Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1885)
- Article
- Professor Dr. Grätz' Psalmbuch [Rezension]
- Date
- 1885-03-19
- Page
- 186 (sequence 2)
- Language
- German
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180 Ich bin erfreu( durch die, die mir faßen.- Wir wollen in das (^oUeM)ani? gehen. Hier begeht -Herr Dr. Grätz einen doppelten Fehler, indem er סאומר״ס in סאמרס verwandelt, was ein grammatischer Fehler ist, und überdies ist er noch naiv. Folgendes zu sagen: ״Warum soll man gerade dem Pfainlisten den Tcmpelbcsuch angekündigt haben? Man muß also לי streichen und לבית anstatt ,ביד setzen." Es ist aber doch klar, daß man sich nur über das freuen kann, was man selbst hört, daß man es aber darum noch nicht allein hören muß. Pj.!->'>, P. 3: למע; לא ישלחו הצדיקיב בעולתה דדיהם Damit die Gerechten ihre -Hände nicht nach dem Unrecht aus strecken. Herr Dr. Grätz meint, die (Gerechten strecken niemals ihre Hände nach dem Unrecht ans, und er streicht daher הבדידים (die Gerechten). I5r muß mm einerseits רשע in רשעים verwandeln und andererseits läßt er den Psalmisten einen grammatischen Fehler sagen, und endlich vergißt er, daß Salomo sagt: Es giebt keinen Gerechten, der nicht sündigte. Pf. 130, B. 4: ני עמך הבליחה למען תור א. Denn bei dir ift die Verzeihung, damit du gefürchtet wirst. Herr 1>r. Grätz ift vollkommen betäubt durch seine treuen Rathgeber Symmachos und Theodotio, die ihre Unkenntniß im Hebräischen weit genug treiben, um תויה statt תור א zu setzen. Natürlich Ntuß verbessert! werden, und er fetzt תורע (damit du erkannt werdest). , Wir verstehen, daß der, der einzig und allein die; Macht über die Verzeihung hat, von denen, die ihn; kennen, gefürchtet wird, aber wir sehen nicht ein, daß dieser Umstand dazu -beitrage, ihn bekannt zu machen.! Nr. Grätz hätte nur in der Grammatik nachzusehen brauchen, so Hütte er gefunden, daß תירא eine ganz regelmäßige Form des Verbum ירא ist, wie תורע, wie ידע. Pf. 139, B. 12: בהשיבה באורה. Finstern iß und Helle sind (für Gott) gleich. Professor Grätz kennt nicht den Gebrauch des doppelten ב als Zeichen der Gleichheit, obgleich in der Genesis Juda sagt: במוך בפרעה, du bist wie Pharao. Er sieht sich gezwungen, diesen schönen hebräischen Satz durch einen fehlerhaften Satz wieder zu geben. ביום יאירך השבה באורה, was wörtlich heißt: Wie der Tag dich hell macht, so die Finsterniß u.nd die Helle. Wir bitten um etwas Klarheit für diesen Satz, wo Herr Di׳. Grätz יאירך für יאיר לך nimmt. Nach einer solchen Ungeheuerlichkeit können wir aufhören. Wir haben absichtlich nur einige von den leichtesten Stellen angeführt, nm darzuthnn, wie wenig Anrecht ans Bestand die Verbesserungen des Herrn Di׳. Grätz haben, und besonders, wie wenig sic mit der biblischen Literatur überciustimmen. Welcher Unterschied zwischen diesem Werke und den Kommentaren unser berühmten Lehrer des Mittelalters, ja der Neuzeit. Was für ein Unterschied besonders zwischen dem Buch des Herr Professor Grätz und der bewundernngswürdigen Übersetzung des Herrn Rabbiner Hirsch in Frankfurt. Wir hätten gern einige schwierige, von diesen beiden kommenlirte Stellen angeführt, um den Abgrund kenntlich zu machen, der zwischen der rücksichtSlosen Anmaßung des Breslauer und dem tiefen Wissen des Frankfurter besteht. Wir beschränken uuS aber lieber auf das, was wir selbst verstanden, um zu zeigen, daß. wenn das mit Gewissen unternommene Studium des heiligen Gesetzes, dieses selbst den Unwissendsten verständlich machen kann, עדות ה׳ נאמנה מהבימת פתי, die Verächter der heiligen Schrift alle Weisheit, allen Scharfsinn und alle Einsicht verlieren können: אין הבמה ואין עצה ואין תבונה לניד ת'• Die A'ilSiidlW ka mhrW'iM Krimlull) Ehrst-. ״Das כמילות הסד, welches den Tagen des Menschen ewige Dauer verleiht, haben wir von nnserm Vater Abraham gelernt." mit diesen Worten beginnt der dritte Abschnitt des allgemein verbreiteten ספר תהיים, aus welchem in dem Trau er Hause ״gelernt" zu werden pstegt. Bei einem jüngst stattgehabten Tranersalle wurde meine Ansmerksamkeit aus diesen Satz gelenkt, und ich nahm Veranlassutig, hier anknüpsend die erhabene מצוה des גמילות הסד של אמת zu erläutern. Da die Nothwcndigkeit hierfür wohl nicht in dem Kreise meiner Gemeinde allein obwaltet, so möchte ich ans die Vernachlässigung derselben Hinweisen und ein Schärflein dazu beitragen, die 'Begeisterung für diese! herrliche Pflicht zu wecken und zu befestigen.! Warum verleiht dieses wahrhaftige Gemiluth-! Ehesed dem irdischen Dasein ewige Dauer'? Die letzte; Liebe, die wir dem Dahiugeschiedenen erweisen, ist die! reinste und selbstloseste, weil sie auf Dank und Gegen- ' leistnng von vornherein verzichtet, so lautet die ge-; wähnliche, sehr ciuleuchtende Erklärung. Dieselbe! dürfte aber noch durch die folgenden Erwägungen erganzt werden. In der dem Todten erwiesenen Liebe zollen wir dem unsterblichen Gottesodem, der Seele, dem Geiste, den unzweideutigsten Tribut unserer Achtung und Ehrfurcht. In dem Leichnam bestatten wir nicht den Menschen, der unter uns gelebt und gewirkte ES ist nur die vergängliche Hülle des un> vergänglichen Geistes, die wir dem Schooß der Erde übergeben. DaS eigentliche Wesen des Menschen aber - ist heimgekehrt zu' seiner Heimath, dem Gefilde der