Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 22 (28.5.1885)
- Article
- Die Ausweisung ausländischer Juden
- Date
- 1885-05-28
- Page
- 337 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XV11I. Jahrqanq. Hannover, den " TM"" 5645- -L_o_._ o r 28. Mm 1885. Hjjod[pn$t|rifl zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. joegruwii’f non Smilsou Raphael Hirsch, Äal's'im'r!1. fsraefitifilin! JirfigioiiRnofolFffiafi jufrni^fiirl aJ dleue Folge. Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementspreiS bei allen P-stanstalten und Buchhandlungen 2 M. 50 f״r das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Heliving'sche Verlagsbnchhandlnug zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für!2c.iL oder 7 Gulden Lsterr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für U Jfc oder IS Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25.«5 f. d. :!gespaltene Petitzcile oder deren Nanm berechnet. — Expediti on: Hannover, Arlilleriestr. 20. Inhalts-Verzcichttih von Nr. 22. Die Ausweisung ausländischer Juden. — Fanatismus l schlug). — Professor I)r. Strack wider Simon Map. — Nihilismus und Judenthnm (Fortsetzung). — Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin (2), Frankfurt a. M., BreSlan. Greifenbrrg, Schildberg. Posen, Münster, Wien, Pest, Zürich, London, Petersburg, Warschau, Konstanlinopel, Bukarest, Ncwpork (2), Marokko. — Scheidcgmß an die hannoverschen Brüder. — Bnchcrschau. — Inserate. Die Assiliklsinlg linslijilWcr Iilden. Ein trauriges Verhängniß hat die hier in Hannover in ziemlicher Anzahl wohnenden ausländischen Inden ereilt. Schon vor einigen Wochen waren sie fast sämmtlich znr Polizei geladen worden, um sich über ihre Verhältnisse vernehmen zu lassen, und jetzt in der Festwoche ist bereits mehreren von ihnen der Befehl zngcgangen, binnen einer Frist von sechs bezw. drei Wochen Deutschland zu verlassen. Da die bis jetzt AnSgewiesencn ordentliche, unbescholtene Leute sind, so furchten die Anderen nicht ohne Grund, daß auch sie demnächst von dem gleichen Geschick betroffen werden. Die Sorge und der Jammer, welche die Unglücklichen erfüllen, entziehen sich jeder Schilderung. Man vergegenwärtige sich nur die Lage der Aermsten, welche mit Weib und Kinder wiederum zum Wander- und Bettelstab greifen müssen, nachdem cs ihnen kaum gelungen ist, sich während der vergangenen Jahre hier eine kärgliche Existenz zu gründen. Die hier seit etwa zehn Jahren sich angesicdelten armen Inden, ungefähr!00 bis!20 Familien, stamnien zum großen Theile ans Rußland und Galizien. Die Noth hatte sie aus ihrer Hcimath getrieben. Dank der nicht hoch genug anzuerkcnnendcn wahrhaft brüderlichen Liebe der hiesigen Gemeindcmitgliedcr fanden sie hier eine wohnliche Heimstältc. ES wird zu allen Zeiten das LiebcSwcrk, welches hier an diesen unglücklichen Glaubensgenossen geübt wurde, der Gemeinde Hannover znm Ruhme gereichen. Sie hat sich in dem Glanze der ächten .Humanität und Brüderlichkeit ihnen gegenüber bewährt. Sie hat den armen Brüdern nicht kaltsinnig und verdrossen einen nothdnrftigcn Zchrpfennig gereicht, sondern in umfassender Weise sich ihrer brüderlich angenommen, um das Gebot, LeviticnS 25, 35: ״Und wenn dein Bruder vcrnrögcnSschwach wird und cS schwankt seine Hand bei dir, so unterstütze ihn, auch den nur Beisasse gewordenen Fremden so, daß er bei dir lebe" — zu erfüllen. Man gewährte diesen frcntbai Armen Beihülfen zur WohnungSmiethc, Vorschüsse zum Betriebe eines Gewerbes, Heiznng, Kleidung. Nahrung, Verpflegung in Krankheit, Unter-