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Jeschurun · 1885-07-09 · Heft 28 (9.7.1885) · p. 433

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 28 (9.7.1885)
Article
Die jüdischen Erinnerungstage
Date
1885-07-09
Page
433 (sequence 1)
Language
German
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XVIII. Jahrgang, Hannover, den 2«. Tamus 5645. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. ^cgrüuäei von Silmsvu Naphlttl Hirsch, JIn&Biiifr 11. Israefiliflni ^eiigion8ge^M>ast jh ^raulfuci a.Ä Neue Folge. - Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isttttc KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 J6. 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche VerlagSbuchhandlung zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich; für 14 M oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25^ f. d. :!gespaltene Pctitzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Artilleriestr. 29. Inhalts -Verzoichnis; von Nr. L8. Die jüdischen Erinnernngstage. — Die Mittel zur Abwehr. (Fortsetzung). — Das jüdische Verbrccherthnm. — Neb Mansche (Fortsetzung). — Prozeß Stöcker gegen die Freie Zeitung. (Fo:setzung). — Kcrrcspond.cnzen und Nachrichten: Hannover, Ber Erlangen, Würzburg, Marktbrcit, Leipzig, Franks,irt a. , Wien (2), Vom Szinpvathal, Rotterdam, Zürich, Lonoon, Warschau, Newyork (2), Algier. — Inserate. Die MW!! En!k!!mrWt!M. Von Obcrrabbincr I. Kunst ad t in Radautz (Bukowina). Wenn alle Nationen sich mit freudigem Stolze jener frohen Tage ihrer Vergangenheit erinnern, die ihren Ahnen Glanz und Ruhm gebracht, wenn das Auge der Menschen mit besonderer Vorliebe auf jenen glänzenden Blättern ihrer Geschichte verweilt, ans denen der Sieg und die HcLdcnthateu ihrer Vorfahren mit goldenen Lettern eingeschrieben stehen, wenn sie in gehobenem Nationalstolze jene Tage festlich begehen, an welchen ihre Ahnen Sieg Beute nnd Macht errungen, so bestreben sie sich wieder andererseits, jene Epochen ihrer Geschichte, die nur von Niederlagen und Demüthigungen ihrer Altvordern zu erzählen wissen, in das Meer der Vergessenheit zu versenken, damit der frohe Blick der Gegenwart nicht getrübt werde von den tranrigen Schatten der Vergangenheit, die ein Rückblick aus jene Tranertage heraufbeschwören würde. Die Völker alle feiern darum frohgemuth die Freudentage der Vergangenheit, aber die der Trauer und dcS Trübsals werden gern vergessen, inan möchte sie gern gänzlich dem Gedächtnisse der Nachwelt entrücken. Ganz anders aber bewahrt Israel die Erinnernng an die entschwundene Vergangenheit. 'Wohl hat auch unsere Gesetzgebung Frendentage verzeichnet, die uns die wenigen gtänzenden Siege der Vorzeit unseres Volkes in's Gedachtniß rufen, wohl haben auch wir unser פסה,חנוכה,פורים haben auch wir unfern שכת נחטו als Trostesbringer und Hoffnnngöverkünder, aber auch unfern יז תכה und השעה באג, unfern ■צום גדליה mib עשרה בטנת, diese mahnenden Erinnerer an die trüben Tage unserer Schwache und Niederlagen nnb unseres staatlichen Unterganges. Auch diese hat unser ReligionSgesetz zur Nationaltrauer uns eingesetzt, auch den traurigen mit Blut und Thranen geschriebenen Blättern unserer Geschichte sind Tage der Erinnerung geweiht. Wozu diese Erinnernng an Schmach und Schande? Wozu das Aufreißen alter Wunden? Warum thun wir nicht wie die Völker alle, die. doch nur Tage ihres Sieges und Ruhmes feierlich begeben, Tage dcS Unglückes aber zu vergessen suchen? Warum feiern nicht auch wir nur die SiegeSseste, und suchen unsere Nieder-

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