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Jeschurun · 1884-06-26 · Heft 26 (26.6.1884) · p. 410

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 26 (26.6.1884)
Article
Erklärung
Date
1884-06-26
Page
410 (sequence 2)
Language
German
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410 Hamburg. S. Horwitz, Rabbiner, Leipzig. H. M. > Cohn, Distrikts - Rabbiner, Klcincrdlingcn. vr. S.! Marx, Rabbiner, Darmstadt. I. Nobel, Rabbiner, l Halberstadt. Spitz, Rabbiner. Heigcrloch. 1)!׳. Kahn, Rabbiner, Wiesbaden. Korrcs-ondeuzcn und Nachrichteil. Deutschland. O Hannover, 22. Juni. Die ״Hannoversche Post" erlaubt sich in ihrer Nr. 1502, zu behaupten, das; die von jüdischer Seite abgegebene Erklärung: ״daß die Stellen des Talmuds, welche von den Indenhasscrn als Feindscligleit gegen die Christen ausgcgcben werden, nach den klaren Ausführungen des Talmuds selbst sich niemals ans Christen bezogen haben und nicht auf sie beziehen können" — ״auf Unwahrheit beruht, und daß diese Feindseligkeiten sich allerdings auf Christen beziehen, sei hundertmal aus dem Talmud und der jüdi> scheu Literatur erwiesen." Zum Erweis für diese ihre Behauptung beruft sie sich auf die Aussage, welche Professor CU l dem ei st er kürzlich vor dem Gerichte zu Bonn in Sachen der Anklage gegen Maas; (Verfasser der .,Isaatiade") deponirt habe. Wir haben über diesen Fall in Nr. 20 ausführlich berichtet und mitgetheilt, daß Maaß für seine literarische Leistung mit einer Gesäi'.guisistrase auf die Dauer von sechs Wochen bedacht worden ist. Der ״Hannoverschen Post" haben wir zu erklären, daß das Dementi, welches sie jener Erklärung von jüdischer Seite cutgegeuzustelleu wagt, auf einer totalen Verkehrung her Wahrheit in ihr Gegentheil beruht. Wir nehmen an, daß cs der ״Hannoverschen Post" um Wahrheit zu thnn sei, und daß es ihr gewiß hoch erfreulich ist, wem! sie, eines Frrthums überführt, in die Lage sich versetzen kann, der Wahrheit die Ehre zu geben, will sic ja doch im Dienste des echten Dcutschthums, des wahren Konjervatismus und des aufrichtigen Christcnchnms stehen. Wir glauben deshalb, aus ihren Dank rechnen zu können, Wenn wir ihr das Folgende mitthcilen. Herr Professor Gitdemeister in Bonn mag ein guter Kenner der orientalischen Sprachen sein, aber darum versteht er doch nichts vom Talmud und den jüdischen Neligiousguelleu, und cS ist in der That nur dieser Unwisseuhcit zuzuschrciben, daß er als Kenner orientalischer Sprachen sich herausuimmt, auch über jüdische Religionswissenschaft als Sachverständiger sich auszugeben. Seit wann sind denn Theologie und Linguistik identisch? Nun aber ließ sich der Beniner Professor herbei, ein Pamphlet, welches ans einem andern Pamphlet, dem IustuS'schcn Indcnspiegel, ausgeschrieben war, als einen richtigen Zitatenschatz jüdischer Ncligioussatzungcn zu erklären. Dieser ״Indcnspiegel von Du. InstnS" ist aber in unserer Zeitung Nr. 5. 6, 8. 10.3 2.13. 22 vorigen Jahrgangs einer sehr eingehenden Wissenschaftlicht» Kritik unterzogen, und unwiderleglich dargethan worden, daß derselbe schändliche Fälschungen, Erdichtnngcn und Lugen enthalte und ans vollständiger Unkenntniß des Gesetzes und absichtlicher Unwahrheit sich seine Satze znsamincngcstcllt habe. Insbesondere aber ist daselbst die als Axiom von Fnstns ausgestellte Behanptnng, Aknin sei ״nichts anderes als Christ", als Lüge antentisch nachgewicsen und ferner aus den Quellen klar dargelegt: ״daß der Jude den Christen und Muhanicdancrn gegenüber nach den auf dem Talmud beruhenden Aussprüchen der hervorragendsten Gesetzeslehrer früherer und fpätercr Zeit nicht nur, wie selbst den Götzendienern gegenüber, zur strengsten Rechtlichkeit und Wahrhaftigkeit, sondern auch zur Beobachtung der ans Rücksichten des Wohlwollens, der Billigkeit und Menschenliebe fließenden Anforderungen verpflichtet ist, die dem Talmud gemäß denjenigen Nichtjndcn gegenüber zu beobachten sind, die sich vom Götzcnthnm losgesagt und ׳ die allgemeinen menschlichen Pflichten als verbindend anerkennen, daß daher alle diejenigen Bestimmungen, die zum Schutze gegen solche Völker getroffen wurden, bei denen die schwersten Verbrechen gegen Leben, Eigcuthum und Sittlichkeit ungestraft geschchm sind, auf Christen und Muhamcdancr keine Anwendung finden können." Sollte aber die ״Hannoversche Post" den Nachweisungen des ״Jeschnrnu" nicht .ganz trauen, so stellen wir ihr dieselben sehr gern zur Verfügung, damit sie solche von Herrn Professor Franz Delitzsch in Leipzig, der von der ״Hannoverschen Post" vielleicht selbst neben Herrn Professor Gildemeistcr als Autorität angesehen werden dürfte, auf ihre Wahrheit prüft» lassen und sich ans Ehre und Gewissen verpflichten möge, dieses Gutachten von Delitzsch alsdann wörtlich in ihren Spalten zum Abdruck zu bringen. V/. Frankfurt a. M., 15. Juni. Vor einigen Monaten versuchte ich durch Vermittelung Ihres geschätzten BlaltcS die Anregung zur Gründung eines Vereins zur Bekleidung für bedürftige israelitische Mädchen zu geben, in der Annahme, daß ein derartiger Verein hier noch nicht cxistire. Wie ich nun zn meiner angenehmen Ucbcrraschung erfahre, besteht allerdings ein solcher Verein, und hat derselbe dieser Tage seinen ersten Bericht abgestattet. Dieser Verein zur Bekleidung israelitischer Mädchen, welche hiesige Schulen besuchen, wurde 1862 an Stelle des WohlthätigkcitvcrcinS gegründet. Den Statuten zufolge kann er erst in Wirksamkeit treten, wenn er über einen Fond von 3000 verfügt. Vis jetzt betragt solcher aber nur 2175^/L, wovon 300 0Ü Herr Georg Speyer gespendet hat. Ein Beitrag

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