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Jeschurun · 1885-03-26 · Heft 13-14 (26.3.1885) · p. 213

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 13-14 (26.3.1885)
Article
Deutschland : von der Elbe [Nachricht]
Date
1885-03-26
Page
213 (sequence 2)
Language
German
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213 durch fleißige Arbeit;1! finden. Altes Elchen ist ver-! gebend, er reist weiter. So jagen die weisen, hurnanen : Veransla!tnnge!l den Armen von Ort zn Orr, von Provinz;!1 Provinz, von Land \u Vaiib. Wenn er | noch kein Bug ab und ist, so!uns; er cd werden; die! Vanbftrcidjcrci wird il)1n ja f ovnilid) an ge stichlet. Wohl mag cd schwer Hallen. hier das rechte Mitte! zu finden. Das aber dürste doch nicht zu den reiten fein, daß die bisherige Methode die aslerübctstc ist. Ich bilde mir! nicht ein, der Allgemeinheit einen Rath geben zu j können. Man sollte aber doch ernstlich daran denken,; den Acrmstcn wirklich zu Helsen. Die jetzige Art und Weise bezweckt eigentlich weniger eine Unterstützung; der Armen, als einen Schutz gegen die Veläsliguug; der Arinuth für die Glücklichen; — das aber dürste | doch nicht jüdische Zcdaka genannt werden können. ־ ß. Würz bürg, 22. März. Dem soeben aus- : gegebenen ״Jahresbericht des Jfraclitischen Lehrervereins! für das Königreich Bayern" entnehmen wir folgende i Daten. Der Verein, der sich die Aufgabe gestellt: : ״die Interessen des israelitischen Lchrerslandes zu ver׳ , treten, dienstunfähige, ordentliche Mitglieder zn unterj stützen, gleichzeitig auch durch gegenseitige Anregung j ans Schule und Lehrer bildend eiiizuwirkeii/׳ zählt im! adgelaufcnen Jahre 100 ordentliche und!20 außer- : ordentliche Mitglieder, die l 200 beisteuerten, außer-; dem gingen fast 1000 ^. an Spend-en und Geschenken ' von Geineindui und Vereinen bei Feierlichkeiten und; verschiedenen Veranlassungen im letzten Jahre ein. Der! Vermögensstand weist die ansehnliche Summe von 9099,24^ ans, welche bei der Reichsbank in Berlin dcponirt ist. Wenn man bedenkt, daß der Verein erst seit fünf Jahren besteht so sicht man wiederum, was; vereinte Kräfte zu!eisten im Stande sind. Es wird; ferner in dem Berichte mitgethcilt, daß der :-ZI. De-; zember l 884׳ eine wichtige Zeitgrenze in der Geschichte , des Vereins bezeichnet, indem dieser Tag. dessen; Grnudungsperiode insofern abschließt, als das bis j dahin angcsammeltc Bcreinsvcrinögcn nach § 13, Abs. 1 י ber Satzungen das unantastbare Grundkapital desselben ׳ bildet utib der Verein jetzt in der Lage ist, seine UnterstütznugsLhätigkeit zn beginnen. Die Herren Kultus- Vorsteher und die Herren Kollegen, tit deren Sitze und - Rachbargemcindcn sich nute! stützungsbercchtigte Witwen! oder Waisen befinden, werden ersucht, bis znm 10. Juli : d. I das erforderliche Unterstützungsaesuch. bei dem; Vcreinsvorstande einzu.reichen. Schließen wir unfern! Bericht!!tit dem Ausdruck des aufrichtigsten Dankes gegen j alle verehrten Gönner und Wohlthärer des Vereins, de-; Puders gegen die ehrwürdigen Herren Rabbiner der! verschiedenen Distrikte, die sich um den Verein durch! Wort und That viele Verdienste erworben haben.! Zr׳d. Harrrbrrrg, 22. Marz. Ich :nächte Ihnen - anbei eine Nachricht senden, welche an und für sich nichts zn enthalten scheint, was speziell jüdische Interessen berührt. Doch darf man meiner Ansicht nach die Feinde nie aus dem Auge verlieren, wenn man sich vcnheidigen!vitl. Herr I)!׳. Bernhard Förster, der bekannte Berliner .,Pferdebahn׳Antisemit" (Kantoronutzer Ohrfeige) ist ans Paraguay heimgckehrt (ברוך הבא!), um den Sommer in Deutschland zu verleben — welches Glück! Ihm zu Ehren veranstaltete der Verein ״Literaria" hier einen großen Fcstkommers. Von nnserm Freunde Wilhelm-Marr begrüßt, zeigte sich Förster sehr gerührt über den feierlichen Empfang und das Festessen. Wohl belomm's ihm — ich glaube, er hai's nöthig. — Ein Trost ist, daß er im Herbst wieder nach Paraguay geht. - Glückliche Reise auf Nimmer!viedcrschcn! * Witten, 13. März. Der Antiscmi tism us, der in hiesiger Stadt in hoher Blüthe stand und dlirch den I)r. muck. Koni g gepflegt wurde, hat der ״Franks. Ztg." zufolge einen argen Stoß erlitten, denn Herr 01׳. König wurde heute wegen Beleidigung eines Israeliten zu 2<"< tJ(x Geldstrafe vcrnrthcilt. Er hatte in einem öffentlichen Vorträge im August verslosscncn Jahres behauptet, der KausmEi: M. Lindcnbaum hier stelle oft Waarcn in böser Absicht den Lieferanten zur Verfügung, um niedrigere Preise zu erzielen. Es waren speziell zwei Fälle genannt worden, die, wie sie waren, den Linden bann! arg schädigen konnten. Durch die Gerichtsverhandlung wurdenun festgestellt, daß an der ganzen Geschichte kaum ein wahres Wort, und der Führer de! Antisemiten, der die Judenfragc nach seiner Angabe vom ethischen Standpunkt behandelt, faule WiNhshansgespräche zur Grundlage seiner Angriffe gemacht hatte, um den ״Inden" eins zu versetzen. Im Uebrigeu hatte Di׳. König Alles znsammengesncht, um dem Lindenbaum etwas anhangcn zu können. O e st c v r c i ch - Ung a x n. f. Wien, 20. März. In der gestrigen Vormiuagssitzung des Abgeordnetenhauses brachte bei der Spezialdebatte über das Budget der Abgeordnete Dr. B l o ch den Fall zur Sprache, daß vor drei Jahren dem Tapezier Stieglitz in Krakau seine fünfzehnjährige Tochter aus dem Hause verschwunden ist. Die Polizei hat sich keine Mühe gegeben, dem räthselhaften Verschwinden auf die Spur - zu kommen. Als die Mutter in Erfahrung brachte, daß das Kind in einem Kloster bei Wieliczka sei, reiste sie dahin, und bat, man möchte ihr!venigstcnS gestatten, allein mit ihrer Tochter eine" Unterredung zu haben Die Oberin hat dieses Begehren abgeschlagen; sie erfuhr aber, daß Pater Eberhard in Krakau das Mädchen dorthin' entsendet habe. Als Pater Eberhard mm erfahren halte, daß die Eltern

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