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Jeschurun · 1884-04-09 · Heft 15-16 (9.4.1884) · p. 242

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 15-16 (9.4.1884)
Article
Deutschland : Berlin, 6. April [Nachricht]
Date
1884-04-09
Page
242 (sequence 2)
Language
German
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242 ^onoffcn beispielsweise trotz des offenen Widerspruchs eines Delitzsch auf ihrer vorgeblichen Ansicht beharren, daun lassen sic sich wahrlich auch durch eine Erklärung der Rabbiner in ihrer Verunglimpfung des Indenlynms nicht irre machen. ״Die Rabbiner werden wahrlich nicht zngeslehcn, was wir als die Wahrheit über das Indenthnm behaupten, sie sind ja Inden und selbst Partei" — das ist das aus der Hand liegende Argument der Judenfeinde einer Erklärung von Rabbinern gegenüber. Wozu also eine solche offene solenne Erklarung? Während der erste Punkt des Programms eine — meiner Ansicht nach höchst überflüssige — Abwehr nach Auren verlangt, beschäftigt sich der;weite Punkt über die Mittel zur Hebung des religiösen Sinnes imb dcs Religionsunterrichts, mit rein inneren Angelegenheilen. Wenn die Herren Einbernser der Rabbiner- Versammlung mit dem ersten Theil dieses;weiten Pnnttes: Hebung des religiösen Sinnes an die Hebung des religiösen Sinnes der Rabbiner gedacht haben sollten, so würde ich diese Absicht als sehr zeitgemäß und im hohen Grade ersprießlich finden. Es hätten dann die Rabbiner sich in ernster Bcratljnng und reu׳ mnthigcr Erkenntnis gegenseitig;11 gestehen, welche Last der Verantwortung für deit Abfall der Gemeinden ans ihnen ruht, wie sic es vielfach gewesen, welche den _,,.., ......_ _;J. irreligiösen Sinn erzeugt und gefördert haben; zunächst tichkeit der ganzen mündlichen Lehre für einen Fundaverdienstvolles Werk vollbracht, für welches ihnen nicht Lob genug gezollt werden könnte. Doch da cs immerhin möglich wäre, daß ich mich irrte, und die drei Herren Rabbiner uichl die Hebung des religiösen Sinnes ihrer Llandesgenossen im angedeuteten Sinne zunächst beabsichtigten, womit allerdings eine Hebung des religiösen Sinnes der Gemeinden in wirksamster Weise zugleich verbürgt wäre, sondern lediglich an die letzten gedacht haben und zwar in der Meinung.׳ daß sie, die 'Rabbiner, selbst bereits ganz erfüllt wären von echtrcligiösem Sinne und diesen ihren Sinn auf die Gemeinden Llbcrtragcn möchten, so würde die Unmöglichkeit eines Zusammengehens der Rabbiner Deutschlands in diesem Punkte und in den sich daran anschließenden des Religionsunterrichts auf der Hand liegen, und die Einladung zu diesem Zwecke sich als eine Gedankenlosigkeit erweisen. Es kann ja sicherlich den Herren Einberufern nicht unbekannt geblieben sein, daß unter den gegenwärtigen deutschen Rabbinern cs auch Männer giebt, welche z. B. mit ihnen selbst über den Begriff ״religiöser Sinn" und demgemäß auch nicht über den Inhalt des Rellgionsnntereichrs übereinstimmen. Wenn Einige beispielsweise glauben, das Orgclspiel diene zur Erweckung des religiösen Sinns, so giebt es Andere, welche dasselbe als etwas Religionswidriges erklären; während Einige z. B. die Göttdurch ihr eigenes Beispiel. Gab es und giebt cs doch vielfach Rabbiner, welche das Religionsgcsetz selbst mißachten und verletzen; gab es und giebt es doch viele, welche in ihrem häuslichen Kreise fortgesetzte lieberlretnngen des Gesetzes stillschweigend oder ausdrücklich sanklionircn; gab cs und giebt es doch viele, welche in ihrem amtlichen Wirken durch gesetzwidrige Umgestaltung des Gottesdienstes n. s. w., in ihren wissenschaftlichen Arbeiten durch Verletzung der Grundsätze des Indenthnms gesündigt, viel gesündigt haben und nicht bloß חוטאים, sondern מחטיאים sind. Wenn die Herren kl n g erleid e r. F r auf! und M n y b a n m ihre Kollegen zu einem solchen Werke der Einkehr und Nene cinladen wollten, damit sic, die Führer, Lehrer und Prediger des Volks, fortan in Wahrheit und Wirklichkeit, nicht nur mit den Lippen, als erste Diener der Religion ihren Gemeinden voranlcuchten in der gewissenhastesien, unverbrüchlichsten Bcthäligung des Gehorsams gegen das Gesetz und sich nicht scheuen, vor ihre Gemeinden mit dein Bekenntnis; ihres Fehls zu treten und beispielsweise die ungesetzliche Umgestaltung des Goltesdienßes wieder anfhcben, die alte Liturgie wieder Herstellen, ferner nicht mehr עובר sind ans הלב שחלבו הוצאה בשבת ,נברי ,בתם יין, ihre Frauen nicht mehr בנלוי שער cinhergchen lassen 11. s. w., 11. f. w. mcntalsatz des Indenthnms halten und die Einprägnng dieses Satzes mit seinen praktischen Konsequenzen als wesentliche Ausgabe des Religionsunterrichts erachten, Andere aber die mündliche Lehre als Erzeugnis; der Soferim erklären n. s. w., n. s. w., wie können da die Rabbiner Deutschlands;ur gemeinsamen Berathung über Hebung des religiösen Sinns und Förderung des Religionsunterrichts Zusammenkommen?? Dasselbe gilt denn auch von dem dritten Punkte der Bildung eines Verbandes der Rabbiner DeutschlcmdS. Wenn die Herren Ungcrleidcr, Frankl und Maybann! also nicht die Besserung der Rabbiner und deren Rückkehr zur gemeinsamen Anerkennung und Beachtung des Iudenthnms im Geiste der alten Rabbiner beabsichtigt haben sollten — und offen gestanden, ich glaube dieses — so können sie nur ihre Einladung an ihre Gesinnungsgenossen richten und eine Parteiversammlung veranstalten, keineswegs aber eine Vcrsammlnng und einen Verband der Rabbiner DeutschlandS planen. Hoffentlich läßt sich Ricmand durch den ersten Punkt dcs Programms ködern. Selbst in dem harmlosesten Sinne anfgesaßt, enthält es etwas UcbcrslüssigcS vielleicht Schädliches; so unwahrscheinlich aber ist cs nicht, daß damit etwas angestrcbt werden dann hätten sie mit ihrer Einladung in der Thal ein l soll, waS von einen! den Herren geistig Verwandten

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