Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 47 (20.11.1884)
- Article
- Was haben wir zu fürchten?
- Date
- 1884-11-20
- Page
- 737 (sequence 1)
- Language
- German
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XV1T. Jahrgang Haimovcr, den Jiim-mOcr iss I 47. UM i & fed*׳ S% pr Fördcrmig jüdischcll Gcistcs Md jüdischen Lebens in HanS, Gemeinde nnd Schule. Nkstrüiillei von SlUilsüii Di'ilpljfid .^li'1'.f), JiufilWr 11. Hsrarfilififirn Ju4jiün:.((clr[if1f1n|'l ,ו1ן.frunRfiul <t. Hl. Nene Folge. - Zweiter Fahrgang. •fvfrouSgcgi'bcn unta Aiitwirkung dcs Bcgrüiidcrs und bewährti'r Gcnossc» von Isaae Airsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden D on n ero 1 a!ן iniiedestend 2 Bogen srarl. —;‘lliomumciitoprci* bei allen 4׳ osta n s! alten nnd Bt1chl;andlnnc;en N ,(6 r>U .«j für das Bierlei,'ain׳. Der Buchhandel nerlchrt durch die Heliviniftsche Berlagsduchhand. linig;>! Hannover. — Die Grpedilwn versendet auch direct und sranlv nnlec Slreisband den Jahrgang sür \'2,I6 oder 7 Gulden öfterr. Währ, nach Deutschland lind Desterreich׳. sür I I ,16 oder IS Fr. nach den Ländern des Weltvostverciits. — A n; eigc n werden mit 2'» ,j s. d. :'»gespaltene Be1il;eile oder deren?.ianni berechnet. — G,ruedil > o n: Hannover, Brtilleriestr. -N. Irrlinlts׳Verzt'lchttis; von Nr. -17. Was haben wir;11 fürchten— Der Grlas; ded Herrn Kitltusnnd Uiiierrichtslninisrers vom IS. Juni 1SS4 Fort« sevuirg >. — Betrachtungen über den Nctigions-Unterricht. — Jur Geschichte der Inden in Mecttenbnrg : Forlseyung. - — iltachlgesrirne Fortseynngi. — Yidcjini nm*ules! — Sorresponden;en nnd ^Nachrichten׳. Hannover, Berlin :! . Franlsnrt a. M.. Neuslenin, :'l!!s Baden, Posen, .^arrorvir«, 'Wien, Droppau, Brcsibnrg 2׳׳,!?lmsterdam, Biriningpam. Türkei, t'lsren. — 9ft!>iliö1nus und Indent!,um (Fonsebung. — Inserate. Uns hi!!!!׳!! mir;11 JTmljtnt? ״Bon Außen Spott und Haß, im Innern Reichtsinn und Zweifel", wurde mir kürzlich von hochangesehencr Seite vorgehalten, ״da wollet ihr Israeliten noch immer das hartnäckige Voll bleiben und au eine von eurem Indeuthume zu lösende Mission glauben? Eure starre, aber im gewissen Sinne immerhin trotz ihrer Verblendung Achtung eiuslößcudc Orthodoxie leugnet die Berechtigung und Möglichkeit einer Fortcntwickelung und Bollendung der sinaitischcu Lehre und sicht täglich die Schaarcn ihrer Ärtenncr sich lichten. Wie lange noch, so wird ihr letzter Vertreter zu Grabe getragen sein. Die Reform vollzieht diesen Auflösung-- Prozeß langsam und sicher in den abeudlündischeu Kulturstaateu, und sie hat bereits auch im Osten ihre Stationen errichtet und dorthin ihre Vertreter entsendet, um das ' Zerslörnugewerk au dem alten orthodoxen Iudenthnme : auf der ganzen Erde zu vollenden. Schaut doch nach Rußland hin, wo Ehassidismns nnd jüdischer Nihilis- NI ns Orgien feiern, nach Asien und' Afrika, wo die j Sendboten bco französischen Indenthnms als Lehrer und ׳Rabbiner thälig sind. Ihr Orthodoxen müßt doch; mtt Blindheit geschlagen sein, wenn ihr nicht getvahrt, - daß euer Fundament von euren eigenen Genossen fort-! während unterminirt wird. Euer Eremieux war alle-! Andere, nur kein orthodoxer Jude. Euer edler Montefiore! aber, euer Patriarch, der wirkliche Jude eures Geistes! und Bekenntnisses — was hat er geschasst und gewirkt; zur Befestigung und Belebung eures Glaubens? Wenn! ihr euch erustlichst antworten wollt — nichts. ״ Und! euer Reformjudcnthum? Das ist theils die erste Etappe! zur völligen Regirnng jedes positiven Glaubens, theils l diese Negation selbst. Es führt euch sicher dem Thcis-! mns nnd Atheismus in die Arme. — Ich bi« kein! Antisemit; ich verabscheue ans tiefster Seele diese das l wahrhaft religiöse nnd humane Gefühl verletzende und! verleugnende niedrige Leidenschaft, welche sich Anti-! scmitismns nennt. Aber die antisemitische Strömung! in der christlichen Welt und der Nihilismus der jüdij scheu Reform arbeiten Hand in Hand an der völligen