Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1884)
- Article
- Der jüdische Eheschluß
- Date
- 1884-11-13
- Page
- 727 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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727 und!ein Troubadour hat eS im Sold der Minne aus . feiner Laute gegriffen,!ein Dichter alter ober neuer Zeit hat es in seinem Liede gesungen, nein, ein altes historisches Blatt der Thora hat es verzeichnet.*) Die Mutter wiedersiudeu in dem Weibe! Das Weib begreifen als das 3bcal, au das sich mit wonnigem Sehnen die Seele anklammert, das Weib begreifen als den Boru unvergänglichster Liebe, als den Fels nuerschütterlichster Treue, das Weib begreifen als die Matter, jenen Begriff, dm in feiner Engelsgleichheit und Himmelsanstammnng Menschen noch nie ganz ansgedacht haben, wo haben wir cS wieder gefordert so Lauter, so edel, so rein, was der Mann in feinem Weibe zu suchen und za finden habe?! Die Mutter, - sie ist die Welt, in der das Leben des jungen Kindes sich abspielt, so ist auch die Frau das;ביו, das Daus des Mannes, in dem sein Leben sich abwickelt. Die Mutter ist dem Kinde von Gott bestellt als Nährerin und Lehrerin, so ist auch die Frau ומה׳ אעזדז משבלה, die von Gott empfangene Nährerin und Lehrerin des Mannes. Die Mutter ist das Wesen, vor dessen Verletzung und Kränkung das Kind die weifte Scheu Hai, so auch die Frau ,מבבדה ״והר מכופר ׳ ihre Ehre soll dem Manne höher stehen als seine eigene und niemals soll er ihr wehe thnn können. Die Mutter ist dem Kinde ein höheres Wesen, eine Heilige, so soll auch der jüdische Mann sein Weib erwerben durch קידושין, durch Heiligung, daß sein bis dahin einsames und leeres Leben mit dem vollen Schimmer der Heiligkeit übergossen werde, wenn ihm zur Seite tritt eine zweite Mutter, eine ernste und doch milde, eine abhängige und doch selbstständige Gchülfin,; ein עזר בנגדו. So erworben und als solche erworben, ist die jüdische Frau wohl über jede Niederhelt gehoben und in einen Rang gebracht, der Liebe und Verehrung auf sie häuft. Mögen Eltern und Männer diese beiden Forderungen ernst erfassen, dann wird die jüdische Ehe allüberall ein Tempel hehrster Göttlichkeit sein, in dem als Priester walten, als -Hüter der idealsten Güter die beiden liebenden und geliebten Genossen, die רעים האהובים, der jüdische Mann und dasjüdische Weib. Machtgestirne. -Historische Novelle aus der Feudalzeit Ungarns Bon Samuel Br Nh old Rosner. - — ~ (JiqcümiuI ucrt'otcn >r. lieber setzungHrechl worbeljahcn!Fortsetzung.) Mara antwortete nicht, und als Leah sie befremdet anbickle, gewahrte sie, daß ihre Hände ineinander- *) Siehe Hirsch's Kommentar zur Sülle. gefaltet waren und ihre Lippen sich leise murmelnd bewegten. Nach einer kurzen Weile entgeguete Mara: ״Folge mir getrost, meine Tochter, und sei ob des Schicksales Deiner Müller unbesorgt. Die Kräfte der ״Natur werden von Gott beherrscht und geleitet, der Mensch aber wird von den bösen Leidenschaften bcherrscht, und Dämouc leiten seine -Handlungen. Dein Vater ist also gefährlicher bedroht als Deine Mutter — folge mir auf dem Wege, -welcher der Rettung Deines Vaters gilt, wir sind bald am Ziele. Vor der Nacht möge Dir nicht grauen, ich fenne hier alle Schleichwege und Schiupswiukel, und ich werde Dich im Falle der Noth in ein sicheres Versteck bringen und Dich vertheidigen." Bei diesen Worten entnahm sie den Falten ihres Brusttuches einen langen und scharfen Dolch und ließ denselben in den schrägen Strahlen der Sonne funkeln. Der Gedanke an die Rettung des Vaters hatte bei dem Mädchen rasch alle Bedenken überwunden; geduldig überließ sie sich der Führung der Alten, die wieder die -Hände zum leisen Gebete gefaltet hatte. Sie flehte zu Goll um einen günstigen Erfolg ihres Vorhabens. Die Bäume des Waldes begannen sich zn lichten und bald hatten die beiden Wanderer den Saum des Waides erreicht. Da blieb Leah erbleichend stehen und starrte wie gebannt aus das Bild nieder, welches ihr von hier ans sichtbar wurde. Vor ihr in beträchtlicher Tiefe lag ein weites Thalbecken; rings von ansteigenden Wäldern eingefaßt, im Thale standen etwa zehn pyramidenartige Leinwandzelte, einige Holzstöße flackerten an den Ecken des Zeltlagers und ließen qualmende Rauchwolken emporstcigcn und zwischen den Zelten wimmelte das bunte halbnackte Volk der Zigeuner. ״Unter 'jene Leute soll ich Dir folgen?" bebte Leah, ״das tl)11c ich nimmer!" ״Warum nicht," beruhigte sie Mara. ״Ich schwöre Dir beim gesegneten Andenken meiner Mutter, daß Dir kein Haar gekrümmt werden wird. Ich kenne die Zigeuner und sie kennen mich, in meiner Gesellschaft brauchst Du von ihnen nichts zu fürchten." ״Aber in welchem Zusammenhang steht die Befreiung meines Vaters mit den Zigeunern?" ״Auch - das will ich Dir sagen, meine Tochter," versetzte Mara mit geheimnißvoller Miene, ״es ist unter den Zigeunern ein altes und sehr weises Weib, die versteht die Sprache der Thiere, die weiß in den Sternen zu lesen und ans den Linien Deiner -Hand deutet sie Dir das Schicksal der Personen, die Dir am nächsten stehen und dein eigenes. In der letzten Nacht hat mich geträumt, daß dieses Weib Dir den Weg zur Rettung Deines Vaters und seiner Brüder anzeigen wird. ״Aber," wandte Leah zaghaft ein, ״wenn das Weib das Alles weiß, dann ist sie eine Hexe und ich nlöchte