Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1885)
- Article
- Der Antisemitismus des Philsophen
- Date
- 1885-02-12
- Page
- 102 (sequence 3)
- Language
- German
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102 Anschauung allerdings vollkommen negirenden Geist des > Jndenthnms haßt. Teilt! er empfindet cs bewußt und! unbewußt, daß die Macht des jüdischen Geistes, welcher die heutige abendländische und morgenländische Kutlnr erzeugt hat, seinen Pessimismus überwinden wird. An! dem die Freiheit des Menschen verbürgenden und dessen sittlich freie Thal fordernden, frei schassenden und wallenden Gott muß die armselige und trostlose Phantasmagorie des Hartmann'schen Systems endlich zerschellen und sich als das erweisen, was sic ist — das leere, hohle Nichts. Wenn Herr Hartman auch im jüdischen Kreise hier und dort Mauisestalionen eines negativ zerstörenden Geistes gewahrt, so erblickt er die 'Wirkung seiner Lehre, so hat er Geist von seinem Gciste vor sich, und er erschrickt vor seinem eigenen Spiegclbilde. Diese Abschweifung von der eigentlichen Ausgabe, die wir uns gesteckt, ist nur eine scheinbare. Wir glauben, in diesem Gegensätze das Gcheimniß des Hartmann'schcn Antisemitismus erkennen zu sollen. Hartmann ist nicht nur ein Gegner des Jndenthnms, sondern ebenso wohl des Ehristcnthmns, welches sich ans seinem Grunde erbaut und die die Menschheit bcglückende jüdische Lehre von dem Dasein und der 'Wallung eines allinächtigen, allgütigen und allgcrechtcn Gottes pflegt und verbreitet. sFortsrtzung folgt.) r; Hollektiv-Pcnchte aus Ungarn. -Schlich.) ״Auch ich war m Arkadien geboren". Auch wir senden Berichte ans Ungarn nach dem Anslande, cs kann uns darum die ,.;wischen den Zeilen" verborgen liegende Marime des Herr!: Kutna בל דפריש נזדובא פריש nicht so ganz gleichgültig sein und der geschätzte Leser wird eine pro ckomo-Gegenbcmerknng nur natürlich finden. Doch in Wirklichkeit enthebt uns der ^Umstand jeder ״Rechtfertigung", selbst für den Fall, daß die ״Erklürnng" auch gegen «ns gemünzt sein follrc, weil sie des Herrn Kutna ״eigenmächtige" הוספת Unterschrift trägt. —- Wir sind ״alte Freunde", doch Pardon, wir wollten sagen ״cute Bekannte" des Herrn Kutna, und wir halten uns überzeugt, daß Herr Kutna unsere bisherigen Auseinandersetzungen von א bis ת׳ vollinhaltlich be- [tätigen wird, ja, er hat hierzu sogar die moralische Bcrpstichtung, wenn 'er seine Vergangenheit nicht desavonircn will. WaS haben wir denn in den bisherigen vierzig Serien unserer ״Kollektiv-Berichte" ängestrcbt? Erstens: Reorganisationen der?!'ישיב.,׳. — Nun, Herr Kutna hat in der. am 1 0. Kislcv תרב״ט in Ofen er öffneten Rabbiner-Versammlung nichr noch als dies gewünscht, er hat sogar sem in arfrennd liehe ״Anwandlungen" bekundet, die er aber nicht zur Geltung bringen konnte. Zweitens: Plaidirtcn wir für konfessionelle Volksschulen und Krcirung einer orthodoxen Lehrcrpräparandie. — Nun denn, Herr Kutna hat im Jahre 1871 einen Artikel vom Stapel gelassen, in welchem er. ganz dieselben Wünsche äußerte, mit dem Unterschiede blos, daß er tnit einer Präparandie sich nicht begnügte, sondern zwei Unter- (sic!) und zwei Ober-(!!) Präparandicn forderte. — Unsere srenndschastliehc Gesinnung gegen Herrn Kutna gestattet uns nicht, hier die Glossen wieder zu geben, welche die Redaktion des ״Traditionellen Jndenthnms" zu diesen Sondcrgelüsten gemacht. Drittens: Wir haben manche Fehler unserer גדולים blosgclcgt. —Herr Kutna ist in seinem erwähnten Aufsätze mn ein Bedeutendes weiter gegangen — und hat dafür von dem genannten Blatte manche Derbheilen cinstecken müssen, die ihnl gewiß noch erinnerlich sind, da auch wir dieselben nicht vergessen können. Viertens: Wir eiferten gegen die Paktirnng mit Ehajsidim und gegen die gewaltsame Ausschließung der konservativen dK׳ntn8 <1n0-Nabbincn und -Gemeinden. — Nun denn, nach allen Begriffen der Moral, des Rechts und der Logik — müßte eben Herr Kutna dieses unser Strcbcziel propagiren!! Dies behaupten wir steif und fest, und ans Wunsch können wir diese Behauptung gründlichst motiviren. Fünftens: Wir haben.für eine Reorganisation der DnrchfnhrungskomMission das Wort ergriffen und dieselbe genügend begründet, wir haben die Fehler der gegenwärtigen Verwaltung znsammengestcllt, wir haben sechstens und siebentes und ... zehntens .. . manche unbequeme Enthüllungen gemacht, — und Hand auf's Herz, Herr Rabbiner Kutnd, haben wir Ihnen nicht ganz ans der Seele gesprochen? — Haben Sie etwa je anders die Situation anfgefaßt? Haben Sie je andere Mittel gekannt, welche uns Heilung bringen könnten? ׳•־שי Sie sehen, daß wir Sic zu den Einsichtigen und Bessergesinnten zählen. — Wenn wir uns irren, dann bitten wir, uns -srenndlichst zu entschuldigen, umsomehr, da dies wahrlich nicht unsere Schuld ist, -wir aber werden unsere Pflicht kennen und die Liste der Metamorphosen — ergänzen! Zur Orientirnng der geschätzten Leser sei hier noch eines bemerkt. Vor einer Reihe von Jahren ging eine Sage durchs Land: Eisenstadt wäre geneigt, als autonome orthodoxe Gemeinde sich zu konstituiren, aber nur בתנאי קודם למעשה der Dnrchführnngskommission 1. 6. Herrn Ignaz Reich sich nicht zu \