Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1884)
- Article
- Israels Trost
- Date
- 1884-07-31
- Page
- 481 (sequence 1)
- Language
- German
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XVII. Jahrgang. H-""'°vcr, de»?8» M 31. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. fiKpuitrf B011 Samivtt?iciphncl Hüflh, cttttP'lmikr il. fsrncfitiftftpu firfipnsgffcIMafI; 511 iVmißfiirf a. Nene Folge. Zweiter Jahrgang. Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von Ismic Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Dogen stark. — AbonnementSpreis bei allen Postanstalten und Buchhandlungen 2 J6. •r>0 sür das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Verlagsbuchhand» lnng zu Hannover. — Die Erpedition vericndct auch direct und sranko unter Streifband den Jahrgang für \2 J6. oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich-, für "1-J M. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. —?(115eigen werden mit 2f>.^ s. d. :;gespalten.׳. Petitzcile oder deren Nanu! berechnet. — Gxpediti on: Hannover, Theodorstr. 5. Jnhalts-Vcrzi'ichttisr von Nr. 3L. Israels Trost. — 31111! Lcrständniß der neuesten Phase der Reform (Fortsetzung). — Ncber die Stellung der indischen Lehrer in der Provinz Hannover (Fortsetzung). — הסד יאמת Wohlthatigc Wahrheit ^Fortsetzung >. —■ Nachtgestirne! Fortsetznng.) —?lns schwerer Zeit. — Korrespondenzen und Nachrichten: Hannover, Berlin,?lns der Landdrostci Lüneburg, Bochum, Kolberg, Würzbnrg, Wien (Z), Preßburg, Krakau, Prag, Amsterdam,?lnS dem südlichen Nnstland, Ncw-?)ork (2), Pa» lästina. — David Haller (Schlug). --- Inserate. Israels Troß. Noch glänzet die Thranc des neunten Aw in Israels Auge, noch schwebt die Kluge über Zions Fall auf seinen Lippen, da nahet sich der Trost und trocknet -die Zähre und beschwichtigt die laute Klage und den stillen Seufzer. Der Sturm der Weltgeschichte ist über Israel dahin gerauscht und hat es vor sich hcrgetriebcn gleich haltloser Spreu, die Wogen der Leidenschaften sind über seinem Haupte znsammcngeschlagen — Zsrael sank nicht hinab in die Untiefe zur ewigen Nacht. Ein neuer Orkan stürmt auf es ein und wirst Israels Hütten zu Boden. Der Angstschrei seiner Frauen und Kinder, der bange Seufzer seiner Männer steigt zum Himmel empor — Israel verzweifelt nicht, und unter dem schwersten Leid dringt der Balsam des Trostes in seine Brust. Israel ist noch die verhvhntcste, gehaßteste, gehctzteste, elendeste, schwächste Menschensamilie, belastet mit dem Spott der Brndcrmenschheit, mit neidischem?luge betrachtet. Man mißgönnt ihm die Minute der Ruhe, den Genuß seines Fleißes, die Errungenschaft seines Geistes. Seine Schwächen werden ihm als lodeSwürdige Verbrechen, seine edlen Anlagen als die Menschengcscllschaft bedrohende Neigungen, seine Tugenden als hassenSwerthe Vergehen angerechuet. Es ist ein Attentat auf das Wohl des Staats, dem eS angehört, wenn seine Söhne sich auszcichnen in Wissenschaft und Kunst, wenn sein Gewerbfleiß Blüthen zeitigt, wenn seine Nüchternheit und Sparsamkeit die Existenz der Seinen sichert, wenn sein häuslicher Sinn ihm ein friedliches Heim gestaltet, wenn seine Menschenliebe des Bruders Armuth stützt, wenn seine Bürgertugcnd ihn für Gemeinde und Staat wirken läßt. Aber trotz dieses wehmuthSreichen Looses verliert Israel nicht die Hoffnung auf die Zukunft, und mit dieser Hoffnung zieht Trost bei ihm ein. Woher diese Hoffnung dem hoffnungslosesten Volke, -iejer Trost gegenüber dem trostlosesten Geschick? Warum