Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1884)
- Article
- Erklärung
- Date
- 1884-06-26
- Page
- 409 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^§26. 409 Jeschurnn. Erklärnu g. Die Unterzeichneten haben an der an! 4. und 5. Juni d I. in Berlin statlgchabtcn Rabbi!1er-Versammlnng vorzugsweise wegen der Punkte II. und 111 der Tagesordnung derselben nicht theilgenommen. Plmkt II betreffend, so verleugnen mehrere der einladenden Nabbincn in ihrer össcntlichen Thätigkeit, wie in ihren Werken, die von uns unverbrüchlich festgehaltene Berpflichtnugskraft des schriftlichen und mündlichen Gesetzes und die daraus gewonnenen halachischen Dczisioncn. Es erschien uns daher eine gemeinsame Berathung und Beschlußfassung zur ,,Hebung des reli-. giösen Sinnes und zur Förderung des NcligionsunterrichtcS" unmöglich, zmnal da jeder religioseDiffer e n z p n n k t v o n d e r D i s k u s s i o n a u s g c s ch l o s s e n bleiben sollte. Nncksichtlich des Punktes 111 (Bildung eines Vcrbandes der Rabbiner Deutschlands) erschien unS die Fassung viel zu dunkel. Der zu gründende Verband konnte einen materiellen Inhalt haben, ein Verband zur Lebensversicherung re. sein, worin cS keine Trennung zwischen den verschiedenen Richtungen gicbt. Er konnte aber anch, — was wir für wahrscheinlicher zu halten Grund hatten —, gleichsam eine offizielle Definition des Prädikats ״Rabbiner" im Auge haben, worüber zwischen den Anhängern des gesetzcstrenen Judenthnms und den mehr oder minder reforntistisch gesinnten Nabbincn eine Einigung unmöglich ist. In Bezug auf Punkt I erklären wir, wie alle unferc Vorgänger, s. A.: Das Gebot der Rächstculicbe, welches im!1. Buch Mojes Kap. UI V. 18 mit den Worten: . ״Und Du sollst lieben Deinen Nächsten, wie Dich selbst, ich bin der Ewige"" verkündet wird, bezieht sich nicht allein auf den Stammesober Glaubens-Genossen, sondern ist ebenso wie das daselbst Kap. 24 B. 22 verkündete Gebot der Gercchtiqkeit: ״Ein Recht sei Euch, der Fremde sei wie der Eingeborene, denn ich bin der Ewige, Euer Gott"' als ein rrrreirrgeschränktcs, alle Men scheu remfassendes Gebot anznsehcn. Jeder, der sein Menschenthum darin bekundet, daß er sich zu den sieben noachidischcn Geboten ״) verpflichtet erachtet, gilt den! Jndenthum, anch wenn er in einem *) Diese sind: Enthaltung vom Götzendienst, von der Blutschuld, der Unzucht, dem Raube, das Gebot der Rechtspflege, das Verbot der Gotteslästerung, des Genusses eines von einem lebenden׳ Thiere entfernten Gliedes.׳ anderen Bekenntnisse geboren ist, als theilhastig der ewigen Seligkeit, nach'dem Spruche R. Josnas: ״Anch die Fr-ommen der Völler haben Antheil an der ewigen Seeligkeit." Diese Lehrsätze' sind die Grnndbestimmuugcn für die inLerkonscsswnelle Stellung des Indenthums. Wenn dem gegenüber in dem ausgedehnten jüdischen Schriftthmne entgegengesetzte interlonsessionellc Aussprüche sich vorsinden, so beziehen sich dieselben nur auf Heiden, welche gcge!l die genannten Gebote verstoßen, nicht aber auf Airgehörige etueä monotheistischen Bekenntnisses. I. Adler, Distrikts-Rabbiner, Kitzingen i. B. De. S. Auerbach, Oberrabbincr, Halberstadt. De. B. Vacr, Rabbiner, Grandenz. De. O. Bachr, Rabbiner, Koschinin. M. L. Vanrberger, Distrikts-Rabbiner, Bad Kissingen. Nathan Bamberger, Distrikts-Rabbiner, Wnrzbnrg. Simon Bamberger, Distrikts-Rabbiner, Aschaffcnbnrg. De. E. Baneth, Rabbiner, Krotoschin. * A. Caro, Rabbiner, Pinne. De. Cahn, Provinzial- Rabbiner, Fulda. H. Caro, Kreis-Rabbiner, Löbau. De. A. Cohn, Distrikts-Rabbiner, Jchcnhauscn. De. I. Cohn, Rabbiner, Kattowitz. De. S. Cohn, Rabbiner. Berlin. De. Cohn, Rabbiner, Wrcschcn. M. Dreyfnß, Rabbiner, Sulzburg. De. N. Chrenfeld, Rabbiner, Gnesen. Jakob Chrcnreich, Rabbiner, Höchberg. De. I. Freymami, Rabbiner, Ostrowo. De. L. Heilbut, Nab׳ bitter, Merchingen. De. I. Hildesheimer, Rabbiner, Berlin. A. Hirsch, Distrikts.Rabbiner, Bnrgprcppach. De. N. Hoffmann, Rabbiner, Neustcttin. De. Ni. Horwitz, Rabbiner, Frankfurt a. M. De. M. Jacobssohn, Rabbiner, Schrimm. De. I. Jsaaksohn, Rabbincr, Hamburg. De. M. Lchnianu, Rabbiner, Mainz. De. M. Lerncr, Rabbiner, Winzenheim. S. Lewin, Rabbiner, Wittkowo. De. L. Löb, Ober-Rabbiner, Altona. H. Laudau, Rabbiner, Naschkow. De. I. Löb, Rabbiner, Samter. De. L. Löweiistcitt, Rabbiner, Geilingcn. De. L. Münz, Rabbiner, Kempen. De. L. Munk, Provinzial-Rabbmcr, Marburg i. Hessen. A. Nenmart, Rabbincr, Vyk. E. Pickard, Rabbiner, Nandcgg. Di׳. H. Plato, Rabbiner, Köln. De. C. Pleßner, Rabbiner, Rogasen. De. S. Poper, Rabbiner, Czarnikan. De. 91'. Sänger, Rabbiner, Bingen. De. S. Schiffer^ Rabbiner, Karlsruhe. De. A. Singer, dtabbincr, Niederscpt. De. A. Salwcndi, Bezirks-Rabbiner, Dürkheim. De. I. Strauß, Kreis- Rabbiner, Rothenburg i. Hessen. G. Tiktin, Königl. Landes-Rabbincr, Breslau. S. Wäldlcr, Rabbiner, Schönlauke. Wormser, Rabbiner, (Uersfeld. Lob Wißnrann, Distritts-Nabbiner, Schwabach. Obiger Erklärung schließen sich anch die Unterzeichneten an, welche zu der erwähnten Nabbmcr-Versanunlung nicht eingeladen wurden: De. Ehrrnann, Rabbiner, Trier. M. Fried, Rabbiner,