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Jeschurun · 1885-03-26 · Heft 13-14 (26.3.1885) · p. 205

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Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 13-14 (26.3.1885)
Article
Vier Sinnesarten
Date
1885-03-26
Page
205 (sequence 2)
Language
German
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205 gelöst. פתהת למוסרי־, daß bcr einige Here uns! die schmachvolle Fessel des Körpers und des Geistes geuommcn hat, das erkennen wir daran, und das geben wir Anderen zu verstehen, 2" א:י עבדך, dadurch, daß wir den freien Leib und die freie Seele noch freier machen, indem wir sie Gottes Dienste weihen. Diese WAHe des Körpers und der Seele zu dem göttlichen Dienste, die als Höchstes zu erstreben des Juden und des Menschen Ziel sein soll, hat manche Kämpfe zu erdulden, und in den verschiedenartigsten Menschcnkarakteren und Anlagen lauert ihr ein arger Feind. Gegen diesen mchrartig gestalteten Feind uns zu wappnen und die Kampfeswcisc gegen ihn zu erlernen, dazu muß uns vor Allem jene Zeit rufen, die uns zuerst;um Gottesdienste bestimmte, die Zeit des Pcßachscstcs. Die weisen Ordner unserer Festes- Handlungen und Gedanken haben darum in die Hagga dah. in den Bericht über die Entwickelung unserer Familiengeschichte zu einer Bolkesgeschichtc, jenen hochbedeutsamen Abschnittt über die אדבעת בניס, über die vier Karaktere, eingeschaltet, die das Gottesgcsetz in den Kapiteln über die Peßachseier augedeutct hat. בננד ארבעה בנים דברה תורה vier Karaktereu entsprechend ist der wechselnde Ausdruck der Thora. Diese'vier Karaktere, ihre Eigenartigkeit, .ihre Mängel und ihre Borzüge, ihren Angriff und dessen Abwehr etwas näher ins Auge zu fassen, ist die Aufgabe der nachstehenden Zeilen. בנכד ארבעה בנים דברה תורה אהד הבם ואהר ריבע אהד תם ואהד •שאינו יודע לשאול. Auf vier Kinder weist die Thora hin, eines ist ein Weiser, eines ein gesetzloser Frevler, eines ein gcmüthsstarker Biedermann und eines ein Dummer, der nicht einmal zu fragen versteht. I. 1-1 u1l;£wv:i n ty! im m!ע! j 1!2 אוצר is 1! 1,12 1!בם Der Weise fragt: ״was ist cs mit den Zeugnisscn, den Satzungen und den Rechtsordnungen, die der Ewige, unser Gott, Euch befohlen?" daraus aut-- Worte ihm aus den Bestimmungen für das Pcßachopfer: ״Nach dem Pcßachopfer darf keine Nachspeise gegessen werden, damit der Geschmack des Opfers nicht durch einen anderen verdrängt werde". — Der Weise, der forschend und grübelnd jedem Dinge auf den Grund geht, er fragt, was ist cs mit den einzelnen Klassen unseres Gesetzes, was sind Zeugnisse, was sind Satzungen und was Rechtsordnungen, was war der Beweggrund für das Eine, was der für das Andere. - Die Gesetze, ob es עדות sind, Zeugnisse, eingesetzt als Sprecher für- Gottes wunderbare Wallungen, oder משפטים, Rechts- Ordnungen, die vielleicht auch eine menschliche Gesetzgcbung gesunden hätte, oder הקים, in ihren Motiven uns verborgene Befehle, sind ihm verbindlich und er erkennt ihre Göttlichkeit an, aber ״der Grund, der Grund", das ist der sehnsuchtsvolle Wunsch seines Herzens. Wer möchte wohl sein Lehnen verdammen, wer nicht es billigen und des Menschen glänzendste Aufgabe in dessen Verwirk!ichung erblicken? Aber וההבמה תעו׳ להבם יותר מעשרה שליטים אשרהיו בעיר, die ״Weisheit giebt dem Weisen Muth, mehr als zehn Herrscher in der Stadt", sie!nacht ihn kühn und dreist und giebt ihm Vertrauen auf seines Geistes Stärke, auf seines Denkens Kraft, und in diesem kühnen Lertrauen kann er leicht von der erlaubten Bahn abweichcn, die Grenze überschreiten und statt mit seinem Denken sich innerhalb der Schranken des Erkennbaren zu bewegen, über dieselbe hinanszugehen; das ist die Gefahr, die in dem הבם, in dem Weisen lauert und der wir entgcgcutretcn sollen, ואף אתה אמר לו בהלכות הפבה אי; מפטירין אחר הפסה. אפיקומן daß wir ihm die Bestimmung Vorhalten, daß der Geschmack des Pcßachopsers durch keinen anderen verdrängt werde. Wohl sollst du forschen und sinnen, du weiser Mann, wohl sollst du das von Gott dir verliehene Gut nicht brach liegen lassen, aber du sollst auch nicht vergessen, daß neben dem Pcßach ge danken du auch eine Pcßach e in p f i n d u n g haben mußt, und daß diese Ettipfiudung Dir nie entweichen darf. Diese Empsinduug wird dir der sichcr.stc Schutz sein, daß dein hochfliegcndcr Geist sich nicht über das Ziel hiuausivage, und dein wahrhaft inniges jüdisches Gefühl wird dich inuner als einen jüdischen Denker erhalten. Der jerusalcmitischc Talmud hat eine etwas andere Lesart, deren Worte noch besser für unsere Deutung?ה למדו הלבות פסה שיאי; מפטירין אהד הפסה אפיקומן ״ מחבורה זו ונכנסlehre ihn die Gesetze des Peßachopsers, daß er den Geschmack des Peßachopfcrs durch keine Nachspeise verdränge, damit er nicht die eine Gcnossenschäft verlasse und in eine andere gehe".׳ So lange du Weiser den Geschmack des Pcßach bewahrst, so lange deine jüdische Empfindung, deine nationale Begeisterung dem kalten, nüchternen Denken zur Seite stehen, so lange wirst du in der ersten הבורה bleiben, in der ersten Genossenschaft mit deinem Denken, i!n jüdischen Zirkel, nur so lange wird die in der Weisheit drohende Gefahr fern sein. .Was lernen wir aus diesem ersten Karakterbild? — wir lernen die Nothwcndigkeit der innigen Bcrbrüderung der beiden Kräfte der menschlichen Seele, der Kraft des Hirnes und der Kraft des Herzens. Wohl ist die Kraft des Geistes die wunderbarste HimmclSgäbe, gewiß sollen und dürfen wir forschen, aber nur in Begleitung und unter dem Schutze der warmen Empsindltug des Herzens. ' Wer nicht erglühen kann für die Schönheit in Gottes Natur, für die Weisheit passen. Dort heißt cs: אף אתה למדו הלכות פסה י שלא יהא עומד

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