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Jeschurun · 1884-05-29 · Heft 22 (29.5.1884) · p. 341

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 22 (29.5.1884)
Article
Die Hyperorthodoxen
Date
1884-05-29
Page
341 (sequence 3)
Language
German
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341 Thora durch Gensdarmen fortgeholt wurden?? — Das ' ist nun allerdings heute Gottlob nicht mehr möglich.! Die. Orthodoxen sind gerade so gebildet wie die Ne-! formcr, und die orthodoxen Rabbiner gerade so gelehrt; wie sie. Darum —" j ״Ja, ich verstehe es jetzt," unterbrach mich der Rachbar. ״Wir sind deshalb die Hyperorthodoxen und verüben so schreckliche Thaten. — Gut, daß der Herr Assessor gerade vorbeiging."- Kollektiv-Berichte aus Ungarn, xxxv. ותשועה ברב יועץ diese alte Wcishcitsregek beherzigend, freuten wir uns innig, daß die brennende Jeschiba-Frage in Ungarn auch voll anderen Seiten einer Besprechung gewürdigt wurde. Wohl lassen die im ״Jeschnrnn" akifcinanderfolgend erschienenen beachtcnswcrthen Aufsätze manche Korrekturen und Ergänzungen zu, doch in der Hauptsache sind die Ansichten klar und präzis ansgedrückt, und wir freuen uns, konstatircn zu können, daß alle in dieser hochwichtigen Angelegenheit lantgcwordcnen Stimmen ein gleiches Ziel und einen gleichen Zweck anstreben, der Regelung des ungarisehen Jeschibawescns Vorschub zu leisten. Besondere Anerkennung verdient Herr Obcrrabbilter K. Weiß, der zur Förderung des Ncorganisationsirerkes mit praktischen Nathschlägen in die Arena getreten. Er hat sehr korrekt ein Hauptaugenmerk ans die materielle Seite, den Kostenpunkt, gerichtet, und weil wir eben die Bentilirung und Klarlcgnng dieses Punktes für sehr wichtig halten, wird der ehrwürdige Herr W.. um der heiligen Sache willen, die wir gemeinschaftlich vertreten, es nicht für ungut nehmen, wenn wir zu seinem schönen Artikel einige nicht 1mwesentliche Bemerkungen uns gestatten. — Was wir vor Allem und ai.srichtig bedauern, ist בי פי שנים ברוחו daß der wackere ehrwürdige Herr einen allzngroßen Maßstab angelegt, und, wie man gemeinsprichwürtlich zu sagen pflegt, ״das Brod gar so hoch gelegt, daß man es nicht erreichen kann." Wir begegnen in seiner Enunziation einem ״Zuviel" und einem ״'Zuwenig". — Für das Letztere haben wir wohl einen plausiblen Entschnldignngsgrnnd, denn wer cs weiß, mit welchen Faktoren man hier zu Lande zu rechnen hat, wenn man mit ähnlichen Plänen vor das Forum der Oesfentlichkeit tritt, der wird es dem ehrwürdigen Herrn Ober- Rabbiner nicht verargen können, daß er blos von ״allgemeinen Schnlgegcnständen" spricht, welche an der Jeschiba als profane Wissenschaften zu lehren wären; und schon der Umstand, daß Herr W. für den llnterricht dieser ״allgemeinen Schnlgcgcnstände" an den Talmud-Hochschulen mindestens zwei Stunden täglich empfiehlt, spricht dafür, daß er hinter diesen dnnklen Worten seine Gedanken verbergen wollte, und wesentlich mehr wünscht, als ״allgemeine Schnlgegensrändc" im vnlgären Sinne besagen wollen; er dachte hierbei sicherlich an die talmudischc Regel תפשת מרובה לא תפשת תפשת מועט תפשת. Daß Se. Ehrwürdcn die Krcirung von acht Hochschulen proponirt, dagegen läßt sich nichts cinwcndcn, es mag ad vocem blos bemerkt werden, daß cS sehr ausfallend erscheint, daß in der kurzen, sonst glücklich znsammcngestellten Liste D a l as s a - G y'a r m a t fignrirt, während Paks und Surauh umgangen wurden. — Doch wir wollen zur Hauptsache Zlirückkommen. Die Reorganisation, im bcscheidendstcn Stile, beansprucht nach Berechnung des Herrn Ober-Rabbiner W. 50 000 Gulden pro Jahr! Herr W. fühlt es wohl selbst, daß er zu hoch gegriffen, und ist redlich bestrebt, ״das Projekt in ein plausibleres Licht zu stellen." Das Ncorganisirniigs-Projckl hat leider m verschicdenen Lagern zahlreiche Feinde, hier blinde Vorcingcuommenheit, sinstcrcr Fanatismus — und dort, im Lager der Kongreßler, die berechtigte Furcht, die den Zeitenansorderuugen entsprechend organisirtcn Jeschiba könnten ihrem Schoßkindchen, dem Seminar, den Garaus machen. — Und wir »vagen die Behauptung, daß diese kalte Berechnung, die znrückschrcckendc Summe 50000 Gulden pro Jahr der Nealisirnng seines StrebczicleS mehr geschadet, als alle Feinde des Projektes hüben und drüben es je vermocht hätten. — Sehr schade, daß der ehrwürdige Herr :Rabbiner W. nicht auch hiebei die oben angeführte tatmudijehc Regel sich vor Angen hielt, er hätte dann sicherlich nicht mit doppelter Kreide gerechnet, oder überhaupt jede Berechnung wohlweislich unterlassen. — Allerdings ist blos im Gebiete der Mathematik Evidenz, — aber wenn man bei jeden! Projekte erst berechnen, Zahlen undZisfern anssteilen wollte, um die Schwierigkeit der Ausführung zu konstatircn, dann werden die mathematischen Resultate die heilbringendsten Unternehmnngen im Keime ersticken, denn wie sonst als in unseren Tagen bewährte es sich so sehr כסף יענה את הבל. Und wahrlich, es ist gar kein Grund vorhanden, der Nealisirnng einen solchen Gelddamm entgegenzusctzen und die Aufgabe so groß und schwer zu machen. eS läßt sich ans ganz praktische Weise den Ausgabe-Etat bedeutend rcdnziren. Vorerst ist cs ganz ungerechtfertigt, das Gehalt der Lehrer mit je 500 Gulden pro Jahr zu sixircn. In jeder der angeführten Gemcinden sind Volks-, Bürger- oder Mittelschulen, an welchen brauchbare Lehrkräfte wirken, welche gern für 150, hoch 200 Gulden, durch zehn Monate täglich

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