Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 13-14 (26.3.1885)
- Article
- Deutschland : von der Elbe [Nachricht]
- Date
- 1885-03-26
- Page
- 212 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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212 ״Warnin erheb! Niemand hier seine Stimm:, warum 1 seinen Mitgliedern Gelegenheit zur Beschäftigung mit liegt hier bntf Feld brach, das doch an anderen Stellen ן der הורה zu geben, sondern namentlich Kinder in so reichen Ertrag bringt?" Dann konnte man tvohl : und ג2רא unlerrrichten 11רי laiseu. Hub בריך רה2נא j — er hat einen ungeahnten Aufschwung genonunen; bereits werden allabendlich von mehreren Herren Borträge ans רש״י ,:נירא ,היי אדם u. s. w. gehalten, die sehr gut besucht sind: ferner aber hat der Verein — was uod) wichtiger ist — bereits 10 Kindern Unter־ richt verschaffen können. Was seine materielle Lage betrifft, so ist sie ebenfalls befriedigend zu nennen, da er bereits 80 Mitglieder zählt, darunter sogar einige auswärtige, von denen besonders die Herren Rabbiner Dr. Hildesheimer und Biberseld in Berlin zu nennen sind. Zur Karakteristil dieses Vereins genügt wohl folgender Paragraph der Statuten: ״Ausgeschlossen vom Vorträge sind Schriften, welche irgend welche Lehren der הורת oder unserer Weisen angreisen." — Zum Schlüsse kann cS sich Schreiber nicht versagen, dem Verein Wohlergehen und WachSthnm zu wünschen, den Leitern desselben (Jan!) und Bloch) aber ein kräftiges הזק ואמ״ן zuznrnfen. Denn sic haben Anfeindungen von zwei Seiten zu erdulden, da gewisse Elemente, denen, als Feinde der Ruhe und Ordnung, der Verein ein Dorn im Auge ist, ebenso wie unsere prinzipiellen Gegner — BreSlau ist die eigentliche Pflanzstätte Grätz'schcr Prinzipien — zu seiner Bekämpfung thütig sind. Aber ein gutes deutsches Sprichwort sagt: ״Viel Feind, viel Ehre", lind dadurch mögen sich jene Herren gekräftigt fühlen : הקנייה wird schon, der guten Sache zun; Siege? verhelfen! Dann wird BreSlau wieder das werden, > was. eS vor jenem ater dies, jenem Unglückstage Ale drittes Moment kam endlich das Hcrauwachsen! war, an welchem Geiger dort seinen Einzug hielt — einer neuen Generation hinzu, welche sich mit Abscheu j eine עיר ואם בישראל. — von dem hohlen, sittlich und geistig verkommenen Ge-! 2. Von der (§lbe, im März. Ich möchte der sellschastslebcn abwendcte und das Streben in sich! allgemeinen Erwägung daS Vcrhültniß der von Seiten trug, die Lehren des Jndenthnms, deren Existenz sic! der Gemeinden den sreinden Armen gewährten Unterbisher nur׳ aus den stichelnden Reden ihrer christlichen! stütznng empfehlen. ES bestehen an sehr vielen Orten Mitschüler kannten, selbst kennen und prüstn zu lernen.! Gemcindckassen, welche jedem durchreisenden Armen Jeder aber, der diese heilige Lehre kennt, weiß, daß! einen größeren oder kleineren Zehrpfcnnig reichen, zugleich Jeder, der nur das ernste Streben hat, dieselben kennen j aber daraus mit Strenge halten, daß der Arme uuvcrzu lernen, sieb bald vor! den Flammen der Begeisterung * weilt bat Ort verläßt. Man nennt dies Bekämpfung entzünde! fühlt. Zum Glücke fanden sich einige : der Wandcrbettelci. Sollte aber dieselbe nicht vielmehr Männer, die, obwohl gereister und kühler Heber- : gerade dadurch befördert werden, ja sollten nicht gerade legnng fähig, - doch auch genug Jugcudfencr in sich j diese Kassen mit ihrem raschen WciterbesürdernngSfühlten, um diesem Streben zu Hülse zu kommen, : maxime den Wandcrbettel erst recht'Hervorrufen? Man ohne sich durch irgend 'welche Bedenken schrecken; denke sich doch nur den Vetarmten, welcher in seinem zu lassen. So entstanden mehrere Vereine, die sich! bisherigen Wohnorte sich nicht ernähren konnte, aus die Pflege der geistigen Güter Israels, die Hebung > der. Suche nach einer Existenz. Wo er auch immer des religiösen SinncS und die Fortbildung ihrer Mithinkommt, spricht man zu ihm: ״Lieber, hier hast Du glicdcr zuni Ziele'setzten. Ramentlich aber ist cs ein einen Zchupftunig: Du mußt aber sofort Weiterreisen. Verein, über dessen Thütigkeit sich Näheres, zu bc- Hier ist Deines Bleibens nicht." Der Arme bittet, richtat verlohn!. — Der ״Talmudische Lehrverciu" zu , man möge ihm doch den Aufenthalt gestatten; er be- Breslau litt eS sich zur Ausgabe gestellt, nicht nur ן ab sicht-ge, sich redlich zu bemühen, 'hier seine Existenz die mit mtUeibiaem Achselzucken cvtljciltc Antwort erhalten: ..Einst war'es auch hier besser, aber cs ist ein MehUhau ans das jüdische Leben hier gefallen, der sogar die Sprösckingc und Wurzeln getvdtet hat". Und so ging ein Stück nach dein anderen verloren, ein Gut nach dem andern schied, unb die Thaltraft selbst der Milbigsten erlahmte im Kampfe mit dem Jndisscranismus und Matcrialisiuus. — Da gab bas Auf blitzen deS Antisemitismus, welches, wie so vieles andere Schöne und Gute in Breslau seinen Hauptsitz Hane, tätige schon ehe er nach Berlin und weiter drang, den ersten Anstoß zum Nachdenken und zur Erinnerung daran, daß man Jude sei; und cS wird bau Schreiber dieses unvergeßlich sein, wie in jenen! Jahre die WeihnachtSbaumhändler über die Baisse in ihrem Geschäfte klagten, weil — di.e Juden — cingeschüchtert durch die Agitation StöckerS — keine B ä u m c kaufte n. Dann kamen bk grausamen Juden- Verfolgungen, in Rußland, welche sehr viele Familien zur Auswanderung;wangen —, und alle diese Unglücklichen mußten Breslau passiren in Elend und Roth, hungernd und frierend. Da regte sich das jüdische Herz, welches so lange vcrlängnet worden war: da wetteiferten Männer und Frauen ans ccklcn Ständen und religiösen Richtungen mit einander im lieben der Liebesdienste. DaS rvar der zweite Anstoß, welcher wieder einmal dcn Beweis lieferte, daß. auch in den Strafen Gottes der Kenn zukünftigen Segens liegt.