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Jeschurun · 1884-10-16 · Heft 41-42 (16.10.1884) · p. 654

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 41-42 (16.10.1884)
Article
Die Chederfrage in Galizien
Date
1884-10-16
Page
654 (sequence 3)
Language
German
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654 litt* unfliTcd)tfcrtint - doch mögen wir and demselben lernen: mögen!vir Orthodoxe Galiciens uns aufi’affcn zur :)icttuni] und Erhaltung des wahren 3nDentl)11 י1ח?, mögen die Einsichtigen und Entschlossenen unter uns die weniger Einsichtigen und Zaghaften ausrüneln und nussordern;um gemeinsninen -handeln, mögen sic dafür Sorge tragen, das; die demuächsi an stelle der Ehadorim;n errichtenden Institute bewährten Händen anvcrtraut werden, damit unsere Engend Dem t'^esetze erhalten bleibe, Nur rasches, entschlossenes Handeln führt;11111 Ziele. Vaßt uns Schulen errichten nach dem r^3r111tbsähe ׳ .יפה תרנדד ־ורה עם דרך ארץNeues;׳eben wird uns dann erblühen und Niemand wird es wagen dürfen, gegen uns die Stimme zu erheben. Herr Siunnrl!Hoiitup filier 4111min!. Schluü. 311 Toronto besteht eine kleine l^emeinde, welche Reformen widerstrebt, unsere Feiertage beobachtet und an den orthodoxen Borschristen nngemindert festhält. Die jüdischen Geschästslente haben >3 ne deck meistenthcils verlassen; die Svnagogen und Schulen sind geschlossen. Sehr!vcnige Familien sind zurückgeblieben, welche einen russischen Flüchtling als Schochet angenoniincn haben. Montreal hat zwei bedeutende Gemeinden, eine portugiesische und eine deutsche. Die Shuagogcn reichen für die Besucher des Gottesdienstes nicht anS, die Errichtung einer neuen erscheint als eine Rothwendig seit. Ein Reformtempel ist entstanden, hat aber sehr wenige Mitglieder gefunden. Bielen russischen Inden ergeht es in dieser schönen Stadt wohl. Man hatte mir an verschiedenen Orten erzählt, daß die jüdische Kolonie in Mount Bernon bei Milchet, Dakota, sehr prosperirc. Ich bcdanre, dieselbe nicht haben besuchen zu können. In Ot c w - I ersetz, ungefähr dreißig Meilen von Philadelphia, ist die Bincland Eolony, welche eingehend besichtige wurde. Dieselbe ist säst ausschließlich ans HandelSgartenban eingerichtet. Jede .HanSstellc besteht aus einem hölzernen -Hanse und sunszehn Acres;׳and, welches bei vollständiger Bearbeitung eine Familie anSlömmlich ernähren kann. Ans dieser Ansicdlung sind tlngesährsicbzig Familien. Biele Juden entwickeln große Intelligenz und Geschicklichkeit in der Knltivirnng des BvdenS. Sic haben unter als Bersuchc geltenden Umständen einen guten Fortschritt gemacht, und nach Ucbcrwindung der ersten Schwierigkeiten ist Per Erfolg fast gewiß. UeberdieS werden Sabbat!) und Speisegesetze allgemein beobachtet. Bon den Kolonisten ist eine Zigarrcnsabrit angelegt, um für die Zeit, die nicht durch Ackerbanarbeiten in Anspruch genommen wird, Bcschästignng zu schassen.. Die jungen Arbeiter erzielen ein nützliches und lohnendes Geschäft damit. Hier und anderswo wurde ich von Nüssen, denen ich die Beförderung von Lemberg aus ermöglicht habe, wieder erkannt. InRcw-chorl ist die jüdische Bevölkerung zahlreich und angesehen. Biele Inden haben in Handel und anderen Erwerbszweigen Erfolge ansznwcisen. Eilt an׳ sehnlicher Thcil der weniger Wohlhabenden beobachten die NeligivnSgesetze. Ich besuchte die Srinagogc der 44. Straße am Freitagabend, wo der Gottesdienst ganz orthodox und das gewöhnliche Gebetbuch in Gebrauch war. Man sagte mir aber, daß der Sabbathmorgen-Gottesdienst mit Orgelbegleinmg abgehattcn werde, und daß Männer und Frauen;nsammensitzcn. Ich hatte vorher den Emanucl-Tempel, ein sehr schönes Gebäude, besucht, wo das Ritual, wie mir mitgethci.lt wurde, den ausgesprochensten Karaktcr der Reform trägt. Das Kadischgebct ist durch ein Gebet für die Seele der Berstorbcnen ersetzt. Die Männer haben das Haupt während des Gottesdienstes nnbedeckt. Augenblicklich wird die Frage dcS Sonntagsgottesdieusres erwogen, da die BeLheilignug am jüdischen Sabbath außerordentlich gering ist. Am Sonnabend Morgen besuchte ich die portugiesische Synagoge in der lO. Straße, ivo der Gottesdienst vollständig orthodox ist. Meine traurigste Erfahrung machte ich bei einem Besuche dcS vr echt vollen neuen. Waisenhauses, welches für -100 Kinder eingerichtet ist, aber Rannt für!000 hat. Der Staat gewährt einen Zuschuß von etwa l 0 000 Dollar jährlich für den Unterhalt und die Erzichnng dieser jüdischen Waisen. Die mit der lieber־ wachnng dieses Instituts betrauten Herren gehören meistens zum Tempel Emauue! und da sic sich anmaßen, die gesammte Indenschast zu vertreten, haben sie sich in Besitz dieser reichen Beihülse gesetzt. Aber anstatt diese hülflosen Waisen in der väterlichen Neligion za erziehen, der Religion der jüdischen Volksmasse, halten sic cS für ehrenhaft, für den Ritus einer Sekte Propoganda zu machen, indem sie einen Thcil der ihnen anvertrauten Gelder dazu aufwcnden, die Waisen zu gewöhnen, baarhäuplig zu beten, Talith und Tcphillin ihnen unbekannt zu lassen und sie au das verschnittene Gebetbuch des Tempel Emannel zu gewohnen. DaS Schändlichste aber ist, daß die Waisen bei Arbeitgebern nntergcbracht werden, .welche sie nöthigen. am Sabbath zu arbeiten. 'Nur eines ge׳ ringen MnthS von Seiten der nichtreformirten Juden bedürfte es, um diese sogenannten jüdischen Leiter aus der Stellung zu vertreiben, die sie sich angemaßt haben, und aller Welt zu zeigen, daß das Judeuthum

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