Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 29 (16.7.1885)
- Article
- Reb Mausche
- Date
- 1885-07-16
- Page
- 456 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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zu einer dunkeln Stelle in Bibel und Propheten; oder eine philosophische Betrachtung über den einen oder andern Vers der heiligen Schrift, ans welchem die edle Moral unseres Bekenntnisses besonders klar und plastisch hervortritt. DaS aber bemerke ich Ihnen, unter Philosophie verstehe ich einen gesunden Sinn und kein kühnes — das mag wahr sein — aber auch wesen- und inhaltloses Netz abstrakter Spekulationen, die nur von einem schiefen Standpunkte auS betrachtet einigen Schein der Wahrheit besitzen; aber mit dem Maßstabe der allgemeinen Objektivität gemessen sich als völlig unhaltbar erweisen, nach dem Muster des —u (Fortsetzung folgt.) Dort wo die Sterne .... Dort wo die Sterne wie Sonnen glühn In duftschwangcrer Nacht, Dort wo die Lilien des Scharon blühn In blasser Pracht, Wo wunderhast klingende Märchen rauscht Der nächtliche Wind, Lebt' einst, im Garten des Morgenlands, Ein Königskind. Die Locken so finster schwarz, wie Gram Verschmähter Lieb', Die Wangen so rosig wundersam, Wie Hoffenstrieb, Die Augen so leuchtend wie Morgenschein Im Perlenthau, Und hold, harmonievoll wie cm Lied Der Glieder Ban. Sie ruht' auf schwellendeni Scidcnpfühl In goldstrahlendcr Hall', Ihr tönte der Meister Harfenspiel Mit heiligem Schall. Ein Heer rnhmgläuzender Helden stand An ihrer Seit', Die sicgesgeweihtcn Schwerter blank Zu Schirm und Streit. Bon Gold, Purpur und Dcmantgestein Strahlt hell und hehr Ihr Palast im grünenden Palmenhain, Im Blüthenmcer. Wo sie hintrat, dort tauchten sich zart In liefere Glnth Die Herzen, und reicher, sehnsüchtiger quoll Der Gefühle Fluth. Da brachen einst rauhe Barbaren ein JnS friedliche Thal, Hinstürztcn der edlen Helden Reih'n Vom grausamen Stahl. Stumm ward der heiligen Sänger Mund, Der Harfen Chor — Entlaubt der Hain, duftlos und welk Der Blüthenflor. In Schutt und Trümmer sank der Palast Dumpf dröhnend hin, Begrabend zu düsterer Todesrast Die Herrscherin. Wo Schönheit, Glanz und Liedergetön Und stolze Macht Einst herrscht', dort brütet jetzt sternenloS Und stumm die Nacht. Um Mitternacht, wenn die Schatten erstehn Zum grausigen Reih'n, Dann säuselnde, weinende Klagen gehn Durchs Trümmergestein.; Und ein roth flammender, einsamer Stern Geht auf in der Nacht, Wie ein blutrot!) verweintes Aug', DaS überm Grabe wacht. Wer einmal das Weinen und Wimmern gehört Zur schreckhaften Stund', Dem ist fürs Leben der Friede gestört. Die Seele wund. — Deß Wange wird bleich, deß Auge wird trüb, Dumpf schlägt sein Herz, Eine kalte Hand verschließt sein Gemüth Der Lust, dem Scherz. Doch einst, doch einst — so lautet die Mär, Durchklinat das All Mit Gottesgewalt, furchtbar und hehr Ein Schofarschall. Es bersten die Gräber, die Todtcn stehn auf, Die Nacht zerfließt, Und ein tausendfältiges Grünen und Blüh'n Dem Boden entsprießt. Stolz ragend richtet sich wieder empor Der Tri'unmer Last, - Voll Leben und Glanz und Pracht wie zuvor Ersteht der Palast. Erstanden ist auch, herrlicher, befreit Von Schuld und Sund',. Die Tochter Zijons.... des Königs der Welt Unglücklich Kind. — S. B. Nosenha in.