Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1884)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1884)
- Article
- Das jüdische Kriegerdenkmal
- Date
- 1884-05-15
- Page
- 305 (sequence 1)
- Language
- German
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20. Ajar 5644. iS. Mai 1884. zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haris, Geincinde und Schule. fJcflriimlet vo» Samson Naphaci Hirsch, Ällös'iilcr ll. I8rl1esi!>s>s>r» rPtflioiiRHeFrfffcfiajt zu fnuififiirl a. HL Nene Folge. Zweiter Jahrgang. HerauSgcgeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von IhiUc Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemcntSprcis bei allen Postanstaltrn nnd Buchhandlungen 2 J6. 5>0 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Vcrlagsbnchhaud« lung zu Hannover. — Die (Spedition versendet and) direct nnd fvaufo nnter Streifband den Jahrgang für 12t׳& oder 7 Gulden östcrr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für l t <,&. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25» H s. d. :!gespaltene Petitzeile oder deren Nanm berechnet. — Expedition: Hannover, Theodorstr. 5. Inhalts-Verzeichnisvon Nr. 20. Das jüdische Kriegerdenkmal. — Winke für religiöse Er- Ziehung. — Kollektancen talmndischer Sentenzen. — הפד דאפת Wohllhütige Wahrheit. lFürtscpnng!. — Nachtgestirne. — Der KleSmor. IV. Beim Tanze. — Korrespondenzen nnd Nachrichten: Hannover, Berlin (2), Frankfurt a. M., Kaiserslautern, Wien (2), Baja, Prag (2), Amsterdam, Aus Holland, Kiew, Montreal. — David Haller ^Fortsetzung). — Inserate. m. h. Das Disllje Kriegrrdkltlrmal. Es giebt sicherlich Niemanden, den der Anblick der Kriegerdenkmäler nicht siimpalhisch berührt hätte, mit welchen auch die kleinsten Städtchen das Gedächtnis ihrer Kinder ehren, die den Tod für's Vaterland gestorben. Wie glänzen ihre Namen in goldenen Buchstaben im goldcncncn Sonnenstrahl! Und 1m־ wäre nicht stehen geblieben, an einem solchen Denkmale nnd hätte die Namen derer nicht voll Rührung gelesen, deren junges Leben im Ehrendienste der Pflicht einen so ruhmreichen, wenn auch so frühen und so jähen Abschluß gefunden, und hätte nicht, zu gleicher Pslichtthat erhoben, zu gleicher Treue begeistert, zugleich auch voll inniger Theilnahme der gramgebeugten Eltern gedacht und der trauernden Brüder und Schwestern und der untröstlichen Bräute, 'für die in das allgemeine nationale Hochgefühl, in die allgemeine Freude über das glorreich erstandene Vaterland, ein so herber Wermnthstropfcn bitter herben Wehs sich mischte. Nur wenige Jahre aber werden in'S Land gegangen sein, wer bleibt dann noch beim Kriegerdenkmal stehen? Die Sedanfcier ist in die Schulen gebannt, die Bräute haben Ersatz und die Geschwister haben Trost gefunden, die Lebenden haben rasch vergessen, was sic den Todten verdanken, und ach! nur ein kleines Plätzchen giebt's, aus dem das Gedächtniß der Heldensöhne nicht schwindet, indem das Bild der längst Erblaßten nimmcr erblaßt: das ist das Mnttcrherz, das kein Kind je vergißt, das unter seinem Herzen einst geathmet, das Mnttcrherz, das seinen Schmerz still birgt als einen theuren Schatz, — sie würden ihn ja nicht verstehen, die Anderen. Und wenn auch dieses Her; bald stille steht — dann ist in nichts zcrflattcrt und geschwunden von weiter Erde ihr Gedächtniß. — — Wie ist cs auch in dieser Beziehung so ganz anders mit der jüdischen Nation! Wie einzig sieht auch in dieser Beziehung der jüdische MenschenkrciS da! Er hat auch die allgemeine Dienstpflicht, hat sie bereits seit Jahrtausenden. Und diese Dienstpflicht ist eine in Wahrheit allgemeine, sie umfaßt alle Glieder der Nation,