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Jeschurun · 1885-07-09 · Heft 28 (9.7.1885) · p. 438

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 28 (9.7.1885)
Article
Das jüdische Verbrecherthum [Rezension]
Date
1885-07-09
Page
438 (sequence 3)
Language
German
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438 — dcS Glaubens, welcher seinen Brennern nicht nur die Sünde des Vermögensdiebstahls, sondern auch eines McinungSdiebstahls גניבת דעת als verpönt!ehrt. — Die Statistik weist nach, daß die kathotijche Bevölkerung Preußens am stärksten an den Münzdelikten, die protestantische an Unterschlagung, die jüdische am Bankerott bcthciligt ist. Will mau etwa auch einen Kausalnexus zwischen der katholischen Lehre und Münzvergehen, zwischen der protestantischen und Unterschlagung vermuthen und Nachweisen? Sowie sich z. B. daS erwähnte Berhältuiß für das bedeutend überwiegende Kontingent der Evangelischen an dem Verbrechen der Unterschlagung ganz natürlich aus dem Umstande erklären läßt, daß der größte Thcil der Beamten in Preußen der evangelischen Kirche angehören, der Beamtenstand aber gerade vornehmlich der Dersuchung dieses Verbrechens ausgesetzt ist, ebenso erklärt sich auch die verhältnißmäßige Prävalenz des jüdischen Elements bei dem Bankerott, welchem ja vornehmlich der KaufmannSstand auSgejetzt ist, dem. die Juden bekanntlich vorwiegend angehörcn. DaS Gleiche ist der Fall hinsichtlich des Meineids, für welchen ja namentlich der Zivilprozcß so viel Veranlaffnng giebt. — An dem Verbrechen der Doppelehe, des Ehebruchs, der Noth- und Unzucht und anderer Verbrechen gegen die Sittlichkeit, des Mordes, Todtjchlags und der fahrlässigen Tödtung, welche von 28(5 Christen begangen wurden, hat kein einziger Jude Lheilgeuommen. Des JnzcstS machten sich 86 Christen und I Jude, der Kuppelei 584 Christen und 5 Juden, des Kindesmords 8l Christen und 1 Jnde,^der Abtreibung der Leibesfrucht 84 Christen und I Jude, der Aussetzung 33 Christen und 1 Jude schuldig. Zur Erklänmg dieser Thatsache nimmt der Herr Verfasser allerdings einen wesentlichen Einfluß der jüdischen Ncligiousgesetzgebung an. Eine Vergleichung hinsichtlich des AntheilS am Diebstahl zwischen Protestanten und Juden ergiebt solgcndeS Resultat. Ein vcrurtheilter Protestant kommt in Schlesien auf 379, in Posen auf 271, in Berlin aus 429, in Schleswig-Holstein auf 789, in Frankfurt a. M. auf 620 und in Thüringen auf 519 seiner Glaubensgenossen. Ein verurtheilter Jude kommt in Schleswig-Holstein auf 3522, in Frankfurt a. M. ans 2136, in Schlesien auf 1098. Ln Thüringen auf 704, in Posen auf 822 und in Berlin auf 630 Bekenner des Judenthums. ׳ Wir müssen uns versagen, noch näher in den Inhalt des höchst interessanten Buches einzutreten. So sehr wir eS bedauern, daß nicht alle Sterblichen bereits eine so hohe Stufe der Vollkommenheit erlangt haben, um den Verlockungen zur Sünde stets Widerstand zu leisten, so Lief beklagen wir es, daß nicht alle von einer jüdischen Mutier Geborenen Ln dem Maße von der hohen Sittlichkeit der jüdischm Lehre durchdrungen sind, um gegen die Sünde gefeit zu sein. Wohl aber dürfen wir im Hinblick auf daS Ergebniß der kriminalistischen Statistik unseren Feinden und Verleumdern des Judenthums stolz entgegeutrcten und den Anspruch erheben, im.Punkte der Nechlschafsenheit und Moral den Besten gleich geachtet zu werden. Keö Mansche. Gin jüdisches Charüktcrbild von Samuel Berthold Rosner. (Nachdruck verboten. Ncbersetzuiigsrechl Vorbehalten. (Fortsetzung.) ״Das eben nicht," antwortete ich gedrückt, ״denn nach meinem Benehmen von vorhin habe ich alle Ursache zu fürchten, daß Sie mir nicht glauben werden, wenn ich Ihnen meinen Stand nenne. — Ich will sonst nichts als Ihre Verzeihung erlangen. Nicht wahr, Sie verzeihen mir?" Ich hatte seine Hand ersaßt. Er ließ sie in der meinen ruhen und sagte, den Kopf schüttelnd: ״Sie sind ein eigenthümlicher Mensch. Was Sie da nicht viel von Verzeihen reden, als vb es überhaupt etwas zu verzeihen gebe; und einen Ton schlagen Sie an, als ob Sie von Rechts wegen den Galgen verschuldet hätten. Ich sage Ihnen, mein guter, lieber Freund, die Reue, die Sie da an den Tag legen, wäre allein im Stande, Sie von einem wirklichen Vergehen zu entsühnen. Du lieber Himmel, wissen Sie denn nicht, was unsere Lehrer sagen? ״Bamokaum schebaale Teschnwv aumdim, en Zadikim gemurim jechaulin laamaud schom." ') Also fort mit dieser Bagatelle, die nicht wcrth ist, daß man von ihr spricht, und beantworten Sie mir lieber endlich einmal meine Anfrage." ״Ich bin Stndirender," antwortete ich kleinlaut. ״Ei sehen Sie, wenn Sie mir das gleich gesagt hätten, dann wären uns die vielen Worte und mauche Unannehmlichkcit erspart geblieben. Wenn Sie Studirender sind, dann wurde ich es selbst nicht gestatten, daß Sie die kostbare Zeit, in welcher Sie so Vieles lernen können, bei mir znbriugen sollen und dann — als Studirender von Fach hätten Sie auch nicht den geringsten Nutzen davon." ״Nutzen? — Ich dachte doch, daß die abendlichen Zusammenkünfte dem Vergnügen der Geselligkeit und Ihrer Zerstreuung geweiht sind." ״Freilich, allerdings, das ist die Hauptsache, aber — wir sind auch bestrebt, das Angenehme mit dem Nützlichen zu vereinigen. Doch — also nein, für Sie 1) Zur Stelle, welche die reuigen Sünder einnehmen, können vvAEeMmene Gerechte nicht gelangen.

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