Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1885-08-06 · Heft 32 (6.8.1885) · p. 498

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 32 (6.8.1885)
Article
Israel - Segenbringer
Date
1885-08-06
Page
498 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2932754-2933101-2933133-2961974--19373-2962017
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

498 Israel — Zegenbringer. ״ והיה ברכהWerde du ein Segen!ונכרכו בך ״ ״ כל משפחת האדמהes werden durch dich alle Familien des Erdbodens gesegnet werden;" — dieses die Aufgabe und die Bestimmung der Menschensamilie. welche von dem Semiten Abraham abstammt. und diesem Stammvatcr ward diese Aufgabe für alle seine Nachkommen ertheilt und ihm diese durch alle Zeiten reichende Berheißung für die Menschheit geoffenbart in dem Momente, als Gott ihn, den einzelnen, kinderlosen Mann erkor, um die irregegangene Menschheit aus den Pfad des Rechtes und der Liebe, in den Gottesweg, zurückzuleiten, der zum verlorenen Paradiese auf Erden die Menschen alle sicher zurückführt. So innig ist der Segen, dessen die gesammte Menschheit theilhaftig werden sollen, mit der dem abrahamitischen Stamme ertheiltcn Aufgabe verknüpft, daß Gott nur denen diesen Segen verheißen hat, welche an dem durch Israel zu vollbringenden Heilswerke fördernd Mitwirken, der Fluch aber allen Bestrebungen von Gott ausgesprochen ist, welche demselben hindernd entgegentreten: ואברכה מכריך ומקללך אאר. Die göttliche Mission Israels erschöpft sich in der Lösung der Ausgabe: zum Segen zu werden, daß durch es alle Familien der Erde gesegnet werden. Dieser Segen ist aber nichts anderes als die Förderung des Heils, welches der Vater der Menschheit allen seinen Kindern bestimmt hat, des ungetrübten seligen Friedens, welcher auf Erden in allen Verhältnissen herrschen soll und zuversichtlich herrschen wird, wenn die Menschheit in Wahrheit ־u ihrem Vatcr zurückkehrt und in ihm den einzigen Herrn anerkennt, dessen Willen in der Gestaltung. aller Verhältnisse der ausschließlich maßgebende ist und dem nur die Verehrung durch den treuesten Gehorsam gezollt werden kann. Den Keim der Vernichtung bergen alle Veranstaltungen in sich, und seien sie auch von noch so mächtigen Potenzen getragen, welche nicht diese Unterordung unter Gott in dem Geiste des von Ihm gebotenen Rechts und der von Ihm gewollten Liebe zur Grundlage haben. Wenn Israel sich auf der Höhe seiner fegenbringenden Ausgabe zu halten weiß, dann wird es zum Segen. Wenn die Nationen der Erde Israel segnen, d. h. der von ihm verkündeten Botschaft von der GotteShttldigung lauschen,' in ihm den Träger der Offenbarung des göttlichen Willens anerkennen und sich ihm brüderlich anschließen in der Verwirklichung dieses Willens ihres Herrn und Vaters, dann wird ihm Segen. Wenn aber Israel seiner Bestimmung untreu wird und nach anderen Zielen strebt, dann bringt es der Menschheit nicht Segen, dann wirkt eS zum Unheil und was es schasst,. H2t. keinen.Bestand, eS. ist. nichtig. und eS verfällt dem Untergang. Und wenn die Nationen sich Israel feindlich gegenübcrstellen und ihr Ohr verschließen der Verkündigung der von Israel bewahrten Lehre, dann ist ihr Schaffen eitel und nichtig und dem Untergange geweiht. So steht Israel in jedem Augenblicke vor der Entschließung für den Segen oder den Fluch. ראה אנכי נתן לפניכם היום כרכה קללה Jft für alle Zeiten zu allen Geschlechtern gesprochen. ״Siehe, so gebe ich heute vor euch hin: Segen und Fluch; — den Segen: daß ihr auf die Gebote Gottes, eures Gottes hören werdet, die ich heute gelehrt, den Fluch: wenn ihr auf die Gebote Gottes, eures Gottes nicht hören werdet und weichen werdet von dein Wege, den ich heute gebiete, anderen Göttern, von denen ihr nichts erfahren habt, nachzugehen." (5. B. M. K. 11, V. 26 bis 28.) Wir haben uns zu entscheiden, ob wir Segen oder Fluch — Gedeihen oder Mißlingen, ewige Dauer oder Untergang — erlangen und ob wir Segen- oder Fluch bringen wollen. Der Segen ist unauflöslich an den Gehorsam geknüpft, den!vir den Geboten Gottes zollen, der Fluch an den Ungehorsam. ,מצור, die Bethätignng unserer Anerkennung Gottes durch die Erfüllung seines Gesetzes in jedem Augenblicke unseres Daseins, darin beruht der Segen, den wir erlangen, den wir zu spenden berufen sind. Täuschen wir uns doch nicht; meinen wir doch nicht, daß wir unserer Aufgabe entsprechen ״ein Segen zu werden", wenn wir uns ein Genüge fein lassen, Gott mit den Lippen zu bekennen und Ihn als den Schöpfer der Welt, als den Herrn über unseres Daseins Anfang und Ende zu begreifen. So lange wir Ihm unsere That entziehen, so lange wir Ihm nicht gehorchen, indem wir seine ״ ,מצותseine Befehle", die Er uns am Sinai für alle Zeiten aufgetragen, anssühreu, so lange ist unser Wirken nichtig und unser Dasein bedeutungslos, so lange erreichen wir nicht Segen, so lange bringen wir keinen Segen. WaS wir auch immer schaffen und von der Welt als groß und bedeutend angestannt wird, es überlebt den Tag nicht, wenn es nicht Erfüllung einer מצוה, eines Gebotes Gottes ist. Wir weichen von dem Wege, den Er uns gewiesen, ab, wir huldigen anderen Machten, so wir den Posten verlassen, auf welchen Gott uns gestellt,. und andere Ziele verfolgen als Cr uns gesteckt. Unfruchtbar bleibt, was wir also auf anderen Wegen für andere Zwecke vollbringen; wir tragen den Fluch und bringen der Menschheit nicht Segen.' Wie unseres Ahns Abraham Aufgabe nicht darin bestand, an dem Nuhmekbau der Gottentfremdeten Zeitgenossen, welche sich ihrer Menschenwürde entkleideten und zu Skaven des Tyrannen Nimrod wurden, mit- Luwirken, sondern 'לקרא בשם ד, den Namen Gottes,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.