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Jeschurun · 1885-04-09 · Heft 14-15 (9.4.1885) · p. 226

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 14-15 (9.4.1885)
Article
Frühlingsanfang - Peßachfest
Date
1885-04-09
Page
226 (sequence 2)
Language
German
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226 Und im TodcSkampf vergebens Jetzt mit Meer und Brandung ringet. rm־d] der Wüste Schrecken zieht das Gottcsvolk zum Berge Horeb, Um durch Moschch seines GotteS Vchrcnd Flannucnwort zu hören, Und den Treuschwur ihm zu leisten. - Seine Thora hielt in Ehren Israel als höchstes Kleinod. — Hoch daS Banner seines Glaubens Schwingend lebte frohe Tage Israel in Glück und Frieden, — Und der Freiheit schöner Frühling Vad)ic nach des Galuth Winter Durd) die Zauberkraft der Thora. -Holder Lenz erscheine wieder! Sansnnum, Betrachtungen zu den fünf Büchern; ' MosiS und) Ordnung der Wod)cuabsd)uitte.! Zur Verbreitung erhöhter Knude und Würdi-! gung des JudcnthumS, sowie zur Förderung j religiöser Wärme und Innigkeit. Bon Di׳. I A. Schmied!, Rabbiner der Vezirksgemeiude SccbShaus nädift Wien. TT. Auflage. Prag 1SSIS. Jakob B. BrandciS. Wenngleich, wie es in den! vorliegendem Biuche angefügten ״Nachwort des Verlegers״. heißt, ״die populär - religionswissenschaftlid)c und namentlich die homiletische Literatur in unseren Tagen noch manche Lücke aufzuweiseu" und darum-sich-die vcrehrliche Ver- IagSbud)handIung entschlossen hat, eine. NcnauSgabe dieses vor mehr als Jahren zuerst erschienenen Werkes zu veranstalten, so glauben wir dod) schwerlich, daß cS dem -Herrn Di׳. A. Schmied! gelungen sein dürfte, diese Lücke ansgefüllt zu haben. Wir müssen gestehen, daß wir ein jedes derartige die alten ״Zeeno-Urcenoh" ersetzen wollendes Werk mit einem gewissen Mißtrauen in die Hand nehmen. Die Erfahrung mit den bis jetzt erschienenen hat nnS in dieser Hinsicht etwas pessimistisch gcmad)t. Unserer Ausid)t nad) entspricht keines den Anforderungen, welche wir an derartige Werke stellen können.. WaS nun speziell die vorliegende Schrift betrifft, so wurden wir bei der Durchsicht derselben nicht allein in unseren Erwartungen nidu getäuscht, sondern wir müssen sogar erklären, daß wir nicht leicht eine Sd)rift finden können, welchedie hier zu besprechende an Gesch macklos igkcit —.um zunächst von der Tendenz ganz zu schweigen — übertrifft. Wir haben schon oft unsere כתב״ הק״ maltraitiren gehört und gelesen; gehört cS dod) heutzutage zum guten Tone, daß jeder Prediger einen armen פסוק hernimmt und ihn gleichsam zum Sündcnbock seiner rhetorischen Veri rrnngen macht, indem er demselben alles Mögliche und Unmöglid)e in den Mund legt — um damit seinen Zuhörern den kritisircnden Mund ztl schließen, da ja nicht der Redner, sondern der פסוק dies oder jenes gesagt. ES dürfte uns also die Vallhornisirung unserer heiligen Sd)riften von Seiten des -Herrn Verfassers nicht so sehr überraschen, da ja er damit nid)t allein dasteht. Wenn wir darum im Folgenden zunächst eine kleine Blnmcnlesc von verdrehten und gesd)mackloS angcwendeten Bibelstcllen geben, so geschieht das nur, um an einem — .allerdings eklatanten — Beispiele die. Art und Weise unserer modernen BibelanSleger zu karaktcrisiren. Wie gesd)macklos ist gleich zn Anfang der über drei Seiten in Anspruch nehmende Vergleich des mcnschliefen -Herzens mit der Ard)e Noah's! קנים תעשה את התכה, das menschliche Herz soll sid) and) drei Näunie sd)affcn, ההתים für die irdischen, ש״יס für die gcistig e n, שלשיש für die göttlichen Dinge; wenn schon dies höchst geschmacklos zu nennen ist, so ist die Anwendung von ומסל ההי נובל בשר שנים הכל הבא אל התנה להחיות אתך geradezu uugcheueilich zu nennen; Verfasser bemerkt iiämlid): ״Bon. allem, waS lebt ׳und webt aus Erden, vom Wurm im Staube, bis zum Adler in den Lüsten, alles birgt das kleine und dod) so große Herz in sid) .... die Kühnheit des Adlers, den Muth dcS Löwen, die Treue des -Hundes, den Kuustfleiß der Biene, die Emsigkeit der Ameise, die Uusd)uld der Taube —." Wir bewundern die Kenntnisse des Herrn Verfassers in der Thierpjyd)0lvgie und bedauern lebhaft, daß derselbe Plötzlid) mit einem Gedankenstriche die systematisch-zoologische Psychologie der. Raub- und HauSthicre abbrid)t. Aber i dafür erfreut uns Herr I)1\ Schmicdl mit einer neuen! geistreichen Erklärung. Er fährt nämlid) fort:! ״Je zwei und..zwei gingen sie zu Noah in die Arche. Merke wohl, o mein Leser!" Der Vcrfasscr hat Recht mit dieser Apellation. In der Thut bedarf das Folgende einer großen Aufmerksamkeit, die aber wahrsd)cinlid) nur der Herr Verfasser zu besitzeu scheint, da wir trotz Anspannung unserer geistigen Kräfte nicht im Stande waren, den tiefen Zusammen- Hang der folgenden Worte mit der vorhin angeführten Bibclstclle zu verstehen. Wir geben dieselbe darum wörtlich, viellcid)t ist einer oder der andere Leser so glücklid), den Sinn zu ergründen: .״Darin (?) eben untcrsd)eidct sich .der Mensch vom Thiere. ' Der Löwe ist nur muthig, aber nie feig; der Hund ist nur treu,

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