Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1885)
- Article
- Konfirmation und Judenthum
- Date
- 1885-04-16
- Page
- 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVIII. Jahrgang. Hannover, den l05׳Nri^88s. M 16. Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. begründet von SlllllsM Mphaet Hirsch. dRnßßinfr 11. Isrnffiiiftftrn figioהsgrfrfiTffinft zu fraiiEfnrf 0. JL Neue Folge. - Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isaac KirflH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — .Abonnemcntspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2J6. 50 .J, für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhandlung zu Hannover. — Die tzrpeditivn versendet auch direct und franko unter Atreifband den Jahrgang für 12vfi oder 7 (Kulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für .1-1 J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25..5 f. d. :!gespaltene Petitzeile oder deren Nanu! berechnet. — Expediti on: Hannover, Artilleriestr. 2st. Inhalts-Verzeichnist von Nr. 16. Korfirmation' und Jndenthmn. — Die Gründung eines Proseminars in Mähren. — Zur Affaire Rachel Stieglitz. — Nihilismus und Judenthum (Fortsetzung). — Zur Sephüa. ^22^. — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt a. M , Strastbnrg, Karlsruhe, Kaftrop, Würzbürg (2), Wien, Prag, Preßburg, Pest, Krakau, London (3), Paris, Rom, Odessa, Bukarest, Abessinien, Amerika, Algier. — Inserate. Köillmiilüion und Ilidcilthuik. Von Sn. Hh. Wo die völlige Unterordnung unter den Willen Gottes, wo die Ausübung seiner heiligen Gebote aufhört, da beginnt die Willkür das Regiment .zu führen, und zwar die Willkür, welche sich mit dem Schern des göttlichen Wohlgefallens nmgiebt. Das eklatanteste Beispiel hierfür bilden unsere heutigen Reform-Rabbiner. Unfähig, oder in frevelhaftem Uebermnthe nicht gewillt, ihre Stellung in dem echten Gottessinne, nach׳ dem wahren Willen-Gottes, der in der 1 ־ותורהtn& in der mündlichen Ueberlieferung' ausgesprochen ist, zir verwalten, aus rein egoistischen Gründen, aus Eigendünkel und Selbstüberhebung, schaffen unsere jüdischen Pfaffen Institutionen, treffen sie Abänderungen in dem wahr* hastigen religiösen Kultus des Judenthums, weil sie fühlen, daß sie als Seelsorger, als Hirten der Heerde Gottes doch ״etwas für ihre Gemeinde Lhun müssen"׳. Statt ihrer hohen Aufgabe in Gottes Willen zu genügen, zu lehren die göttlichen Gesetze des überlieferten Judenthnmö, GottcS Geist und Gottesbewußtsein ״in jüdischem. Sinne in ihre Gemeinde einzupflanzen, mit dem echten Geiste der jüdischen Religion zu läutern und zn leiten, wenden sie sich ab von den erhabenen Satzungen, den Einrichtungen, den gottesdienstlichen Handlungen, in denensich der reine GotteSgeist unverfälscht zeigt, und täuschen die' ihrer geistigen Obhut Anvertrauten mit Dingen, von denen die Herren ״Geistlichen" wohl wissen, daß sie nicht Gottes Geist tragen, die sie aber trotzdem als Gott wohlgefällig hinstellen. Und warum? 91*1111, weil sie eben etwas lhun müssen. Dafür werden sie ja bezahlt. Den willkürlichsten 'Schritt, der dem Gottesgeist am meisten fremd ist, haben unsere Reform- Rabbiner mit der Einführung der sogenannten Konfirmation oder Religions-Weihe gethan. Die Konfirmation in der evangelischen, die Firmelung in derkatholischen Kirche haben wohl ihre Begründung, da durch sie, besonders in der evangelischen Kirche, der junge Christ und die junge Christin nach der Unterweisung in der christlichen Religion durch den Geistlichen, durch dir