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Jeschurun · 1884-11-06 · Heft 45 (6.11.1884) · p. 710

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 45 (6.11.1884)
Article
Aus dem ungarischen Abgeordnetenhause
Date
1884-11-06
Page
710 (sequence 3)
Language
German
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710 schuldige in den Kerker schleppe, werde ich allen Angriffen;um Trotze thun." (LauganhaUendc lebhafte Zustimmung und Beifall rechts.) f101id!11111m1 talnuibifrijfr Snitriuru. lAus Massecheth Dcrcch Irre;.׳ IV. Tein Mund spreche keine Uebelrcde — 0011 Allem wird et einst Rechenschaft stellen müssen. Vaffc nicht bei dir Bösrcdc, ein Unrechtes Wort, eine unrcchtliche Sache finden — jedes deiner Glieder wird einst wider dich Zeugnis; ablegen. Schicke dich nicht zu irgend einem Unrecht au — der Tod könnte dich ereilen. sticht vor dem irdischen Richter hege Furcht — die dort gegen dich zeugen könnten, sind der Bestechung zugängliche Menschen; vor dem höchsten Richter fürchte dich — vor dessen Nichterstuhl wirst du in jedem Augenblicke geladen und unbestechliche Zeugen warten dein. Hast du Gottes Gebot freudig erfüllt, so stehen dir Gottes Boten freundlich zur Seite, und Gott fclvst heißt dich willlommcn; deine Augen, die nicht nach irdischem Gut gebangt, erleuchten dir das Dunkel; deine Ohren, die sich eitlen Worten nicht zngcneigt, nehmen für dich den Fricdensgruß im Diesseits und Jenseits entgegen; dein Mund, der kein böseS Wort gesprochen, der das Gotteswort reden gelernt, er schlägt alle deine Widersacher nieder, ans ihm ruht aller Segen: haben die Hände sich von jedem unredlichen Erwerb rein gehalten, haben sic sich niemals den Werken der Liebe verschlossen — was können dann Böse gegen dich ansrichten? — Hast du deinen Fuß von jedem Schritt zum Bösen zurückgehaltcu — dann hat der Tod keinen Schrecken für dich. Den Weisen erkennt man an der Verwendung seines Geldes, an feinem Benehmen beim Gelage, an seinem Verhallen in der Erregung, an seiner äußeren Erscheinung, an seinem Worte. Die höchste Blüthc der Gottcslehre offenbart sich in der Wcwhcil, der Weisheit in der Dcmnth, der Dcmuth in der Gottesjurcht, der Gottesfurcht in der guten Thal, der guten Thal in der Bescheidenheit. Die Stufenfolge der Sünde: BöseS Sinnen, Spott, Hochmnth, Hartherzigkeit, Müssiggaug, Haß, Neid. Der Weise ist züchtig im Essen und Trinken, in seinem ganzen Anstrctcn, Sprechen und Handeln. Wie die Jungfrau züchtig und zurückgezogen im Elternhause weilt, aber im bräutlichen Schmucke frei hinauötritt und damit das Urthcil der Menschen über sich herausfordert, so sei auch der Weife still und zurückgezogen in feinen Handeln, aber seine Wege seien Jedermann offenbar. Der Weise strebt nach Wahrheit, nicht nach Lüge — nach Redlichkeit, nicht nach Trug — nach Bescheidenheit, nicht nach Stolz — nach Frieden, nicht nach Streit — nach der Alten Rath, nicht noch dein der Jungen — er fürchtet die Verführung mehr, als die Gewalt. * * * Sei gefügig wie das Rohr, .das der Wind nach jeder Seite hin beugt ----- das Gottesgesctz wird nur durch Jene erfüllt, die ganz selbstlos sind. Warum wird die Thora dem Wasser verglichen? Das Wasser steigt nicht zur Höhe empor, sondern wendet sich der Gliederung zu, — also wird auch die Thora nur erfüllt von deueu, die demüthigen Sinnes sind. Wenn der Mensch sündigt, so bentächligt sich seiner die Furcht vor seinen Rcbcumeiffchen; ist er aber jündcnrein, so ehrfürchtcn ihn die Menschen. Wer ein Wort der göttlichen Lehre gcringschätzt. füllt der Vernichtultg anheim, denn also heißt es (Numeri lü, :11): ״Denn ein Wort GottcS hat er verachtet — vernichtet wird diese Seele, ihre Sünde kehrt wieder sie." Wessen Antlitz keine Scham trügt, der verfällt leicht der Sünde, wie es (Jesajah :1, 9) ausgesprochen ist: ..Die Frechheit ihres Angesichts zeugt gegen sic, ihre Sünde verkünden sie leicht wie Sodom, verhehlen nichts;" — wer aber schamhaft ist, der gelangt nicht sobald zur Sünde, wie Moses zu Israel (Exodus! 17) gesprochen: — ״damit die Furcht Gottes vor eurem Angesicht bleibe, so daß ihr nicht sündiget." Halte dich fern von Empsiudlichkeit, denn wenn du über Andere zu empfindlich bist, so wirst du in deinen Fehlern beharren. * * * Liebe den, der dich;nrechtweist, — meide den, der dich unverdient ehrt — du könntest sonst von deiner Klugheit einbüßeir.

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