Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 13-14 (26.3.1885)
- Article
- Vier Sinnesarten
- Date
- 1885-03-26
- Page
- 208 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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208 f)eit und Unwissenheit eine solche für unsere £vt)aU1un־\ und deshalb ושאינו יורע לשאול אתה בתה לן sollen wir dem Stummen die Vippen össneu, den Dummen klug, den Unwissenden wissend, den Denksaulen noch׳ denkend machen. ״ ונוי יהן בי־ז עם הי׳ נביאיםwer gäbe doch, daß das ganze (^oitcemol! Propheten wären", jenes herrliche große Wort unseres Vehr erd Mosche ist zum Veilstern für die jüdischen Vehr er und Meister geworden, die ihre VGeusausgabe darin erblickten, Erkeuntuiß und Weisheit in alle Schichten des Volkes zu tragen. Wie aber sollen wir die Vippen des Stummen öffnen, den Dummen klug, den Dinklrügen znm Denker machen? והנדה לבנך ביוב ההוא לאכזר בעבור זה עשה ה׳ לי בצאתי בנוצרים, indem wir an jenem Tage den Unterricht mit unserem Kinde beginnen, wo wir durch; Anschauung ihm die Pflichten verdeutlichen können. Dem Kinde, das des Denkens ungewohnt, oder dem Menschen, der desselben entwöhnt ist, dürfen wir nicht i gleich mit hohen Problemen und tiefen Gedanken kommen:! ihm müssen wir zuerst das thatsächlich Daseiende, das Greifbare nahe bringen und erst von dem Gegenstände, i von der Handlung znm Begriffe ihn vorschreiten lassen. והנגלות לנו ולבנינו, wo es sich um uns und j unsere Kinder handelt, da הנגלות, da muß das Sichtbare, das Merkliche, die That, die Handlung, die AnS- Übung, das Einzelne den ersten Unterrichtsgegenstand bilden, und von der Anschauung, von dem sinnlich Ge׳ merkten, dem wahrnehmbar Empfundenen, znm Gedanken, zur Idee,;tun Allgemeinen durchgedrungen werden. בעבור זה sollen wir dem .Kinde zeigen, diese בציה und dieser ברור, daß ich sie heute genieße und dir, mein Kind, reiche, daS.war der Zweck, daß Gott uns aus Mizraim erlöst hat. Dadurch wird die Pflicht dem Kinde bedeutungsvoll werden: und in gut geleiteter Entwickelung seines Denkens wird es allmählich immer weiter schreiten und die Ideen der Gotteslehre erfassen, ein הבב, ein ׳Weiser werden, und doch dabei das Bewußtsein der Thatverpflichtung nicht verlieren, ein תם, ein srotnmer Biedermann sein. Bannet die Gleichgültigkeit, füllet die Gedankenleere in einer Weise, daß ihr in dem znm Fragen selbst Unverständigen, die Weisheit und die Biederkeit vereinet: — das ist die Weckstimnte anS dem vierten Karakterbilde des שאינו יודע לשאול, des zum Fragen unverständigen Kindes. Mögen diese ארבעה בנים nicht umsonst ZN uns reden, mögen wir die Stimmen vernehmen und beachten, daß sie den vielleicht noch mit dem Winterschlafe ringenden Frühling unseres Herzens wecken. Durchleuchten wir uns mit dem Gedanken der Weisheit, wie der הבס, durchsonnen wir uns mit den Gefühlen der Tugend wie der תם, nehmen wir von der Zurecht- Weisung des רשע die Erkenntniß, daß jede gute That in sich ihren Vohn trägt, wenn auch der von Außen erhoffte ihr nicht folgt, und denken wir endlich nicht nur an uns allein, sondern umarmen wir auch er-׳ barmungsvoll den שאינו יודע לשאול, drücken wir ihn an unser Herz, daß er daraus fühle die Empfindungen der Tugend, reden wir zu seinem Geiste, daß er den Begriff der Wahrheit empfange, und halten wir ihn fern vom frevelhaften Gcwinnbegehr des רשע. damit sein -Herz nicht in Selbstsucht erstarre, sein Geist sich nicht verirre, und er sich immer rein und glücklich erhalte in dem Wissen, daß alles Andere Sklavenketten sind und nur der GolteSkncchl im Freiheitsrecht ist. אנא ־" בי אני עבדך אני עבדך בן אד,תך פתחת לםו=י'• KomsMdcilzcll 1111b Nachrichten. Oesterreich- U. n ga.ru. t Wien, 18. März. Es ist das Geschick der Guten, Braven, welche einem hohen Ziele der Tugend! zustreben, verkannt, vernrtheilt, im Werk gestört zu werden. Giebt es Schmerzlicheres für einen Wacker», ׳ der im Bewußtsein des guten Zweckes treu geschafft hat und keine Gelegenheit vorübergehen ließ, um die biedere That zu fördern, gehindert zu werden von unberufenen Händen? Da hat anläßlich der bevorstehenden Gemeinderathswahlen der Führer der hiesigen! Antisemiten natürlich die Gelegenheit beim Schopfe ge- * packt, gegen die Verderber des theuren Vaterlandes, die; Inden, vorzugehen. Er erließ einen Aufruf, welchen! aber der Arm der heiligen Hermandad schleunigst konfis׳ j zirte wegen des aufreizenden Inhalts, wie sie behauptete,! und der Staatsanwaltschaft übergeben, um den Ver-! fasser zur Rechenschaft zu ziehen. Der Arme! Er hatte i im Bewußtsein der guten That in majorem dei | «rioriain den Aufruf verfaßt zum Wohle Wiens. Nun! aber — Undank ist der Welt Vohn! I i Anm. d. Ned. Bei den Gemeinderarhöwahlen wurde, wie j wir soeben erfahren, ein Antisemit gewählt und'über Andere ן nur mit sehr geringer Majorität gesiegt.! *j|׳: Pest, 18. März. Ich habe Ihnen bereits gemeldet, daß die Vorlage behuss Vertretung der jüdischeu Konfession im Oberhause von der Dreier-Kom- Mission mit großer Majorität verworfen sei. Die Gründe, welche die Komtnission dazu bewog, waren folgende: 1) daß die jüdische Religion nicht gesetzlich rezivirt ist; 2) daß die jüdische Konfession nicht einheitlich organisirt ist und kein religiöses Oberhaupt besitzt, welches berechtigt wäre, die gcsammtc Judenbeit > des Landes zu vertreten; 3) haben die Juden betreffs der! Errichtung von Mittel- und Hochschulen mit den übrigen! Konfessionen im Lande nicht gleichen Schritt gehalten.