gebracht, auf den Ewigen zurückzusühren, in allen Ereignissen voll ernster Selbstprüfnng oder voll Dankbarkeit warnende und erhebende Winke des Ewigen zn sehen? Läßt sich das Gesetz Israels abfinden mit wenigen heiligen Tagen im Jahre, und ans ihnen sollen wir für dies ganze Jahr segcnsvolle Einflüsse davoutragen? Je weniger dies möglich ist, desto ernster wollen wir das Wort unseres Festgebetcö betrachten: ״ היום הרת עולםHeut' ist der Schöpfttttgstag der Welt,היום יעמיד במשפט כל ״ ״ יצרי עולמיםHeut' führt der Ewige alle Geschöpfe seiner Welt in'S Gericht." Uns aber möge der Liefe Gedanke aufgehen, weshalb der Gedenktag der Wettschöpsung uns ein Tag des Weltgerichts ist und als solcher empfunden werden soll. I. Der ErinncrunyStag unserer eigenen Geburt ist im Leben ein Tag der Freude für unsere Angehörigen. Da nahen liebende Eltern, um mit reichen Gaben das Fcstkmd zu erfreuen, die Verwandten bieten ihr Bestedar, und aus dem Munde der Freunde komrnen Wünsche