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Jeschurun · 1885-01-29 · Heft 5 (29.1.1885) · p. 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
18 (1885)
Issue
Heft 5 (29.1.1885)
Article
Kollektiv-Berichte aus Ungarn
Date
1885-01-29
Page
74 (sequence 2)
Language
German
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74 feil, daß die bcroutcu, haltlosen Zustände bald, schnell reftaurirt werden. Thcure Gesinnungsgenossen! Bor noch nicht langer Zeit galt es sprüchwörttich מאוגגארן תצא!תרהר־־ו ודבר ה׳ בדעגענבירגען, es fehlt unserem.Lande ב״רז auch heute nicht an Pflanzstätten jihתורה ־ und יראה, doch diese, sowie ihre Träger sind arg bedroht, von der einen Leite kalter Frost, von der andern glühende Fcuerhide, welche unser Fahrwasser zu stauen oder aus-;!!trocknen drohen! — Ihr habet uns verstanden und nun rüstet euch הזקו ואבצו!!! Merscha». Traiinngsrede für oüc Wochenabschnitte des IalzreS, von Elias Karpeles. Breslau 1885. Prenß und Jünger. Die vorliegenden Reden zählen entschieden zu den besseren Erzeugnissen der Kanzelbcrcdsamkeit, welche durch die Presse sich einen weiteren .Kreis erobern möchte. Der bedeutungsvollste Moment des Lebens wird hier nach den verschiedensten Zeiten an der Hand der Wocheuabschnilte des Jahres beleuchtet. Es durchweht diese Reden ein verständiger Geist, die Sprache ist meistcntheils klar und die Anordnung korrekt, -m- Zur Lösung der Jndensrage durch die Inden, Ein jüdischer Osterabeud. Bon Moses den Hiskia. Berlin!885. Jßtcib. Eine ganz gewöhnliche Missiousschrist, ungeschickt in Anlage und Ausführung. Ein Jude,!velcher eine Christin zur Frau hat, erhalt mit seiner Gattin von dem Ortsrabbincr eine Einladung zum Scdcrabend. Er benutzt diese gute Gelegenheit zu einer Missionsrede in der bekannten Manier. Das Neue daran ist, daß der Redner, welcher die Zedergcsellschast bekehren will, anscheinend selbst kein gläubiger Christ ist'und namentlich das christliche Dogma zu lengutn scheint. Warum tauft sich denn der phrasenhafte Daniel Scira nicht? Eine Widerlegung der schiefen und unreifen, von großem 1111־ verstand zeugenden Ansichten des Herrn Moses den Hiskia ist wirklich überflüssig. Man lasse sich nur 11id)t durch den Titel täuschen und öffne dao Büchelchen nicht in der Meinung, einen vernünftigen Beitrag zur Lösung der Indcnsragc zu finden. X. Korrespoildcilzcil 1md Nachrichten. Deutschland. ־& Hannover, 26. Januar. Gestern Abend cröfsncte Herr Laudrabbiner Dr. ©ronemonn den von dem Talmud-Thora-Verein veranstalteten CykluS von Borträgen über jüdisch-wissenschaftliche Themata vor einem zahlreichen, aus Herren und Dame» bestehenden Auditorium. Der Redner fesselte dasselbe durch eine anziehende Skizze, eine Zusammenstellung der im Talmud sich vorfindcndcn aus Nom bezüglichen Aussprüche. Der Vortragende wies daraus hin, daß die jüdischen Weisen die Vorzüge anderer Nationen willig anerkannt und ein feines Verständniß für deren Aaraktcreigenthümlichkeiten besessen haben. Wenn sich über Rom (Esau-Edom) manch hartes Wort in der Agada findet, so dürfe man nicht außer Acht lassen, daß solche namentlich die entartete Kaiscrzeit im Auge haben und ferner, daß Rom es war, welches den Untergang des Staats und die Vernichtung des TempelS bewirkte. Edom-Rom erschien als das Prinzip des Schwerts, der rohen Gewalt, im Gegensatz zu Jakob-Israel, dem Träger des Gotteswortö, dem Verkündcr der Gottcsherrschaft, dem Vertreter des Geistes. Zwischen diesen Prinzipien liegt eine unüberbrückbare Kluft. Jakob-Israel wird aber endlich Edom-Rom überwinden. Aber trotz dieses Gegensatzes und trotz dcS Unglücks, welches Rom über die Juden verhängte, findet sich die Bezeichnung .,Rascha" nur bei drei Re- Präsentanten des hinterlistigen und gewaltthätigen römischeu Prinzips, bei Titus, Hadrian und Turnus Rufus. Selbst Bespasiau wird niemals so genannt. Dankbar erkennt die talmudische Agada alles Gute an, was den ° Juden von Rom geworden, und dankbar bewahrt sie das Andenken edler römischer Frauen und Männer. Edom-Rom erscheint ihr immer als Bruder, trotz des Gegensatzes, trotz der gehässigsten Verläumdnngen, trotz der grausamsten Verfolgung. Jakob harret des Tages sehnsüchtig entgegen, wo ihm Esau die Bruderarme öffnen wird und das Schwert sich dem Geiste, die Gewalt dem Rechte, der Haß der Liebe beugt. Der Vortrag enthielt eine Fülle von interessanten Einzelheilen und tiefen und sinnigen Aussprüchen und Schilderuugen. Mit einem kurzen zeitgemäßen Seitenblicke auf die Gegenwart schloß der Redner seine mit regster Aufmerksamkeit vom Auditorium eutgegengcnommene Vorlesung. Hannover, 28. Januar. Wir haben in Veranlassung der Erklärung des Herrn Professor von Dettingen an Herrn Dr. Fuld (s. Nr. 4 unter Mainz) uns an Herrn Di׳. Ludwig Fuld mit dem Ersuchen um gefällige Mittheilung gewandt, ob der Zuwachs der Zahl der von Juden verübten Verbrechen: Meineid, Betrug, Bankerott, im Berhältulß zu der übrigen Bevölkerung in der That ein abnormer sei. Herr Dr. Fuld hatte die Güte, uns umgehend zu ant- Worten, und wir veröffentlichen dieses Schreiben mit nm so größerer Genngthnung, als aus demselben er-

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