Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 18 (1885)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1885)
- Article
- Der Antisemitismus des Philosophen
- Date
- 1885-01-22
- Page
- 49 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XV11I. Jahrgang. Hannover, den % 2$,e!״״l5.«1il' 4. in Haus, Gemeinde und Schule. üegriiiiil!׳{ t!011 ©fllllfüH S)1ftp!)fld Hllsch, iiiiEfiincr 11.!IsvnefitiFIrii Jirfiijioiisßclrirflinfl jiufrniißfnrt a. üt. Neue Folge. - Dritter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung deS Begründers und bewährter Genossen von Asauc Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bvgen fhu-f. — Abonnemcntspreis bei allen Boftanstalten und Buchhandlungen 2 J6 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Hclwing'schr VerlagSbuchhand. lnng zu Hannover. — Die bxpedilion versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12,46 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für 14 ,4L oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 f. d. .'!gespaltene Pctitzcile oder deren Lianin berechnet. — Expediti on: Hannover, Artillericstr. 20. Inhalts-Verzeichttih Vvn Nr. 4. Der Antisemitismus des Philosophen -Fortsetzung). — Salomonische Sprnchweisheit!,Fortsetzung!. — Die Lehrer- Versammlung in Berlin -Fortsetzung). — Kardinal Haynald über den Anlifemitisrnns. — Nihilismus und Judciithnln!Fortsetzung'). -- Neuerung und Erneuerung. — Kollektiv- Berichte aus Ungarn (Fortsetzung׳. — Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M.. Breslau, Ans dem Hcrzogthnm Brannfchweig, Würzbnrg, Dinslaken, Offen bach, Burgprcppach, Wien >2), Preßburg, Graz, Paris, Korvuo, Ans Kurland, Tiflis, Bukarest, Palästma. — Inserate. Der A1l!!ski!l!tislin!s des U!)!Iosöj!tzt!l. (Fortsetzung.) Derselbe Hartmann, welcher in dieser Weise die von ihm an dem jüdischen Stamme entdeckten Tugenden in ebenso viele Fehler zu verwandeln versteht — unserem jüdischen Gefühle ist eine aus. schnöder Gewinllsucht beobachtete Enthaltsamkeit von der Sünde nichts weniger als eine rühmenSwerthe Eigcnthümlichkeit — legt für den Antisemitismus eine überaus rührende, väterliche Nachsicht an den Tag. Er nennt dessen Kundgebungen ״unzarte Reaktionen eines naiven und rohen Bolksgcschinacks" und mahnt die Inden, irr demselben ״ästhetisch beachtenswcrthe Fingerzeige zu sehen, in welchen Richtungen die Veredclungsorbeit sich zu bethätigen hat/' Herrn von Hartmamr ist nämlich ״der jetzt entstellte jüdische Typus" zinvider, und er wünscht dringend, daß die Juden denselben vcredlen 1111b zwar nach Anleitung der ״unzarten" Andeutungen eines ״rohen" Geschmacks. WaS ein antisemitischer.Philosoph oder philosophischer Antisemit doch in aller Objektivität fertig bringen kann, und in welch unparteiischer Ge-- rechtigfeit er zwischen den Kämpfenden zu vermitteln versteht. Wir beneiden ihn nicht um diese vornehme Wissenschaftlichkeit. Trotz der nnansgesetzten Angriffe und Verunglimpfungen, denen wir uns in der Gegenwart ansgesetzt sehen, gehören die ״krankhafte Empfindlichkcit und Reizbarkeit, der verhaltene Ingrimm und eigensinnige Trotz," die wir jenen ״unzarten Neaktioucn" entgegcngesteltL haben, ebenfalls in daS Gebiet Hartmann'scher Phantasien, und wir wissen uns Gottlob den unbefangeiten vorurtheilsfreicu Blick so sehr zu bewahren, daß wir in dem sich so geräuschvoll äußernden Antisemitismus des Tages keineswegs die Manifestationen des deutschen Volkes erblicken, wie solches Herr -Hartmann in Gemeinschaft mit der! Herren Antisemiten so gern glauben möchte. Wenn sich auch ein Hartmann mit den Antisemiten identisizirt, so leugnen wir dennoch die Identität der Antisemiten mit den! deutschen Volke. ES ist nicht wahr, daß die heutige judenscindliche Strömung in Deutschland von dein ״naiven" und ״rohen" Volke knsgcht, eS müßte denn