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Jeschurun · 1885-08-28 · Heft 35 (28.8.1885) · p. 545

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 35 (28.8.1885)
Article
Vor vier Jahrzehnten
Date
1885-08-28
Page
545 (sequence 1)
Language
German
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M 35. ן ז< 1 3-L י ] zur Förderung jüdischen Geistes imb jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. begründet voll Samson Raphael Hirsch, Aakkiiilkk ä. ^sraefitifciirn JMiyiönsgcfrlfflnft pfmiißfnrt ll.M Neue Folge. - Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten nnd Buchhandlungen 2J6. 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhandlnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 «./L oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreichfür 14 J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 f. d. :;gespaltene Pctüzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artiüeriestr. 20 Inhalts-Verzeichnis? von Nr. 33. Vor vier Jahrzehnten. — Bemerkungen zu den Lcr- Handlungen und Beschlüssen der Nabbinerversammlnng zu Berlin (Fortsetzung). — Geschichte eines AnSgcwiesenen. — Reb Mansche (Fortsetzung!. — Korrespondenzen nnd Nachrichten: Berlin (2), Danzig, Leipzig, SreSlan. Würzburg, Graz, Prag, K rakarr, Scrcih, BereSna, Budapest, London (2), Paris, Ans kibau, Rußland, Warschau (2), Odcsia, Rumänien, Bukarest (2), Marokko. — Inserate. sr vier fnljr!efmtcu. Unsere Zeit rühm! sich des Forlschrikts auf allen Gebieten des geistigen und politischen Lebens. Wir wollen uns mm keineswegs zu den beschräukten Lobrednern der Vergangenheit zählen, welche ״die gute alte Zeit" auf ftoficn der Gegenwart glorifiziren und über diese ein ungerechtes Urthcil fällen, inbem sie alles Licht dem srühern, allen Schatten aber dem jetzigen Gcschlechte zuerkennen. Vielmehr haben wir ein offcn'l-; Auge für die Vlüthen, die die Gegenwart gezeitigt ,nnd ein empfängliches Herz für das Herrliche, dessen sie sich in Wahrheit zu rühmen hat. Wir lasse!; uns auch diesen klaren Blick nicht trüben und diese warme Empfindung uns nicht verkümmern durch die vielfachen unerfreulichen Erscheinungen des Tages. Wir sind von der Ueberzcuguug inuigst durchdrungen, daß cs einen wirklich dauernden Nückschritt in der Geschichte der Menschheit nicht giebt, welche ihre Bahn durch Nacht und Trübsal zum lichten Tage und zu ewiger Wonne unablässig verfolgt. Wir wissen, daß das endliche Ziel in der Höhe vor uns liegt und inmitten des scheinbaren Tohn Wabohu verspüren wir den GottcSodem, der das Chaos scheidet und ״Es werde Licht" auch in die Mcnschenwelt ruft. Trotzdem aber lassen sich in der Geschichte Momente Nachweisen, in welchen allerdings zeitweilig und vorübergehend in einzelnen Verhältnissen eine retrograde Bewegung stattsindet, hervorgerufen von!nächtigen Potenzen, die kurzsichtig vermeinen in die Speichen des Gcschichtsrades eingreifen zu können. So wenig diese auch vermögen, dasselbe für die Dauer in eine rückführcnde Bahn zu lenken, nnd so gewiß alle derartigen Bestrebungen sich endlich als nichtig erweisen, so läßt sich deren Vorhandensein doch nicht verneinen und zwar um so weniger, als die Wirkungen dieser Anstrengungen von den Zeitgenossen oft schmerzlich empfunden werden. Vor allen Anderen leiden aber die Juden unter der augenblicklich nicht zu leugnenden rückgängigen Bewegung, welche sich als ״Antisemitismus"׳ und ״Jndenfrage" in den Vordergrund drängt. Dieselbe wird selbstverständlich von deren Leitern nicht als

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