Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1885)
- Article
- Der Sefirah-Psalm
- Date
- 1885-04-23
- Page
- 257 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVIII. Jahrgang. Hliiiiwber, dc» 3:,Alpril"1Ä5. A° 17. in Haus, Gciuciudc und Schule. §>klUÄ1!äei von Samson Raphael Hirsch, ln1s!s׳i»tt׳ ik. ^sriusitistslr» »־RrF»(CousgcrcRTtfia!1 jiifmilfurl ll.Ä. Neue Folge. Dritter Jahrgang. HcrauSgcgcbcn untcr Mitwirkung drS Begründers und bewährter Genossen von Asaac Airsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonncmentSpreiS bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2 J6. .0ד für das Bierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche LcrlagSbnchhandlang zu Hannover. — Die Erpcdilion versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12.16. ober 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, snr l-k JO. oder 18 Fr. nach den Ländern des WeltyostvereinS. — R n; cige 11 werden mit 25>.H f. d. :;gespaltene Petitzeilc oder deren sttanm berechnet. — Expedition׳. Hannover, Artilleriestr. 2N. Inhalts-Verzr'jchttift von Nr. 87. Ter Scfirah-Psalm. — Jeitgemäfze Betrachtungen über 1 Senrah-Jo^roth. — Ein neneo Tisza-ESztar im Trencziner Üonkiia'.e. — Nihilismus und Jndenthnm lForlsebungt. — RnS Ungarn. — .sterrespondenken nnd Nachrichten: Berlin!2-, .stasscl, .starlSrnhe, Danzig, Pest (2!, Krakau!2ו, Ans Galizien, Basel, Jnrich, Amsterdam (2), London, Ncwyork, Cincinnati, San Francisco. — Inserate. Der Zrfirllh-Wiil. Wenn man der iandlänfigen Versicherung blindlings Glauben schenken konnte — und eine trotz ihres Bitdnngsdnnkcls nur allzu leichtgläubige Zeitgcnossenschast ist hierzu geneigt und schwört in veiiin mr10׳i8l11׳ d. i. der Stimmführer der Reform — dann hätten unsere Groß-. und Urgroßväter in ci ׳er ״starren Buch- . stabenglünbigkeit", oder milder in einer ״׳rührenden' Naivität", gelebt und ohne Nachdenken alle die ״Satznn-׳ gen" und ״Zeremoniell" erfüllt und geübt, — mid Zwar form- und gedankenlos — welche unser erwachtes kritisches Bewußtsein auf ihren wahren Werth, beziehungsweise Unwerth, ziirückzusührcn und deshalb zu modisizircn oder abrogiren weiß. Eine wahre Erlcnutniß des JudcnthumS zählte als anno I ihres Entstehens entweder das Erscheinen der Gciger'schen Urschrift, oder die Brannschweiger Nabbinerversammlnng ruhmreichen Angedenkens, oder die Gründung des Breslauer NabbinerseminarS, — vielleicht ließe sic sich sogar von einer sehr entlegenen Zeitepoche an, etwa von Moses Mendelssohn an, datircn 1t. s. w. 11. s. w. llnd doch bedarf es nur eines etwas mehr als flüch-! tigen Blickes, um zu der Ueberzengung zu gelangen, daß unsere Altcrvätcr, die für ihre ״starre Buchstabengläubigkeit" oder ihren ״naiven Glauben" ein sorgenvolles, gedrücktes Dasein za leben und einen Heldenmüthigen Märiyrertod zu sterben wußten, einen viel tieferen Begriff für die von ihnen in peinlicher Gewissenhaftigkeit befolgten Satzungen und geübten religiösen Handlungen besessen haben', nicht nur als die Epigonen, welche darüber ׳lächeln, sondern auch als manche Lehrer und Rabbiner, welche im stolzen WciShcitsdünkcl vor ihre Schüler nnd ihre Gemeinde hintreten, um jüdische Religion zu doziren und zu predigen. Belrachtcn wir beispielsweise nur einmal die Auswahl unter den סזנזוחים, welche für verschiedene ausgezeichnete Tage und gewisse religiöse Handlungen getroffen wurden, so wird sich uns die Ueberzengung aufdrängen, daß wir nicht von dein Ernste und der Treue unserer Alten allein, sondern auch von ihrem Verständniß und ihrer Aussassung des Iudenthums Vieles lernen könnten.