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Jeschurun · 1884-08-28 · Heft 35 (28.8.1884) · p. 550

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 35 (28.8.1884)
Article
Zur Geschichte der Juden in Mecklenburg
Date
1884-08-28
Page
550 (sequence 3)
Language
German
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550 kraftvolle Albrecht II., dev Thron bestieg, der seinem Hause die HerzogSkroue errang. Eine Judenverfolgung in Güstrow (1330) hatte die ohnedies schwache Stellung der Juden in Mecklcn׳ bürg noch mehr erschüttert, so daß Mancher von ihnen in WiSmar bei seinen reichen Glaubensgenossen Schutz suchte und fand, wohl unter dem Deckmantel der Familicuangehörigkeit. Den wachsamen und scheelen Augen der Wismaraner entging dies nicht. Wird auch der Zuwachs an jüdischen Familien so groß nicht ge׳ wesen sein, den Wismarancrn galt er schon als kolossal. Sic wandten sich daher mit einer Beschwerde 1337 an Herzog Albrecht über daS Ilebcrhandnehiiicn von Juden. Dieser, durch seine Unternehmung ebenso gcldbedürftig wie der Vater, mochte wohl seine Inden nicht missen, ebensowenig mochte er cö mit der Stadt WiSmar, mit der er ohnehin auf gespanntem Fuße lebte, wegen derselben zum Bruche kommen lassen. Deshalb ging er auf ihre Klagen ein, und nach einer neuen Vereinbarung dursten nur ״zwei Judenhifchcn" (Familien) in ihren Mauern wohnen. Er begab sich auch der Jurisdiktion über sic und ordnete sie der städtischen Gerichtsbarkeit unter. Dafür sollten sie auch mit den andern Bürgern gleichberechtigt sein. Ihm aber sollten sie für den Schutz 24 Mark Lübecker Pfennige als jährliche Abgabe zahlen. Empfohlen wurde vom Fürsten der 3ubc Danitze (oder DanieS -DanhS ----- Daniel), dem cS freistände, sich noch eine andere Familie zu wählen. Dieser Danitze, der sich 1338 vom Bürgernieistcr Johann Kröpelin in der Kröpelincr Straße ein Erbe kaufte, war ein allgemein geachteter und hochangeschcncr Mann, geehrt und ausgezeichnet von Fürst und Bürger. Dasür zeugt sowohl die Empfehlung von Seiten des Fürsten, als auch daS ehrenvolle Attribut ״fromm", welches ihm die Wismarer Nathmanncn in dem Dokumente der Aufnahme beilegen, obwohl sie sonst auf die Juden nicht gut zu sprechen waren, wie daS damals überall Sitte war. Trotzdem widerfuhr ihm das Um glück, von nichtSwürdigen Edellcutcn in kalter Winternacht, durch Berrath der Hausdiener, aus dem Bette gerissen und bloß mit der Jacke bekleidet in die Gesaugcnschaft fortgeschleppt zu werden. (Fortsetzung folgt.) Die Aussrillnulgen im |0nbi Tumilat. lieber die Auffindung einer bisher unter Ruinen begrabenen Stadt, deren Gründung durch den bcrühmtcsten aller Pharaonen: NamesseS II. SesostriS, in die Vlüthezeit dcö altegyptischcn Reichs gesetzt werden muß, berichtet Professor Dr. Lauth in Nr. 31 ״DcS Auslands״. Wir entnehmen diesem interessanten Aufsatze daS Folgende. -Herr Lauth entlehnt seine Darslellung Artikeln der englischen Zeitschriften ״Athenaeum" und ״Academh" vom 7. April bis 3. Oktober 1883, welche von dem Leiter der Ausgrabungen, Herrn Naville in Gens, und einem Augenzeugen, Herrn Stanley Lane-Povle, herrührcn. ״Der fragliche Punkt, im Munde der arabischen Bevölkerung Tell cl-Maschuta genannt, liegt so ziemlich in der Mitte zwischen Tell-el-Kebir und Jsmaileh am Timsah- oder Krokodil-See, gerade gegenüber der Station NamesseS. Die Beraitlassung, gerade diesen Punkt für eilte Ausgrabung zu wählen, lag in der Thatsache begründet, daß man dort, bei nur oberflächlichcm Nachsuchcn, zwei Sphinxe, eine Stele, daS Bruchstück eines Nao'S und eine Skulpturgruppe entdeckt hatte, welche den König NamesseS II. zwischen zwei (solaren) Göttern darstcllt. Diese Denkmäler wurden nach JSmailieh verbracht, wo sie sich jetzt noch befinden, und von H. Maspero, dem gegenwärtigen Direktor des Museums von Bulaq, in der ״Revue archiwlogique" 1678 besprochen. Da der Pharao NamesseS II. aus diesen Monumenten als Liebling deS GottcS Tum bezeichnet wird, so schloß Herr Navillc, daß sie auS einer nach dem Abendsonueugott Tum wegen seines Tempels benannten Lokalität stammen müßten. So ergab sich die Jdeutisikation dieses Pe-Tum, Tenipel deS Tum, mit dem biblischen Pithom, welches als VorrathSstadt (nebst RaluesseS) von den Ebräern für den Pharao erbaut wurde. In der That entdeckte Naville an der Ecke, wo die ungenannten Vorgänger schon daS Bild dieses Königs zwischen zwei Göttern anfgefunden hatten, ein Seiten stück dazu in situ. ES hat sich hier, und zwar zuiu ersten Male an dieser Stelle EghptenS, eine architektonische Eigenthümlichkeit gezeigt, die mem nothgedrungen auf den Begriff deS biblischen MiSkenoth, Magazine — unser Wort scheint fast eine MetathcsiS davon zu sein — beziehen muß. Innerhalb der großen UnisassnngSmaner nämlich, die quadratisch an jeder Seite ungefähr 200 in mißt und auS ungebrannten, ohne Strohhäckscl hergcstcllten Ziegeln besteht, befinden sich auf der ganzen Ausdehnung brunncuartig vertiefte Behälter von viereckiger Form, solid auSgemaucrt, ohne Ein- oder AuSgänge, wenn sie nicht von oben her durch Fallthüren zugänglich waren. Die einzelnen Gemächer oder Kammern, wenn man sic so nennen will, sind von einander durch 2'/2 bis 3 m dicke Wände getrennt. Dabei ist die Schichtung der Ziegeln eine sehr regelmäßige und durch Mörtel wohlgcfügtc. Etwa 10 bis 12 Fuß von dem Boden dieser Behälter aufwärts gewahrt man eine ungefähr anderthalb Ziegeln dicke Rinne, welche rings herum-

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