Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1884)
- Article
- Die Verkündigung des fünften Elul
- Date
- 1884-08-28
- Page
- 545 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. Aegrmnlet oo» Smnson Naphnel Hirsch, ^ai'smu'r li. ^sracfitirtTim JWigionRflffrllTItafi ju ImiiEfurt a.ü. Neue Folge. - Zweiter Fahrgang. Hcrausgcgebcn unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Isa«ll Kirsch. Dicsc Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSpreiS bei allen Postanstalttri nnd Buchhandlungen 2 J6. 5,0 für daS Biertcljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche VerlcigSbttchhand. lnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für U J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25,^ s. d. :!gespaltene Petitzeilc oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover, Theodorstr.5. Juhults-Verz» ichuisr von Nr. 35. Die Verkündigung dcö fünften Glnl. — Gedanken eines Nichtpredigers über die Predigt hFor'setznng!. — Zur Geschichte! der Juden in Mecklenburg ׳,Fortsetzung). — Die Ausgrabungen j im Wadi Tnmilat. — Nachlgestirne < Fortsetzung). — Zorrc< - sponden;en und Nachrichten: Hannover, Berlin (2), Breslau, Ans Ostpreußen, Bochum, Görlitz, Nenstettin, Wien, Brünn, Nadantz, Nonerdam, Belgrad. Petersburg (2), Dorpat, Bukarest, Brailn, Ncw-L)ork. — Ein glücklicher Wurf (Fortsetzung). — Inserate. Die Derltütldlgliitg des fiiuftni Elul. Noch stand daö Heillgthum auf Zion, der jüdische Staat aber war bereits der Snzerännät der babylonischen Weltmacht verfallen. Da war es am fünften Elul, fünf Jahre bevor die Soldateska NebukadnczarS unter Nebnsaradon heranstürmte und das Gotteshaus einäjcherte, ats dem Propheten Jecheskcl die große Offenbarung ward, welche in den Kapiteln acht, neun, zehn und elf niedcrgelegt ist. Sechs Jahre zuvor war der König Jehojachin- Jechoujah mit dem angesehensten Theile und der geistigen Elite des judäischen Staats in das babylonische Exil geführt worden, — auch Jechcskel befand sich unter der 1לה^, — der von Nebukadnezar eingesetzte König Zidkijah war ein Lasall des mächtigen babylonischen Königs. Trotzdem demnthigte er sich nicht vor Gott. Er fuhr fort, in den gottabgewandtcn Wegen seiner Vorgänger zn wandeln. ״Er blieb hartnäckig und starren Sinnes, nicht zu Gott, dem Gotte Israels zurückzukehren; nnd auch alle oberen Priester.und das Volk beharrtcn im zunehmenden Abfall — Und eS ward dem Propheten an diesem fünften Elul gezeigt, daß auch das Gottesheiligthum den Unlergang des Staats nicht anfzuhalten vermöchte. Denn aus dem Staate war daS reine Gottesbewußtsein gewichen, nnd der Tempel in den Dienst des gottentfremdeten Gebens gestellt worden. Die erhabene Stätte, von welcher die Heiligung alles Erdenlebens durch das Gottcsgesetz angebahnt werden soll, dem hier die Weihe des ganzen Menschenwesens in jedem Blutstropfen, der durch die Adern rollt, und jeder Empfindüng, die den Nerv durchzuckt, mit jeglichem Streben und Genießen gelobt wird, hatte diese hehre Be« stimmung eingebüßt. Gerade hier, wv die Annäherung an Gott, die Vermählung der Erde mit dem Himmel, gesucht werden sollte, wurden ihm die העבות גדלות אשר בית ישראל עשים פה לרהקה מעל מקדשי gezeigt, ״die großen Gräuel, welche das Hans Israel hier übt, mn Mich zu entfernen von meinem Heiligthume". Nicht Gottes Nähe durch die Hingebung an sein Gesetz