Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1885)
- Article
- Kein Kompromiß!
- Date
- 1885-03-12
- Page
- 161 (sequence 1)
- Language
- German
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H°u׳'°»cr, d-n M 11. zur Förderung indischen Geistes und jüdischen Lebens in Hans, Gemeinde und Schule. Begründet 0011 SlNIlsM! Nliph»tl Hirsch, ilnBfiinrr 11. ^snirfiiififirn JlrfigioiiRgpfffffifiaft 511 pfraiißfnrt a. 1H. Nene Folge. Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Asaac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — Abonnementspreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 J6. 50 für das Vierteljahr. Der Brichhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbnchhandlnng zu Hannover. — Die ^rpediiion versendet auch direct und franko unter Ztreisband den Jahrgang für \2J<x oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Ocftcrrculj; für 14־ J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — 91h $ eigen werden mit 25 s. d. :!gespaltene Pctitzeile oder deren?.ianm berechnet. — Gxpediti on: Hannover, Artilleriestr. 20. Inhalts-Verz»׳ichnifr von Nr. 10. Kein Kompromiß! — Der Antisemitismus des Philosophcn (Fortsetzung-. — Noch ein Wort über die Schächtfrag^ — Nihilismus und Judenthmn (Fortsetzung). — Professor Dr. Grätz Psalmbnch (Fortsetzung,. — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin (.'3!, Altona, Frankfurt a. ü)i. •2), Wnrzbnrg, Ans dem Großhcrzo^thnm Hessen, Prag (2י, Preß, bürg, Nikolsbnrg, Aus Ungarn, Paris (2׳, Turin, Algier, Palästina. — Ans dem Treiben der ״Mission". II. — Inserate. Kein ji01!1j1ro!!!i!! Wer cS doch verstände, die Geister zu erhellen und die Herzen zu rühren, daß der Jrrthnm vor der Wahrheit weiche und an die Ltcllc der Gleichgültigkeit und Kälte in verjüngter Kraft die Liebe cinziehe, die Liebe zu Gott und seinem Gesetze, das Hochgefühl der innigsten Hingebung an seinen Dienst, an den besonderen Beruf, welcher dem unter cgyptifchcr Sklaven- Peitsche zu einem Volke hcrangcblühten Menschenstamm von dem Vater der Menschheit verliehen! Wer es doch vermöchte für Gott und seine Thora im Kreise der Brüder das Wort der Mahnung und Belehrung so eindringlich zu reden, daß die Eisdecke breche, unter welcher das jüdische Herz erstarrt und die Binde falle, welche dem jüdischen Auge den freien Blick raubt! Dann erwachte Israel zu neuem Leben, und in Mitten der Menschheit vollzöge sich ein Gotteödienst Don so überwältigender Herrlichkeit, daß sie die Altäre der Nnhmcssncht, der Habgier und der Macht- Vergötterung verlassen wurde, um cinzustimmcn in den Gott allein die Huldigung weihenden Chor, vor welchem der Sang der Sphären verstummt. Aber keines Stanbgeborcncn Wort ist mit solcher Kraft ausgerüstet. Es bedarf wiederum Gottes unmittelbaren Eingreifens, dieses Wiederbclebnngswerk zu vollbringen. Er, der einst in Egypten über sein dem Verenden nahes Kind חיי gerufen und ihm neuen Lebcnsoden cingchaucht, Er, und nur Er allein, kann die aus dem weiten Erdenplan zerstreuten dürr gewordenen Glieder des Iakobshanses zu neuem Hetzen erwecken. Nicht des Feindes Haß und Dräuen hat uns schwach und siech gemacht, daß wir ohnmächtig zusammcngcbrochen sind, — eigene Verblendung, eigene Thorhcit, Wahn, Zweifel, Kleinmuth, Verzagtheit haben uns der Kraft beraubt, haben dem Gebein den Lebenssaft entzogen, haben in dem Busen die Lebensflamme verlöscht und drohen uns dem Untergange rettungslos zu weihen. Nicht dem Iudcnthum droht diese Gefahr; es ist ewig, wie Derjenige ewig, der es in den Kreis der Menschheit gepflanzt und uns, die