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Jeschurun · 1885-05-14 · Heft 20 (14.5.1885) · p. 310

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 20 (14.5.1885)
Article
Die Stellung ausländischer Juden im Königreich Preußen
Date
1885-05-14
Page
310 (sequence 2)
Language
German
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810 Es fragt sich aber nur, ob nicht gerade in Be-! rücksichtignng der traurigen Verhältnisse, welche in! manchen ausländischen Staaten in Bezug auf die Juden speziell obwalten, die Regierungen den jüdischen Ausländern eine ganz besondere Rücksicht angedeihcn lassen 1 sollten, — ob nicht hierfür die allgemeine Pflicht der Hnmanitätsübung ganz besonders eindringlich sprechen möchte?'?-- MchersihM. ^1לז^ר Hauptgebetstücke mit einer *** 1 'r/• dem Worte gegenüberstchcndcn deutschen Uebersetzung. Von Israel Wiesen, Lehrer in Osterode a. •'>. Selbstverlag. 1885. Der erste Thcil dieser dritten und verbesserten Auslage ist soeben erschienen. In der Thatsachc dieser nothwcndig gewordenen wiederholten Drucklegung dürste schon ein Beweis der Zweckmäßigkeit und Brauchbarkeit dieses Schulbuches zu erkennen sein. Für Ncligionöschulen, in welchen die Jugend innerhalb einer sehr knapp bemessenen Unterrichtszeit das Alleruothwendigste sich anzncigucn haben, erscheint die hier gebotene Methode recht vortheilhaft angewendct werden zu können. Um den Lehrer zu überzeugen, ob die Schüler wirklich das Pensum innehaben, müßten aber neben diesem Buche auch Gebetbücher ohne Uebersetzung zur Hand sein. — Die Roten geben dem gewandten Lehrer geeignete Anhaltspunkte zur Erklärung des Textes, ebenso gewähren die angeführten Grundzüge der hebräischen Grammatik ein willkommenes Hülssinittcl für die Ein- Prägung der nothwendigsten grammatischen Regeln. In den bezeichneten Schulen möchte die Einführung dieses Werkes sehr empsehlenswerth sein. ... g. ilismus und Iudenthum. <3+ 93011 Friedrich Nott. ('Mc N echte Vorbehalten.) (Fortsetzung.) Doch der achte Tag, für den der Doktor seinen Besuch angekündigt, ging zu Ende, ohne daß er sich hätte blicken lassen. Der Graf athmetc erleichtert ans; Gottlob, daß die Geschichte so abgclaufen war. Es wäre doch auch zu unsinnig gewesen; weil Irene den armen Narren, wie cs schien, gcnaSsührt hatte, darum sollte er ihm die Ehre erweisen, sich mit ihm zu schießen? Freilich, er hatte sein Wort bereits gegeben, wenn Lilienthal Beweise seiner Satisfaktionssähigkeit ihm gebracht hätte, er hätte das Duell nicht abermals verweigern können, denn er war Kavalier, sein Wort war ihm heilig. Doch Lilienthal war nicht erschienen, vcrmnthlich konnte er die erforderlichen Beweise nicht erlangen. Um so besser. — In heiterster Stimmung verbrachte der Graf den Abend bei seiner Braut, in heiterster Stimmung kehrte er zurück in fein Logis. Eine Opernarie summend schloß er sein Zimmer ans und trat ein; er hatte jedoch die Thür noch nicht wieder ins Schloß gedrückt, als an dieselbe geklopft ward und Doktor Lilienthal ins Zimmer trat. Ein Ausruf nnangenehmster Uebcrraschnng entfuhr des Grasen Lippen, doch er wußte sich rasch zu fassen. ״Ich habe Sic den ganzen Tag erwartet, Herr Doktor, zu dieser späten Stunde jedoch nicht mehr." ״Ich muß um Entschuldigung bitten, daß ich so spät komme," entgegnete der Doktor, ,,doch trifft mich keine Schuld. Der Zug hatte eine Entgleisung und dadurch eine Verspätung von vier Stunden. Ich hätte mir jedoch nicht erlaubt, den Herrn Grasen noch heute aufzusuchen, wenn ich nicht gehört hätte, daß Sie morgen — morgen —" Er brachte cs nicht über die Lippen, was er gehört hatte. Brandcnsee lächelte spöttisch. ״Es ist wahr," sagte er, ״morgen hätten Sie mich schwerlich getroffen." ״Ich erlaube mir daher, noch heute den Beweis meiner Satisfaktionssähigkeit zu überreichen." Er zog bei diesen Worten ein. groß gefaltetes Papier ans der Tasche und überreichte es dem Grasen. Dieser entfaltete es, cs war Vilienthal's Offizierspatent. Brandcnsee preßte die Lippen auf einander, er hatte sein Wort verpfändet, er konnte dem Zweikampf nicht mehr auswcichen; doch es widerstrebte ihm wie noch nie; mit diesem jüdischen Advokaten sollte er Kugeln wechseln? er, Graf Brandcnsee? ״Ich bitte Zeit und Ort zu bestimmen," sprach Lilienthal gepreßt. ״Es scheint Ihnen sehr zu eilen," spöttelte der Graf. ״Auch die Wahl der Waffen bleibt Ihnen überlassen," fuhr Lilienthal fort. Brandcnsee blickte sinnend vor sich nieder, die Situation war fatal — plötzlich schoß ihm das Blut in die Wangen, sein Blick leuchtete hell ans, ihm schien ein rettender Gedanke gekommen — und doch hatte er sich nur erinnert, daß er von jeher seltenes Glück im Würfelspiel gehabt, er war bei seinen Kameraden dafür bekannt, daß er stets die höchste Anzahl Angen warf. ״Sie haben mir die Wahl der Waffen überlassen." sprach er langsam, ״und wenn ich Ihnen nun ein amerikanisches Duell Vorschlägen würde? —" ״Einverstanden!" rief Lilienthal hastig. ״Da brauchten wir keine Sekundanten und könnten die Sache sofort zum AuStrage bringen."

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