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Jeschurun · 1884-04-09 · Heft 15-16 (9.4.1884) · p. 226

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Journal
Jeschurun
Volume
17 (1884)
Issue
Heft 15-16 (9.4.1884)
Article
Die Befreiungsnacht
Date
1884-04-09
Page
226 (sequence 2)
Language
German
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226 und in jener niittcrnacfttlidjcn Stunde des vierzehnten Oiinan den ntächtigen GoNesarilt gesehen, der in das (betriebe der ))ten scheu eingreift, den gewaltigsten nernichtend, ihm das Opfer seiner Willkür entreißend. — ליל *ט:;ירים איתו אי* חצ־ jubeln wir, Die spaten (infei jener eghpti scheu Sklaven faste, darum der Wiederfehr dieser Tracht der Gotleshnt entgegen, iu n׳e!cher lir iu die ))eilte des Gott nerlengnenden und meiner Ordltnitg hohnsprechenden ))Uzraims cinlvat in dem Augenblicke, wo kein Strahl des Bchts dem düstersten t^eichicke Israels jemals wiederum zu lächeln schien, wo ec׳ den letzten Odem ausznhanchen im Begriffe war, und Er, der Allmächtige, dieser )lacht Finsternis brach. הק אהבהו יזנר Auch uns und unfern Kindern ist sie ליל ׳בבורים, das Zengniss Seiner Borsehnng, Seiner 'rstebeswaltnitg. Wie dimfel auch unsere )lacht, -- Er ist unser und der ).Keuschheit König nnb Barer, in Seiner band ruht das )lacht׳ und Taggdchick der 1 Sterblichen, צורנו הוא בגידה וגבבה ה בו, Er in und bleibt unser Hort, Ihm gilt unser Jubel, unsere Wonne, יוסיף שגית ב להבא לה, Er ist stets ZN unserer Erlösnng bereit, בגהת ישלים בלי בהר שובבים, in NN getrübler Heilerfeit mtd Frieden, sorg׳- mtd furchtlos finden wir in Ihm die Ruhe. Mag auch drangen noch die tiefste )lacht herrschen — uns ist in dieser )lacht die Sonne der Freiheit durch Gott ansgegangen, tind seitdent ist es Helle in Israels Zelten. Tretet ein iu die jüdischen Hütten und Häuser in dieser )lacht und schaut das Vid)t der Freude und der Freiheit, das Bebt des geisles und des Friedens, welches die Wohnstätte der Stanbgeboicnen \\\ einem Heiligthnm macht, wo die Herrlichfeil Gottes weilt. Da schaut ihr die )lachfommeu jener Sklaven, denen vor zweiunddreißig Iahrstniiderten Gott die Fessel löste, wie in jener großen Befreiungsstunde mi! Weib und Kind;um ernslheiteren ))kahle vereint. Sie sind über den ganzen Erdball zerstreut, diese späten Sprossen der egyptischen Parias, sie sprechen alle Sprachen, sie ge- Horen allen Staaten an, ein Gedanke aber dnrch;ieht ihre Seele in diesem Augenblicke, eine Entpsindnng betvegl ihr Herz: sie erleben in dieser )lacht allesammt Den erhabenen All ihrer Erlösung, sie fühlen sich allesammt als die von Gott Befreiten, und Sein Preis mtd Seilte Hnldigting enlströntt ihren Rippen. Tretet näher Alle, die ihr an des Gebens Bürde schwer zu tragen habt, die ihr seufzet unter dem Joche der Gewalt, dieihr elend und gedrückt seid. So tief, wie wir cinft, seid ihr nicht gesnnfen, uns drückte die Faust der Tyrannei Iahrhnnderle lang zu Boden; — seht הא להבא עגיא, das ist das Sllavenbrod, das wir mit Thränen genetzt unseren Kindern brachen — und dennoch sind wir frei geworden, und dennoch glücklich. Seitdem Gott unserem Nacken das pharaonische Joch abnahnt, haben wir keines Menschen Joch wieder getragen — mögen wir noch so arm und elend erscheinen, mag uns noch so sehr der Milbrüder Haß, Neid, Hohn und Berfolgnng fressen, wir bergen den frohen Math der Freiheit uitd der Zuversicht im Busen und rufen es weit hinaus: השתא עבדי לשגה הבא בגי הורץ. Denn vernehmt und versteht und beherzigt die Geschichte unserer Erlöstmg. Gott, der Allntächtige, war es, der sichtbar einschritt für uns, die dent Untergange geweihten Knechte, Ihm verdanken wir unsere Freiheit, unser Dasein, in Ihm wurzelt unsere Freiheit, unser Dasein. Darum gedenken wir stets Seiner Allmacht Wallung, und lasseit uns nicht genügen, daß wir in unserer Jugend einmal die Geschichte des Auszuges ans Mizraim gelernt, sondern in jeder )lacht des vierzehnten )lissan lanfdjcn wir aufs )lene dieser Erzählung, wir Alle, unsere Weisesten und Aeltesten bis zum untttündigen Kinde, als hätten wir sie nimmer vernonunen, als wäre die Erlösung uns j.'tzt zu Theil geworden. Diese Geschichte unserer Befreiung ist uns mehr als eine heilige Erinnerung, die wir and) unseren Kindern erhalten wollen — sie ist der Bodeit unserer Existenz in Gegenwart lind Zukunft, vor Allem aber unseres Berufs. Denn Gott hat nits die Freiheit nur geschenkt, ans daß wir in Seinen Dienst treten und Seilt Gesetz empfangen u!td vollführen. Er geleitete uns vom )lil zum Sinai. — Preis Ihm, der nits Seiner Offenbarnng gewürdigt. Seilte Thora unseren Hältden anvertraut! Ihr allein haben wir zu leben, ihr tinsere Kinder zu erziehen. Die Zeilen ntögeit wechseltt, die Anschaunug und Gesinnung der Menschen sieh ändern -- die Thora bleibt unverrückbar die Seele Israels. Wir haben unseren Kindern nichts anderes zu vererben, als יציאת בצרים, die Basis ihtes Seilts, und die תורה, die einzige Ausgabe ihres Seins. Mögen sie weise und tugendhaft, böse und verstockt, tinersahren und nngeweckt, unmündig und uneitllvickett sein — wir haben ihnen nichts anderes zu bieten, als יציאת בצרים und die תורה, den Geis-.׳.״. zur Belehrulig, dem Berstockten zur Mahnung, dem Uugeweckten zur Ermnnternng, dem Unwürdigen zur Erziehnltg. Denn also hat Gott auch nits erzogen, geweckt, ermahltt nnb unterwiesen, vor! den Wanderungen unseres Stammvaters an bis zum Sinai hin, durch die lnizraitische )?acht und unsere Erlösung, die ansschliehlich und allein Sein unmittelbares Werk, für die Thora. Wehe, wenn wir dieser Erziehung jemals tineingedeitf werden sollten, wenn wir der wunderbaren Stunde unserer Geburt vergessen könnten, wenn die uns von Gott in derselben gereichten Wahrzeichen nicht mehr zu uns redeten, und wir nicht verständen, sie zu deuten, wenn wir in מצח ,פסה und ברור nicht die Gottes-

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