Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1884-11-13 · Heft 46 (13.11.1884) · p. 726

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 46 (13.11.1884)
Article
Der jüdische Eheschluß
Date
1884-11-13
Page
726 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2932754-2933049-2933094-2959224--17153-2959269
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Menschen, er ßicbt sie iljm, und Gott zwingt nicht, drängt nicht, Gott ft:üt den Eigenwillen des Weibes obenan, er. der durch seine Boten die Vcljrc verkündigt אץ האשה נקבת אלא מדעתה, bnü der Mann die Uran wahrhaft er ש irbt, bau sic wirklich fein c?yran wird, nur wenn ihr eigener freier 'Wille die Verbindung mit ihm unbeeinflußt gebilligt und gern gewollt hat. \ y I l_j~ *N I IW•• li la iVS — V La 1*> . 1!LiN ב,הגדל והאבר בפלוני אני רוצה*. ift ucriiotcn, Me Tochter als jung cd Kind, ohne sie;11 fragen,;11 vcrhcirathen, sondern man warte, bis sie groß geworden nnd and freien Stücken sage: ״Den möchte ich;nm Manne," meinen unsere allen Vehrer. Damit ist jeder Zwang, sei er durch Drohung oder auch nur durch Ueberrcdnng ausgcübt, verpönt, nnd die geringste Becinslussnng untersagt, Es ist sicherlich nicht nur kein Unrecht, sondern sogar Pflicht der Eltern, den Gedanken und Empfindungen des Kindes eine solche Richtung;11 geben, sie so zu beeinslnssen, daß cs nicht verkehrten Idealen seine Schwärmerei weihe, daß es nicht von unrichtigen Gesichtspunkten bei der Benrtheilnng der Vor;üglichkeit einer Ehe ansgche, daß eS sich nicht blenden lasse von trügerischem Glanze und die wahrhasten Bchtpnnltc übersehe; aber nur, so lange über Gedachtes und B o r g c st e l l t e s verhaudelt wird, wird jedoch das Abstrakte konkret, der Begriff zur Thatsache, handelt es sich um einen bestimmten Fall, dann ist die vollste Freiivilligkeit des Kindes vom Gesetze gefordert. Das Recht des Einspruchs steht den Eltern immer;11, und eine Verbindung, die sie nicht zum -Veile des Kindes glauben, mögen sie allezeit hindern, aber nicht umgekehrt zu einer Vereinigung, die sic ja zum -Veile denken, das Kind zwingen, oder auch nur durch Ueberrcdnng geneigt machen. נקרא לנערה ונשאלה ״ ,את פיהwir wollen das Mädchen rufen und cs fragen," antwortete Nebkah's Familie dem Elicscr, sic allein soll entscheiden, und ganz ursprünglich, ohne daß wir ihr erst das Vorzügliche der Hciralh schildern, ihre Meinung sagen. אשת הן התבוך בבור möchte ich wohl in bestimmtcr Auffassung der Salomonischen Worte ansrufen, eine Frau, die durch הן erworben ist, die durch ihren הן, durch ihre Holdseligkeit und Anmut!) den Mann für sich gewonnen, die aber ebenso ans הן, ans freiwilliger Gunst dem Manne sich verbunden hat, sic und sie allein stützt die Ehre des Hauses, denn so wie ihre Verbindung gekommen durch einen weiblichen חץ־, durch eine milde Weise, ohne Zwang, so werden auch weiter im Hanse zu dessen Ehre erhaltend immer herrschen Milde und Zartheit, Sanstmuth und Annutth, Freundlichkeit und Holdseligkeit. II. A l s w as erwirbt der Jude sein W e i b? ״ אעשה לו עזר בננרוIch will ihm machen eine Gchülsin ihm gegenüber" mit diesen Worten zeichnet unsere heilige Schrift die Beziehung der Ehegatten zu einander. Eine völlige Gicichhcit, eine glcichwerthigc Selbstständigkeit ist hier ausgesprochen. Nicht untergeordnet ist die Frau dem Manne, nicht seine Sklavin,;11 der man sie in verkehrter Auffassung oder in wissentlicher Verdrehung dessen, was bei unseren Vätern gegölten hat, in deren Anschauung machen wollte, nicht seine willenlose Dienerin, die zu Allem, was er beschlossen, nur das ..Ja" zu sagen habe, vielmehr eine Gehülsin, die ihm auch manchmal durch ihren Widerspruch — helfen muß לא זבה — בננדו; denn neben der gewöhnlichen Anssassmig des bekannten Warles זבה עזר לא זבה בנגרו, ift ja wohl auch die gut zu akzeptiren, daß die Frau sedcufalls der עזר, der Beistand des Mannes sein soll, jedoch in zweifacher Art. Geht der Mann den Weg des reinen Rechts und der klaren Wahrheit, זבה, dann hat sie nur nöthig, als Genossin ihm frisch zur Seite zu schreiten ans diesem Wege der echten Tugend, in gedoppeltem Streben wird Doppeltes gewirkt werden; ist aber der Begriff, die Anschauung des Mannes verdunkelt und g.e 11־ ü b t, לא זבה, dam! muß sie ihm cntgegmtrctcn, durch ihre Opposition seinen Irrthnm klären und so durch das בנגר־ der עזר, der a 11 srichtc 11 d e Beistand werden. Die Frau ist also und soll sein, wo cs nöthig ist, der Korrektor des Mannes. Und bleiben wir stehen bei der in der lommcnden Paraschah so herrlich gezeichneten Ribkah; sie sah gewiß in Iizchat, ihrem Manne, den Herrn des Hauses, den Repräsentanten alles Rechten und Schönen, den Pfleger der Weisheit und pntriarchalischeu Tugend, sie war ohne Zweifel nicht gewohnt nnd hatte cs sicherlich auch nie nöthig, בננרו, gegen ihren Gatten anszutretcn, und doch, als Iizchaks Blick für einen Moment die Klarheit verloren hatte, nnd er in Täuschung die Ziele des Abrahamshauses verrücken wollte, indem er Esav zum Träger des Hanptsegeus bestimmte, da störte sic ihm seine Kreise, nnd ward durch das בנגדד sein wahrer עזר, seine wahre Genossin zur Erhaltung der Ehre des Hauses. Warum konnte dies aber eine Niblah? weil ויביאה יצחק האהלה שרה אבו דקה אה רבקה והה׳ לו ראשה ויאהבה, weil Jizchak sie in das bekaunte Mntterzelt geführt hatte, weil feine Mutter Sara ihn in ihr verjüngt erstanden erschien, weil er als solche sie nahm und in dieser Einpsindnng als Eheweib sic liebte. Er fand die Mutter verjüngt wiedererstandcii! in seinem Weibe! Das ist das herrlichste Wort, das! jemals zu ikob und Preis der Frauen gesprochen worden,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.