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Jeschurun · 1884-07-31 · Heft 31 (31.7.1884) · p. 489

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 31 (31.7.1884)
Article
Deutschland : Hannover [Nachricht]
Date
1884-07-31
Page
489 (sequence 1)
Language
German
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M 81. Jeschnrun. 489 Aus schwerer Zeit. Bon Jedidjah. Das Licht der Freiheit strahlt dir, Judah, nimmer. In Fesseln Syrien dich geschlagen hat, Erloschen ist für dich ihr gold'ner Schimmer! Deß!lagst du, Zion, hehre GotteSstadl. Wo sonst die hohen Könige gcthronet, Hält ihr Gclag der Syrer Söldnerschaar — Der Feldherr in den hcil'gen Hallen wohnet, Wo sonst der Sitz des Hohenpriesters war. Um seiner Lust und Leidenschaft zu sröhnen, Drückt schwer das Gottcsvolk der Bluttyrann, Die Wucht der Syrer-Fäuste macht es stöhnen — Wo ist die Freiheit, die es einst gewann? Doch scheinet ganz noch nicht die Freud' entschwunden AuS JndahS Mitte, — denn in Hellem Saal Sieht man, zum heiteren Gelag verbunden, Ein frohes Häuflein — bei dem Hochzeitsmahl. Heut' sührct heim aus edclem Geschlcchte Ein wack'rer Jüngling die geliebte Braut — Vergessen scheint der Druck der Römerkncchtc, Da er sein Glück zu schwerer Zeit erbaut. Beim Bechcrklang, im Hellen Lichtergtanze In Wonne strahlend sitzt das junge Paar — Doch horch! cs klirren plötzlich Schwert und Lanze, Und in den Saal tritt eine Syrerschaar. ״Ihr jnd'schcn Hunde! Schon so bald vergessen, WaS unser Obrer euch befohlen hat? Verdammtes Volk, vcrräth'risch und vermessen, Du trotztest dem Gebot des Herrn der Stadt! Befohlen ward, — und weh, wer cS nicht wüßte! Daß nie ein Mädchen würde angetraut, Bevor der Syrer-Hauptmann seine Lüste Befriedigt in dem Arm der Judenbrant. Auf! faßt die Dirn'! führt sie in seine Arme! Euch trifft die Strafe, wenn ihr zaudert hier!" Ergriffen wird vom wilden Syrer-Schwarme Die zarte Maid — die Sinne schwinden ihr. Bleich steht der Bräutigam — er schaut die Feinde — Es zuckt sein Arm — doch zwingt er seine Wuth — Er unnft — es folgen schnell ihm alle Freunde, Den Jünglingen wallt heiß daS Jngeudblnt. Und zum Tyrannen kommen sie gezogen, — Der wartet laug schon auf sein Opferlamm — ״Um deine Wonne bist du heut' betrogen!" Spricht er voll Spottes zu dem Bräutigam. 1 ״״Laß von der Braut, laß ab von deinem Plane!""! Ruft dieser kühnen MuthcS weithin laut. —; ״Du redest nur in eitlem, nicht'gem Wahne!" j Der Rohe faßt in seinen Arm die Braut.! Da rufet laut der Jüngling ohne Grauen: ״״Aus, auf, ihr Freunde, hindert die Gewalt! Befreit die Jungfrau aus des Wüth'richS Klauen!"" Sie scharen sich,, und wildes Streiten hallt. Er schlägt den Wüsten auf den Boden nieder, Umfaßt die Braut dann mit der Linken fest, Die Rechte känipst — doch fallen viele Brüder, Es trotzt der Ucbcrmacht ein kleiner Rest. Hei! blitzt das Schwert in JudahS starken Händen, Es sauset mächtig nieder Streich auf Streich, Daß sic dem Feind das Szepter jetzt entwänden. Daß die Gewalt den: guten Rechte weich'. Begeistert, für die Jungfrau'n hier zu streiten. Wirft Judahs Jugend nieder jetzt den Feind; Um den Geliebten Frieden zu bereiten. Steh'n fest die Jünglinge, in Treu vereint. Des Kampfes Ziel entflammet jedes Herze, — Der Feind entweicht — die Jungfrau ist befreit, Es haben stolz und kühn die scharfen Erze Dem schönsten Kampf die Jünglinge geweiht. KorrcsMrdmzcrl nud Nachrichtm. Deutschland. Hannover, 28. Juli. Wir haben in Nr. 46 des vorigen Jahrgangs den Erweis gebracht, daß die von dem ״L'Auti-Semiligne" ausgehende, von der ״N. Prcuß. Htg." rcproduzirte Veröffentlichung eines angeblichen Rundschreibens des Herrn Eremicux auf einer Fälschung beruhe. Die ״N. Prcnß. Ztg." hat sich seinerzeit beeilt, unter Bezugnahme auf unsere Angäbe die ihrige zu berichtigen. Der ״L'Anti-Sümitique" jedoch hat am!7. Februar d. I. dennoch dieselbe Lüge seinen Lesern ausgetischt, mit dem Zusatze, daß er das Original vor sich habe, dasselbe wörtlich abschreibe ohne ein einziges Wort zu ändern, und ferner, daß dasselbe im Ministerium dcS Innern liege. Wir widerlegen gern diese neue Lüge mit den Worten der ״N. Prcnß. (Kreuz-) Zrg.", welche schreibt: Beide Thalsachen sind indes falsch, wie aus folgendem, im jüngsten Monatsberichte der Alliance verösfcntlichLcn Briese des Ministers des Innern an den Sekretär der Alliance Jsraelite hervorgcht: ״Paris, 23. Juni 1884. Mein Herr! Sic haben bei mir angcfragt, ob ein Schriftstück, welches sich auf die Alliance Jsraelite bezieht, dem ZeitungS-

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