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Jeschurun · 1884-05-01 · Heft 18 (1.5.1884) · p. 275

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 18 (1.5.1884)
Article
Von Herrn Rabbiner Fink geht uns das folgende Schreiben zu
Date
1884-05-01
Page
275 (sequence 2)
Language
German
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275 flriiiikr hier;11 einem Unternehmen vereinigt, welches sich später dem orthodoxen Judenthum gegenüber zu einem Wesen entwickelt hat, das dem בני; במה יתעצמו;ui* Zeit des בית המקדש יבנה במהרה völlig gleichfommt. Wie der בונה במה sieh von ירושלים ובית קדשו trennt, so hat auch der Tempel der Erwähnung des בית הבהירה וקרבנוהיו in seinen (Gebeten entfalt: Wenn idi mm sagte: ״weil sich hier dasjenige vollzogen und zum lebensfähigen Fortbestehen entwickelt hat. was vom Standpunkte des Talmud, selbst mit Preisgebnng ge-- wisscr Borsd)riften, zu verhindern ist." so habe ich damit eben auf den Tempel hingedentet, der durch seine günstige Finanzlage IcbenSsühig ist, und eS gar nicht abzusehen ist, wann derselbe zur Erkcnntniß der Wahrheit kommen wird. Da nun der Talmud (כונה נ״ב,! ichrr: יצר הרע דומה להוט של בוכיא ולבסוף דומה סן ,בעבותות העגלה ist es höchst wahrscheinlich, daß auch die Begründer deS Tempels nicht sofort mit ihren extremen Forderungen anfgetreten sind, daß sie vielmehr anfänglich nur solches verlangt haben, was nachgegeben werden müßte, wenn man die spätere Ent- Wickelung voransgesehen hätte, wie dies die von mir zitirte גמרא in הנינה nebst ר״אש lehren. Beachtet man ferner, daß in hiesiger Gemeinde der Tempel sich von den Orthodoxen getrennt hat, und nicht nmgekehrt, wie dies and) Herr 1)1׳. Gngenheimer hervorheb!, so ist der Borwurf gegen die Orthodoxen Hamburgs, den derselbe mir insinnirt hat, ganz ungereimt. Des Weiteren über diesen Punkt zu sprechen, behalte id) mir bei anderer Gelegenheit vor. Ergebenst R. Fink, Rabbiner." -Hieraus erwidert Herr Di׳. G11 gcnhei 111 cr: ״Herr Rabbiner Fink hat sid) in Bezug auf eine Stelle meiner in diesem Blatte sich befindenden Besprechung feiner Broschüre;11 einer ״Berid)tignng" veranlaßt gesehen, aus deren Wortlaut hervorgeht, daß er damit nur seine S. 331 d. Bl. von mir zitirte Aenßernng dahin interpretiren will, daß die darin auSgesprochene Mißbilligung nid)t gegen die gefetzeStreuen Inden in Hamburg, sondern gegen den dortigen Tempelverband gerid)tct ist. Dieser Selbstbcrichtigung gegenüber hätte ich natürlid) gar 11id)tS zu bemerken. Da dieselbe aber damit eingeleitel wird, daß id) ,.gewaltig geirrt", glaube id) dod) nochmals auf die erwähnte, wörtlich von mir angeführte Stelle deS הכד יאמת Hinweisen zu sollen, in der der Verfasser betont, daß die von ihm erwähnte Spaltung ״vom orthodoxen Standpunkte ans tief zu beklagen ist." Id) überlasse eS nun jedem Unbefangenen, zu beurtheilen, ob ein mit so besonderem Nachdrucke vom orthodoxen Standpunkte ans erhobener Borwurf als gegen den Tempelverband oder gegen die orthodoxen Inden gerid)tet anfgesaßt werden muß? ob man eS für möglid) halten konnte, daß Jemand gegen diejenige Richtung, von der zuerst der Nanic Orthodoxie als geringschätzende veräd)tliche Bezeid)N1mg der dem jüdischeu Religionsgesetze Trengebliebenen gebraucht wurde, ״vom orthodoxen Standpunkte aus״ einen Borwurs erheben will? ob es Jemanden einsallen konnte, daß Herr Fink in seiner Broschüre, die ״ein 'Wort zur Beruhigung" für seine Gemeindegenossen sein soll, bei Sd)ilderung der gegenwärtigen Berhültnisse, wie ans seiner ״Berichtigung" zu entnehmen, sid) in Bcrm 11 t h n n g e n über dasjenige ergehen wollte, w a S v o r der ft) r ü n d u n g des T e m p elve 1 eiuS, also v o r (5ו I a l) reu, seines DasürhaltenS zu vermeiden gewesen wäre, und daß er mit seiner Anführung der Talmndstelle in Ehagiga einen Tadel gegen Diejenigen aussprechen wollte, die vor mehr als <iü Jahren in -Hamburg sid) nicht;11 denjenigen Konzessionen cntschlossen, die, s e i >1 e r A n sicht n a ch, zulässig gewesen wären? Wenn man ferner erwägt, daß Herr Rabbiner Fink in seiner Broschüre nicht den in seiner ״Berid)tigung" zugestandenen Abfall desTempelverbandeS, sondern nur die ״Spaltung" beklagt, und auch am Schlüsse nur mahnt, ״die vorhandene Spaltung zu beseitigen", aber kein Wort dafür hat, daß, so lange der Tempelverband ans seinem Standpunkte verharrt, die ״Spaltung" daS einzige NettungSmittel der GefetzeStreuen ist und die Beseitigung der Spaltung vom jüdischen Gesichtspunkte ans nur dann gewünscht werden könnte, wenn der Tempelverbaud zum alten jüdisdien ReligionSgesetze zurüdkehren würde; wenn man sid) ferner vergegenwärtigt, daß die ״Bernhigniig", die durch die Broschüre des Herrn Rabbiner Fink erzielt werden soll, dod) mir für diejenigen als Bedürfnis; erscheinen kann, denen das von ihm bekämpslc Gutachten maßgebend ist: so muß man zur Einsicht gelangen, daß eS keineswegs, wie Herr Rabbiner Fink nun behanplet, meinerseits eine I n s i n n a t i o n war, den in seiner Broschüre enthalteuen Borwurs als an die Adresse der Orthodoxen Hamburgs gerid)tet zu betrad)ten. Unrichtig ist and) die Angabe deS Herrn Fink, daß von mir hervorgehoben oder auch nur irgendwie ausgesprochen worden sei, daß in der Hamburger Gemeinde ״der Tempel sid) von den Orthodoxen getrennt hat"; ich sagte vielmehr, daß die Mitglieder deS Tempelverbandes ״lange bevor sich die gesetzeStreuen Juden von ihnen trennten," sid) ein den Abfall vom Jndenthnn! involvirendeS Gesetz gemad)1; mit dem Abfälle vom Judenthmn ist aber crsahrungögemäß

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